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ehrenwert

Form & Grammatik

Adjektiv
Stichwort
ehrenwert
Worttrennung
eh·ren·wert
Komparativ
ehrenwerter
Superlativ
am ehrenwertesten

Verglichen wird eine Anerkennungsbewertung. Ehrenamtlich bezeichnet eine Tätigkeitsform und ist kein austauschbares moralisches Urteil.

Formen und Verwendung im Detail

Ehrenwert: Aufgrund von Haltung, Handeln oder Anliegen als achtbar und der Anerkennung würdig beurteilt.

Was bedeutet ehrenwert?

Ehrenwert nennt man eine Person, ein Vorhaben oder eine Tätigkeit, die Achtung verdient. Das gehobene Wort spricht Anerkennung aus. Es kann die moralische Haltung eines Menschen betreffen, aber ebenso den Wert eines Anliegens: Ein ehrenwerter Versuch muss nicht erfolgreich sein, um als respektabel beurteilt zu werden.

Bei Personen klingt häufig gesellschaftliche Achtbarkeit mit. Jemand genießt einen guten Ruf oder gilt als verlässlich und anständig. Ein solcher Ruf ist jedoch nicht dasselbe wie ein vollständiger Nachweis guten Handelns. Gerade literarische Texte können mit dem Gegensatz zwischen einer ehrenwerten Fassade und problematischen Entscheidungen arbeiten.

Auch eine Einschränkung ist möglich: Das Anliegen ist ehrenwert, der Plan aber unrealistisch. Hier wird das Ziel ausdrücklich gewürdigt, während die Umsetzung kritisiert wird. Das Wort beendet eine sachliche Prüfung also nicht. Es kann ebenso ironisch verwendet werden, wenn eine vermeintlich achtbare Person sich gerade unanständig verhält.

Beispiele für ehrenwert

Eigene Sprachbeispiele mit Erläuterungen.

„Ihr Wunsch, die Bibliothek für alle zugänglich zu machen, war ehrenwert, doch die Finanzierung blieb offen.“

Die Anerkennung gilt dem Ziel. Ob das Vorhaben durchführbar ist, wird als eigenständige Frage behandelt.

„Der Kaufmann galt als ehrenwert, weil er auch in schlechten Jahren seine Zusagen einhielt.“

Ein wiederholt beobachtetes Verhalten stützt hier den guten Ruf. Galt als markiert trotzdem die Perspektive des Umfelds.

„Ausgerechnet der ehrenwerte Vorsitzende verschwieg seine privaten Vorteile aus dem Vertrag.“

Der Satz stellt Anspruch und Verhalten gegeneinander. Ehrenwert kann dadurch ironisch klingen oder einen früheren Ruf wiedergeben.

Synonyme für ehrenwert: passend zum Zusammenhang

Ehrenwert erklärt eine Person, Absicht oder Handlung für achtungswürdig. Das gehobene Wort lobt ihren Wert, garantiert aber weder Erfolg noch einen geeigneten Plan. Nahe Alternativen unterscheiden sich darin, ob sie verdiente Anerkennung oder lediglich gesellschaftliches Ansehen ausdrücken.

Wortalternativen und ihre Unterschiede
ErsatzwortPasst beiUnterschied
achtbarMenschen und VorhabenNahe, ebenfalls anerkennend und häufig gehoben.
anerkennenswertBemühungen und LeistungenKann auch rein fachlichen Einsatz würdigen, ohne denselben moralischen Klang.
respektabelLeistung und StellungBetont den Respekt, kann auch ein ordentliches Niveau meinen.
angesehengesellschaftlicher RufBeschreibt vorhandene Anerkennung, ohne deren Berechtigung zu beweisen.

Wörter im Satz vergleichen

Die folgenden Satzpaare sind eigene Sprachbeispiele.

Ausgangssatz: „Ihr Versuch, alle Beteiligten anzuhören, war ehrenwert.“
Alternative: „Ihr Versuch, alle Beteiligten anzuhören, war anerkennenswert.“

Die Alternative würdigt besonders das Bemühen. Dass der Versuch scheitert, würde diese Anerkennung nicht zwingend widerlegen.

Ausgangssatz: „Im Ort gilt der Arzt als ehrenwert.“
Alternative: „Im Ort gilt der Arzt als angesehen.“

Die zweite Fassung nennt vor allem seinen Ruf. Ob dieser auf moralisch achtbarem Verhalten, Können oder bloßer Bekanntheit beruht, bleibt offen.

Hier passt der Austausch nicht: Ehrenamtlich ist kein Synonym für ehrenwert. Es bezeichnet eine Form der Tätigkeit; daraus folgt nicht automatisch, dass jede dabei getroffene Entscheidung Anerkennung verdient.

