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bisweilen

Form & Grammatik

Adverb
Stichwort
bisweilen
Worttrennung
bis·wei·len
Gebrauch
unveränderlich; keine Deklination in der hier erklärten adverbialen Verwendung

Zeitadverb für gelegentliches Vorkommen; keine Fall-, Geschlechts- oder Pluralendung.

Formen und Verwendung im Detail

Bisweilen bedeutet manchmal oder bei einzelnen Gelegenheiten. Das Wort klingt häufig schriftsprachlicher als manchmal. Es beschreibt ein wiederkehrendes, aber nicht ständig auftretendes Geschehen, ohne eine genaue Anzahl oder einen festen Rhythmus festzulegen.

Nicht immer, aber zu manchen Zeiten

„Bisweilen kommt sie später“ sagt, dass Verspätungen vorkommen. Wie häufig das geschieht, bleibt offen. Der Satz bedeutet weder bei jedem Treffen noch genau einmal pro Monat. Eine konkrete Zahl darf deshalb nicht aus dem Wort herausgelesen werden.

Bisweilen kann eine Beobachtung begrenzen. „Der Erzähler wirkt bisweilen unsicher“ ist vorsichtiger als „Der Erzähler ist unsicher“. Die erste Formulierung bezieht die Einschätzung auf einzelne Stellen oder Situationen. Diese Einschränkung ist für eine Analyse inhaltlich wichtig.

Das Wort beschreibt meist das gelegentliche Vorkommen, nicht eine künftige passende Gelegenheit. „Ich bringe dir das Buch bei Gelegenheit“ kündigt einen noch unbestimmten Zeitpunkt an. Bisweilen wäre dafür gewöhnlich unpassend, weil es eher an wiederholte Fälle denken lässt.

Manchmal, gelegentlich und hin und wieder

AlternativePassender GebrauchUnterschied
manchmalEtwas geschieht in einzelnen FällenGeläufiger und im Alltag meist unauffälliger.
gelegentlichEtwas kommt von Zeit zu Zeit vorKann zusätzlich eine passende künftige Gelegenheit meinen.
hin und wiederEin Vorgang wiederholt sich mit AbständenEine mehrteilige, oft lockerere Formulierung.
mitunterEtwas ist in manchen Fällen soEbenfalls eher schriftsprachlich; oft gut austauschbar.
seltenEine Häufigkeit ist ausdrücklich geringEnger; bisweilen setzt keine messbare Seltenheitsgrenze.

Zwei eigene Satzvergleiche

Ausgangssatz: „Bisweilen unterbricht die Erzählerin ihren Bericht mit einer Frage.“
Zum Vergleich: „Manchmal unterbricht die Erzählerin ihren Bericht mit einer Frage.“

Die grundlegende Häufigkeitsaussage bleibt erhalten. Die zweite Fassung klingt alltäglicher. Keine der beiden nennt eine bestimmte Zahl von Unterbrechungen. Wenn deren Verteilung für eine Analyse wichtig ist, sollten konkrete Stellen hinzukommen.

Ausgangssatz: „Die Gespräche verlaufen bisweilen angespannt.“
Zum Vergleich: „Die Gespräche verlaufen stets angespannt.“

Das zweite Adverb ist kein Synonym, sondern verändert die Reichweite. Stets behauptet eine durchgehende Regel, bisweilen nur einzelne Fälle. Wer den Satz kürzt oder zusammenfasst, darf diese Begrenzung nicht versehentlich entfernen.

Ein unveränderliches Adverb

Bisweilen ist ein Adverb und wird zusammengeschrieben. Es erhält keine Endung für Geschlecht, Fall oder Zahl und wird nicht gewöhnlich gesteigert. Eine Form wie „ein bisweilener Besuch“ ist deshalb nicht die passende Entsprechung. Dafür kann ein gelegentlicher Besuch verwendet werden.

Stellung im Satz
PositionBeispiel
Am SatzanfangBisweilen fehlt eine Erklärung.
Im MittelfeldEine Erklärung fehlt bisweilen.
Im NebensatzSie bemerkt, dass eine Erklärung bisweilen fehlt.

Nach bisweilen am Anfang eines gewöhnlichen Aussagesatzes folgt das finite Verb: Bisweilen bleibt sie, nicht Bisweilen sie bleibt. Ein Komma wird nicht allein wegen des Adverbs gesetzt.

Häufigkeit nicht als Charakterurteil behandeln

Erfundenes Beispiel: Eine Figur sagt bei mehreren Treffen wenig, beteiligt sich an anderen aber ausführlich. „Sie bleibt bisweilen still“ berücksichtigt diese Unterschiede. „Sie ist grundsätzlich verschlossen“ wäre eine umfassendere Deutung, die mehr Belege verlangt.

Für eine verbindliche Arbeitsanweisung kann bisweilen zu unbestimmt sein. „Prüfe bisweilen die Liste“ nennt keinen verlässlichen Zeitpunkt. Wenn ein fester Ablauf gemeint ist, sind Angaben wie nach jeder Änderung oder am Ende der Woche klarer. Die verwandte Verwendung von gelegentlich zeigt, wie Häufigkeit und passende Gelegenheit auseinanderzuhalten sind.