honorig
Honorig: veraltend für ehrenhaft oder großzügig und freigebig.
Was bedeutet honorig?
Honorig ist ein heute seltenes, veraltend wirkendes Adjektiv. Es kann ein Verhalten als ehrenhaft und anständig würdigen. Bei einer honorigen Geste steht dann im Vordergrund, dass sie als achtbar oder menschlich großzügig beurteilt wird.
Daneben kann honorig ausdrücklich freigebig bedeuten. Eine Person gibt dann bereitwillig etwas von ihren Mitteln ab oder übernimmt großzügig einen Beitrag. Diese Bedeutung ist mit der moralischen Anerkennung verbunden, aber nicht mit ihr identisch: Nicht jede ehrenhafte Handlung besteht im Geben von Geld oder Dingen.
Das Wort enthält eine Wertung, deren Grundlage der Text erläutern sollte. Wird eine Figur von anderen honorig genannt, ist zunächst deren Urteil wiedergegeben. Weder gesellschaftlicher Rang noch eine einzelne aufwendige Einladung beweist umfassende Rechtschaffenheit.
Eigene Beispiele mit Erklärung
- „Die Einladung des früheren Gegners galt den Gästen als honorige Geste.“ Das Verhalten wird als großzügig im Umgang bewertet; der Blick der Gäste bleibt erkennbar.
- „Die Gastgeberin zeigte sich honorig und übernahm den gemeinsamen Beitrag.“ Hier steht die Bedeutung freigebig im Vordergrund.
- „Der Erzähler verwendet honorig in einem bewusst altertümlichen Ton.“ Die Wortwahl kennzeichnet neben dem Urteil auch die sprachliche Gestaltung.
Bedeutungsunterschiede und typische Missverständnisse
Ehrenwert betont Achtungswürdigkeit. Honorig kann ähnlich verwendet werden, hat aber zusätzlich die Bedeutung freigebig und klingt heute seltener beziehungsweise veraltend.
Spendabel betrifft besonders bereitwilliges Ausgeben oder Geben. Ehrenamtlich ist kein Synonym, sondern bezeichnet eine bestimmte Art der Tätigkeit. Auch das Nomen Honorar darf nicht zu der Annahme verleiten, honorig bedeute bezahlt oder gegen Bezahlung tätig.
Schreibweise und Grammatik
Honorig wird mit zwei o, einem n und einem r geschrieben. Es heißt ein honoriger Gastgeber, eine honorige Geste und mit honorigem Entgegenkommen. Das Adjektiv wird kleingeschrieben. In sie zeigte sich honorig bleibt die Grundform erhalten; die Wendung beschreibt das Auftreten in einer Situation.
Steigerung
Die Steigerung lautet honoriger und am honorigsten. Sie vergleicht den Eindruck von Ehrenhaftigkeit oder Freigebigkeit. In einer heutigen sachlichen Beschreibung sind konkretere Angaben oft verständlicher, etwa welche Unterstützung eine Person anbietet oder worin ihre faire Geste besteht.
Beugung im Überblick
Die Tabellen zeigen die Grundstufe vor einem Nomen. Die hervorgehobene Endung richtet sich nach Artikel, Fall, Geschlecht und Zahl. Bei der gemischten Beugung steht im Plural beispielsweise keine oder meine; ein hat keinen Plural.
| Fall | Maskulin, Singular | Feminin, Singular | Neutrum, Singular | Plural, alle Genera |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | honoriger | honorige | honoriges | honorige |
| Genitiv | honorigen | honoriger | honorigen | honoriger |
| Dativ | honorigem | honoriger | honorigem | honorigen |
| Akkusativ | honorigen | honorige | honoriges | honorige |
| Fall | Maskulin, Singular | Feminin, Singular | Neutrum, Singular | Plural, alle Genera |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | honorige | honorige | honorige | honorigen |
| Genitiv | honorigen | honorigen | honorigen | honorigen |
| Dativ | honorigen | honorigen | honorigen | honorigen |
| Akkusativ | honorigen | honorige | honorige | honorigen |
| Fall | Maskulin, Singular | Feminin, Singular | Neutrum, Singular | Plural, alle Genera |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | honoriger | honorige | honoriges | honorigen |
| Genitiv | honorigen | honorigen | honorigen | honorigen |
| Dativ | honorigen | honorigen | honorigen | honorigen |
| Akkusativ | honorigen | honorige | honoriges | honorigen |
Die Grundregeln findest du im Überblick zu Adjektiven und ihrer Beugung.
Die Verwendung an einem Beispiel verstehen
Erfundenes Beispiel: In einer erfundenen Vereinserzählung übernimmt eine Figur unerwartet den fehlenden Beitrag für eine gemeinsame Veranstaltung. Der Erzähler nennt sie deshalb honorig. Später wird deutlich, dass sie auf jede öffentliche Erwähnung ihrer Zahlung verzichtet.
Honorig bezeichnet in dieser Szene zunächst die Freigebigkeit der Figur. Die übernommene Zahlung begründet das Urteil. Ihr Verzicht auf öffentliche Erwähnung kann ergänzend für die Deutung ihres Auftretens untersucht werden.
Der Absatz benennt die konkrete Bedeutung statt dem Wort eine unbestimmte gesellschaftliche Vornehmheit zuzuschreiben. Er schließt aus der Zahlung allein nicht auf uneigennützige Motive. Welche Absichten die Figur verfolgt, müsste aus weiteren Äußerungen oder Handlungen hervorgehen.
Weitere passende Wörter findest du in der Adjektivliste mit Suche, Filtern und Wortauswahl.