Der Zusatz „Das Anliegen ist ehrenwert, der Plan aber ungeeignet“ ist kein Widerspruch. Ziel und Umsetzung werden getrennt beurteilt. Bei einer Figurenanalyse lohnt außerdem der Blick auf Ironie: Ein demonstrativ „ehrenwerter“ Geschäftsmann kann so bezeichnet werden, während der Text gerade seine unlauteren Vorteile aufdeckt.

Weitere Abgrenzungen: Ähnliche Wörter unterscheiden
ehrenhaft
Betont häufig die Übereinstimmung mit Vorstellungen von Ehre und Anstand. Ehrenwert hebt die daraus entstehende Achtungswürdigkeit hervor; eine starre Bedeutungsgrenze gibt es nicht.
anerkennenswert
Kann auch rein fachliche Leistungen würdigen. Ehrenwert hat besonders bei Personen meist einen deutlicher moralischen Klang.
angesehen
Beschreibt einen guten Ruf. Ob dieser Ruf verdient ist, bleibt damit noch offen.

Schreibung und Grammatik

Ehrenwert ist ein zusammengeschriebenes Adjektiv: ein ehrenwerter Versuch, eine ehrenwerte Bürgerin, das Ziel ist ehrenwert. Vergleichsformen sind ehrenwerter und am ehrenwertesten. Die Wörter ehrenwert und ehrenamtlich sind zu unterscheiden: Ehrenamtlich bezeichnet eine bestimmte Form der Tätigkeit und ist kein automatisches moralisches Gütesiegel.

Die Übersicht zu Adjektiven erläutert ihre Beugung und Verwendung im Satz.

Beugung von ehrenwert

Ein ehrenwerter Versuch kann Achtung verdienen, auch wenn er scheitert. Anerkennung und praktischer Erfolg sind damit nicht gleichgesetzt.

Die Endung vor einem Nomen richtet sich nach Fall, Geschlecht, Zahl und Begleiter. In der gemischten Beugung steht im Plural keine; ein hat keinen Plural.

Starke Beugung · ohne ArtikelDie Formen nach Fall, Geschlecht und Zahl vergleichen.
Starke Beugung · ohne Artikel
FallMaskulin SingularFeminin SingularNeutrum SingularPlural alle Genera
Nominativehrenwerterehrenwerteehrenwertesehrenwerte
Genitivehrenwertenehrenwerterehrenwertenehrenwerter
Dativehrenwertemehrenwerterehrenwertemehrenwerten
Akkusativehrenwertenehrenwerteehrenwertesehrenwerte
Schwache Beugung · nach der, die, dasDie Formen nach Fall, Geschlecht und Zahl vergleichen.
Schwache Beugung · nach der, die, das
FallMaskulin SingularFeminin SingularNeutrum SingularPlural alle Genera
Nominativehrenwerteehrenwerteehrenwerteehrenwerten
Genitivehrenwertenehrenwertenehrenwertenehrenwerten
Dativehrenwertenehrenwertenehrenwertenehrenwerten
Akkusativehrenwertenehrenwerteehrenwerteehrenwerten
Gemischte Beugung · nach ein/eine, im Plural nach keineDie Formen nach Fall, Geschlecht und Zahl vergleichen.
Gemischte Beugung · nach ein/eine, im Plural nach keine
FallMaskulin SingularFeminin SingularNeutrum SingularPlural alle Genera
Nominativehrenwerterehrenwerteehrenwertesehrenwerten
Genitivehrenwertenehrenwertenehrenwertenehrenwerten
Dativehrenwertenehrenwertenehrenwertenehrenwerten
Akkusativehrenwertenehrenwerteehrenwertesehrenwerten

Herkunft und Wortbildung

Eine historische Vorform ist mittelhochdeutsch ēren(t)wert. Die Bestandteile verbinden Ehre mit dem Gedanken, ihrer wert zu sein. Das hilft beim heutigen Verständnis als achtbar; die konkrete gesellschaftliche Vorstellung von Achtbarkeit muss dennoch aus dem jeweiligen Text erschlossen werden.

Verwendung in einer Charakterisierung

‚Weil die Ärztin ihre Zusagen auch gegenüber zahlungsunfähigen Familien einhält, wird sie im Dorf als ehrenwert angesehen.‘ Die Aussage nennt Verhalten und bewertende Gruppe. Zeigt der Text später widersprüchliche Handlungen, sollte die Analyse den guten Ruf nicht kommentarlos als feste Charakterwahrheit übernehmen.

Wie sich Beobachtung und Deutung verbinden lassen, erklärt die Anleitung zum Schreiben einer Charakterisierung.

Ehrenwert in der Übersicht der Charaktereigenschaften