grundlos

Grundlos: Ohne zureichenden Grund oder unbegründet; selten auch ohne festen Untergrund.

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Was bedeutet grundlos?

Grundlos bedeutet häufig, dass ein tragfähiger Anlass oder eine Begründung fehlt. Ein Vorwurf kann grundlos sein, wenn die behaupteten Tatsachen ihn nicht stützen. Eine Handlung wird als grundlos beschrieben, wenn kein entsprechender Anlass erkennbar oder vorhanden ist. Dabei muss zwischen fehlendem Grund und fehlender Kenntnis des Grundes unterschieden werden.

Wer den Anlass nicht kennt, sollte deshalb vorsichtig formulieren: ohne erkennbaren Grund benennt die eigene Wissensgrenze genauer. Daneben gibt es eine seltene räumliche Bedeutung. Grundlos kann bei einem aufgeweichten Weg das Fehlen festen Bodens beschreiben; dort geht es nicht um die Begründung eines Verhaltens.

Eigene Beispiele mit Erklärung

  • „Der Verdacht erweist sich nach der Prüfung als grundlos.“ Die überprüften Tatsachen tragen die Vermutung nicht.
  • „Die Figur geht scheinbar grundlos aus dem Raum.“ Scheinbar lässt offen, ob ein unbekannter Anlass vorliegt.
  • „In einer älteren Beschreibung ist von grundlosen Wegen die Rede.“ Hier kann der fehlende feste Untergrund gemeint sein, nicht ein Weg ohne Zweck.

Bedeutungsunterschiede und typische Missverständnisse

Unbegründet ist bei Behauptungen und Vorwürfen ein naher Ausdruck. Unerklärlich beschreibt dagegen zunächst eine Schwierigkeit des Verstehens. Ein Verhalten kann für Beobachtende unerklärlich sein und trotzdem einen Anlass haben. Unmotiviert kann ebenfalls verschiedene Bedeutungen besitzen und sollte nicht ungeprüft eingesetzt werden.

Absurd wertet etwas als widersinnig oder unvernünftig erscheinend. Eine grundlose Vermutung kann durchaus zunächst plausibel klingen. Umgekehrt kann ein wirklich vorhandener Anlass eine überzogene Reaktion nicht automatisch rechtfertigen. Ursache und Rechtfertigung sind unterschiedliche Fragen.

Schreibweise und Grammatik

Grundlos wird zusammengeschrieben. Formen sind ein grundloser Vorwurf, eine grundlose Befürchtung, mit grundlosen Verdächtigungen. Das d bleibt vor dem l erhalten. In grundlos beschuldigen beschreibt die unveränderte Form die Handlung. Das zugehörige Nomen lautet Grundlosigkeit.

Steigerung

Im wörtlichen Sinn des fehlenden Grundes wird gewöhnlich nicht gesteigert. In betont wertender Sprache können vergleichende Formen vorkommen; genauer ist meist zu erläutern, welche Vermutung weniger gestützt wird. Die Zahl fehlender Belege allein ergibt zudem nicht automatisch einen sinnvollen Grad der Grundlosigkeit.

Beugung im Überblick

Die Tabellen zeigen die Grundstufe vor einem Nomen. Die hervorgehobene Endung richtet sich nach Artikel, Fall, Geschlecht und Zahl. Bei der gemischten Beugung steht im Plural beispielsweise keine oder meine; ein hat keinen Plural.

Starke Beugung · ohne Artikel
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativgrundlosergrundlosegrundlosesgrundlose
Genitivgrundlosengrundlosergrundlosengrundloser
Dativgrundlosemgrundlosergrundlosemgrundlosen
Akkusativgrundlosengrundlosegrundlosesgrundlose
Schwache Beugung · nach der, die, das
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativgrundlosegrundlosegrundlosegrundlosen
Genitivgrundlosengrundlosengrundlosengrundlosen
Dativgrundlosengrundlosengrundlosengrundlosen
Akkusativgrundlosengrundlosegrundlosegrundlosen
Gemischte Beugung · nach ein/eine, im Plural nach keine
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativgrundlosergrundlosegrundlosesgrundlosen
Genitivgrundlosengrundlosengrundlosengrundlosen
Dativgrundlosengrundlosengrundlosengrundlosen
Akkusativgrundlosengrundlosegrundlosesgrundlosen

Die Grundregeln findest du im Überblick zu Adjektiven und ihrer Beugung.

Die Verwendung an einem Beispiel verstehen

Erfundenes Beispiel: In einer erfundenen Schulgeschichte fehlt ein geliehener Atlas. Eine Figur verdächtigt sofort die Person, die zuletzt am Tisch saß. Später findet sich das Buch im eigenen Rucksack der verleihenden Person; weitere Anhaltspunkte gegen den Verdächtigten gab es nicht.

Der Vorwurf war grundlos, weil er auf keiner tragfähigen Beobachtung beruhte und der Atlas an anderer Stelle gefunden wurde. Das bloße Sitzen am Tisch genügte nicht als Beleg. Die Aufklärung macht die vorschnelle Deutung sichtbar.

Der Absatz prüft einen bestimmten Vorwurf anhand der erzählten Tatsachen. Er behauptet nicht, jeder zunächst ungeklärte Verlust sei harmlos oder jede Vermutung grundsätzlich unzulässig. Für die Figurenanalyse sind der schnelle Verdacht und der spätere Umgang mit dem Irrtum wichtige, voneinander zu untersuchende Schritte.

Weitere passende Wörter findest du in der Adjektivliste mit Suche, Filtern und Wortauswahl.