französisch
Form & Grammatik
- Stichwort
- französisch
- Worttrennung
- fran·zö·sisch
- Komparativ
- französischer
- Superlativ
- am französischsten
Bei Herkunft und Sprache gewöhnlich Grundform. Vergleichsformen können als typisch empfundene Merkmale meinen; diese sind zu benennen, statt Herkunft zu graduieren.
Französisch: Frankreich oder die Franzosen betreffend, von dort stammend; außerdem die französische Sprache betreffend oder in ihr ausgedrückt.
Was bedeutet französisch?
Französisch hat einen Landes- und einen Sprachbezug. Eine französische Gemeinde liegt in Frankreich; ein französischer Satz gehört zur französischen Sprache. Diese Zuordnungen können zusammentreffen, müssen es aber nicht. Die Sprache wird nicht nur innerhalb Frankreichs verwendet.
Das wird an der französischen Schweiz deutlich: Gemeint ist der französischsprachige Teil der Schweiz, kein zu Frankreich gehörendes Stück Schweiz. Sprache und staatliche Zuordnung dürfen deshalb auch bei Personen nicht unbemerkt vertauscht werden. Eine französische Äußerung belegt zunächst die verwendete Sprache.
Daneben begegnet das Adjektiv in festen Ausdrücken. Sich französisch verabschieden bedeutet, ohne Abschied zu gehen. Die Wendung beschreibt eine Handlungsweise und ist keine verlässliche Aussage über das Verhalten französischer Menschen. In einer nüchternen Beschreibung ist ohne sich zu verabschieden meist eindeutiger.
Eigene Beispiele mit Erklärung
- „Die französische Ausgabe liegt neben der deutschen Übersetzung.“ Die Fassungen unterscheiden sich sprachlich.
- „Die Reisenden besuchen eine französische Stadt.“ Hier wird der Ort Frankreich zugeordnet.
- „Sie schreibt auf Französisch, obwohl sie in der Schweiz lebt.“ Wohnort und Schreibsprache sind getrennte Informationen.
Bedeutungsunterschiede und typische Missverständnisse
Fremdsprachig sagt nur, dass eine andere als die jeweilige Bezugssprache verwendet wird. Französisch nennt eine bestimmte Sprache. Ob sie für eine Person fremdsprachig ist, lässt sich daraus noch nicht ableiten.
Fränkisch ist trotz der ähnlichen Wortgestalt kein Ersatz für französisch. Es kann die Region Franken, historische Franken oder fränkische Sprachformen betreffen. Die passende Zuordnung richtet sich nach dem behandelten Gegenstand.
Schreibweise und Grammatik
Französisch schreibt man mit z und ö. Regelmäßige Formen sind ein französischer Brief, eine französische Erklärung und mit französischen Wörtern. Als Sprachname steht Französisch groß, etwa Französisch lernen und auf Französisch. Im Eigennamen Französische Republik beginnt auch das Adjektiv groß; in eine französische Stadt bleibt es klein.
Für das Schulfach gibt es außerdem die substantivischen Kurzformen Franze und Franz. Sie sind keine Beugungsformen des Adjektivs: Es heißt die Franze beziehungsweise das Franz.
Steigerung
Für die bloße Zuordnung zu Frankreich oder zur Sprache ist keine Steigerung nötig. Französischer in ein französischer Brief ist eine Endungsform der Grundstufe. Vergleiche über einen als typisch französisch empfundenen Stil bewerten dagegen einen Eindruck und sollten die gemeinten Merkmale nennen.
Beugung im Überblick
Die Tabellen zeigen die Grundstufe vor einem Nomen. Die hervorgehobene Endung richtet sich nach Artikel, Fall, Geschlecht und Zahl. Bei der gemischten Beugung steht im Plural beispielsweise keine oder meine; ein hat keinen Plural.
BeugungstabellenDie Formen nach Fall, Geschlecht und Artikel vergleichen.
| Fall | Maskulin, Singular | Feminin, Singular | Neutrum, Singular | Plural, alle Genera |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | französischer | französische | französisches | französische |
| Genitiv | französischen | französischer | französischen | französischer |
| Dativ | französischem | französischer | französischem | französischen |
| Akkusativ | französischen | französische | französisches | französische |
| Fall | Maskulin, Singular | Feminin, Singular | Neutrum, Singular | Plural, alle Genera |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | französische | französische | französische | französischen |
| Genitiv | französischen | französischen | französischen | französischen |
| Dativ | französischen | französischen | französischen | französischen |
| Akkusativ | französischen | französische | französische | französischen |
| Fall | Maskulin, Singular | Feminin, Singular | Neutrum, Singular | Plural, alle Genera |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | französischer | französische | französisches | französischen |
| Genitiv | französischen | französischen | französischen | französischen |
| Dativ | französischen | französischen | französischen | französischen |
| Akkusativ | französischen | französische | französisches | französischen |
Die Grundregeln findest du im Überblick zu Adjektiven und ihrer Beugung.
Die Verwendung an einem Beispiel verstehen
Erfundenes Beispiel: In einer erfundenen Geschichte erhält Mara eine französisch geschriebene Nachricht von einer Freundin aus der Schweiz. Ein Mitschüler schließt aus der Sprache sofort, die Absenderin müsse in Frankreich wohnen. Mara verweist auf den bekannten Schweizer Wohnort.
Die Nachricht ist französisch, doch die Absenderin lebt in der Schweiz. Die Sprachangabe beschreibt den Text und beweist keinen Wohnort in Frankreich. Mara korrigiert deshalb die Schlussfolgerung, ohne an der sprachlichen Einordnung der Nachricht etwas zu ändern.
Der Absatz trennt Beobachtung und zusätzliche Annahme. Die Schrift der Nachricht gibt Auskunft über ihre Sprache; andere biografische Informationen benötigen eigene Belege. Genau dieses Vorgehen verhindert auch bei literarischen Figuren vorschnelle Herkunftszuschreibungen.
Weitere passende Wörter findest du in der Adjektivliste mit Suche, Filtern und Wortauswahl.
