gelegentlich
Gelegentlich: Bei passender Gelegenheit oder von Zeit zu Zeit vorkommend; weder ständig noch als feste Regel.
Was bedeutet gelegentlich?
Gelegentlich kann die Häufigkeit eines Geschehens beschreiben. Gelegentliche Besuche finden hin und wieder statt. Das Wort nennt keine genaue Anzahl und keinen festen Rhythmus. Drei Besuche im Jahr und einzelne Besuche während einer Woche können je nach Zusammenhang beide so eingeordnet werden.
Daneben kann die passende Gelegenheit im Vordergrund stehen. Wer etwas gelegentlich erledigen möchte, lässt den Zeitpunkt oft offen. Für eine verbindliche Terminabsprache reicht diese Formulierung deshalb nicht aus. Die Aussage „Ich schaue gelegentlich vorbei“ kann eine Gewohnheit beschreiben oder einen noch unbestimmten künftigen Besuch ankündigen.
Eigene Beispiele mit Erklärung
- „Die Erzählerin erhält gelegentliche Nachrichten von ihrem Bruder.“ Die Nachrichten kommen hin und wieder; ein genauer Abstand wird nicht genannt.
- „Gelegentlich übernimmt ein Nachbar den Einkauf.“ Die Hilfe findet zeitweise statt und wird nicht als dauernde Aufgabe dargestellt.
- „Wir können die alten Fotos gelegentlich gemeinsam sortieren.“ Hier bleibt offen, wann sich eine passende Gelegenheit ergibt.
Bedeutungsunterschiede und typische Missverständnisse
Manchmal und hin und wieder entsprechen der zeitlichen Verwendung. Selten bewertet die Häufigkeit deutlicher als gering. Gelegentlich enthält allein noch keine messbare Grenze.
Regelmäßig hebt eine wiederkehrende Ordnung hervor. Auch seltene Ereignisse können regelmäßig sein, etwa ein jährliches Treffen. Gelegentlich sollte daher nicht einfach mit selten gleichgesetzt werden. Gelegen bedeutet unter anderem passend oder willkommen; es beschreibt keine Wiederholung.
Schreibweise und Grammatik
Gelegentlich ist als Adjektiv vor einem Nomen und adverbial gebräuchlich: ein gelegentlicher Besuch; sie hilft gelegentlich. Die Aussage „Der Besuch ist gelegentlich“ ist dagegen keine übliche prädikative Beschreibung. Daneben gibt es die gehobene Präposition gelegentlich mit Genitiv: gelegentlich eines Besuchs, also anlässlich oder bei einem Besuch. Diese Präposition wird nicht gebeugt.
Steigerung
Eine gewöhnliche Steigerung gibt es nicht. Gelegentlicher Besuch enthält eine Beugungsendung, keinen Komparativ. Unterschiede der Häufigkeit werden besser mit öfter, seltener oder mit Zahlen und Zeitangaben ausgedrückt. Die Tabellen gelten ausschließlich für das Adjektiv vor einem Nomen.
Beugung im Überblick
Die Tabellen zeigen die Grundstufe vor einem Nomen. Die hervorgehobene Endung richtet sich nach Artikel, Fall, Geschlecht und Zahl. Bei der gemischten Beugung steht im Plural beispielsweise keine oder meine; ein hat keinen Plural.
| Fall | Maskulin, Singular | Feminin, Singular | Neutrum, Singular | Plural, alle Genera |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | gelegentlicher | gelegentliche | gelegentliches | gelegentliche |
| Genitiv | gelegentlichen | gelegentlicher | gelegentlichen | gelegentlicher |
| Dativ | gelegentlichem | gelegentlicher | gelegentlichem | gelegentlichen |
| Akkusativ | gelegentlichen | gelegentliche | gelegentliches | gelegentliche |
| Fall | Maskulin, Singular | Feminin, Singular | Neutrum, Singular | Plural, alle Genera |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | gelegentliche | gelegentliche | gelegentliche | gelegentlichen |
| Genitiv | gelegentlichen | gelegentlichen | gelegentlichen | gelegentlichen |
| Dativ | gelegentlichen | gelegentlichen | gelegentlichen | gelegentlichen |
| Akkusativ | gelegentlichen | gelegentliche | gelegentliche | gelegentlichen |
| Fall | Maskulin, Singular | Feminin, Singular | Neutrum, Singular | Plural, alle Genera |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | gelegentlicher | gelegentliche | gelegentliches | gelegentlichen |
| Genitiv | gelegentlichen | gelegentlichen | gelegentlichen | gelegentlichen |
| Dativ | gelegentlichen | gelegentlichen | gelegentlichen | gelegentlichen |
| Akkusativ | gelegentlichen | gelegentliche | gelegentliches | gelegentlichen |
Die Grundregeln findest du im Überblick zu Adjektiven und ihrer Beugung.
Die Verwendung an einem Beispiel verstehen
Erfundenes Beispiel: In einer erfundenen Familiengeschichte arbeitet eine Figur in wechselnden Städten. Sie schreibt nicht an einem festen Wochentag, meldet sich aber während der Handlung mehrfach mit kurzen Berichten bei ihrer Schwester.
Die gelegentlichen Nachrichten erhalten den Kontakt zwischen den Schwestern. Ihr Abstand schwankt, und die Erzählung nennt keinen festen Schreibplan. Trotzdem zeigen die wiederholten Meldungen, dass die Verbindung nicht vollständig abbricht.
Der Absatz beschreibt die Verteilung der Nachrichten, ohne daraus fehlende Zuneigung abzuleiten. Häufigkeit und emotionale Bedeutung sind getrennte Fragen. Für eine weitergehende Deutung müssten Inhalt, Erwartungen und Reaktionen der Schwestern hinzukommen.
Weitere passende Wörter findest du in der Adjektivliste mit Suche, Filtern und Wortauswahl.
