hundsgemein
Form & Grammatik
- Stichwort
- hundsgemein
- Worttrennung
- hunds·ge·mein
- Komparativ
- hundsgemeiner
- Superlativ
- am hundsgemeinsten
Umgangssprachlich und stark wertend, trotzdem sind Steigerungen belegt. Der Vergleich bewertet konkrete Verletzungen oder Gemeinheiten und ist keine objektive moralische Messung.
Hundsgemein: Umgangssprachlich: besonders gemein, niederträchtig oder grob; verstärkend auch für etwas sehr Unangenehmes.
Was bedeutet hundsgemein?
Hundsgemein ist eine nachdrückliche negative Bewertung. Wird eine Handlung so bezeichnet, hält jemand sie für besonders verletzend oder niederträchtig. Das Wort kann außerdem eine als sehr grob empfundene Ausdrucksweise beschreiben. Der Zusammenhang entscheidet, ob eine schädigende Absicht oder ein unanständiger Ton im Vordergrund steht.
Nicht jede Verwendung beurteilt einen Menschen. In einer Verbindung wie hundsgemein kalt verstärkt das Wort einen unangenehmen Eindruck. Es besagt dann nicht, dass das Wetter böse Absichten habe. Solche emotionalen Ausdrücke eignen sich für Figurenrede; in einer sachlichen Beschreibung sollte der beobachtbare Anlass deutlich werden.
Eigene Beispiele mit Erklärung
- „Es war hundsgemein, ihre mühsam vorbereitete Überraschung absichtlich zu verderben.“ Die genannte Absicht begründet die scharfe Bewertung der Handlung.
- „Er beschimpfte den Nachbarn mit hundsgemeinen Ausdrücken.“ Hier wird die grobe Sprache bewertet.
- „Auf dem ungeschützten Bahnsteig war es hundsgemein kalt.“ Das Wort verstärkt den unangenehmen Kälteeindruck und charakterisiert keine Person.
Synonyme für hundsgemein: passend zum Zusammenhang
Hundsgemein ist ein emotionales, umgangssprachliches Urteil. Es kann gezielte Gemeinheit, grobe Sprache oder als Verstärkung etwas sehr Unangenehmes beschreiben. Eine sachlichere Alternative sollte die konkrete Handlung treffen und nicht automatisch eine böse Absicht ergänzen, wenn der Text nur ein verletzendes Ergebnis oder einen schroffen Ton zeigt.
| Alternative | Passend bei | Unterschied |
|---|---|---|
| niederträchtig | Gezielt schädigendes oder demütigendes Handeln | Starke moralische Bewertung, die deutlich mehr als bloße Unfreundlichkeit behauptet. |
| besonders gemein | Verletzendes Verhalten im Alltag | Nahe erklärende Umschreibung, weniger bildhaft, aber weiterhin wertend. |
| grob | Unhöfliche oder verletzende Ausdrucksweise | Beschreibt den Umgangston; eine geplante Schädigung ist nicht vorausgesetzt. |
Eigene Sprachbeispiele mit Erläuterung.
Erstes Satzpaar
Ausgangssatz: „Er fand es hundsgemein, die vertrauliche Nachricht absichtlich herumzuzeigen.“
Alternative: „Er fand es niederträchtig, die vertrauliche Nachricht absichtlich herumzuzeigen.“
Die genannte Absicht und der Vertrauensbruch tragen das starke Urteil. Niederträchtig klingt weniger umgangssprachlich; die Bewertung bleibt weiterhin der Person zugeordnet.
Zweites Satzpaar
Ausgangssatz: „Sie wurde mit hundsgemeinen Worten verabschiedet.“
Alternative: „Sie wurde mit besonders groben Worten verabschiedet.“
Die Alternative betont die verletzende Sprache. Ob zusätzlich eine heimliche Intrige oder langfristige Schädigungsabsicht besteht, sagt sie nicht.
Grenze des Austauschs: Bei hundsgemein kalt passt niederträchtig nicht: Wetter verfolgt keine moralisch verwerfliche Absicht. Sehr unangenehm kalt oder bitterkalt erklärt die Verstärkung besser. Ebenso lässt sich etwas mit jemandem gemein haben nicht mit hundsgemein umformen.
Als Verstärkung vor einem Adjektiv bleibt hundsgemein endungslos; vor einem Nomen erhält es eine Endung. Bei der Analyse eines Streits können die konkrete Äußerung und ihre Wirkung genauer sein als ein weiteres Schimpfwort. So wird erkennbar, was die starke Ablehnung überhaupt begründet.
Weitere Abgrenzungen: Bedeutungsunterschiede und typische Missverständnisse
Gemein hat mehrere zusätzliche Bedeutungen. Die Wendung etwas mit jemandem gemein haben lässt sich nicht durch hundsgemein ersetzen. Die verstärkte Form gehört zu den negativen beziehungsweise emotionalen Verwendungen.
Niederträchtig hebt eine verwerfliche Haltung oder Handlung hervor. Es passt nicht ebenso gut zur bloßen Kälte. Grob beschreibt unter anderem unhöfliche Sprache, muss aber keine gezielte Schädigungsabsicht voraussetzen. Eine genaue Analyse benennt deshalb zuerst das konkrete Verhalten.
Schreibweise und Grammatik
Hundsgemein wird zusammengeschrieben; zwischen Hund und gemein steht ein s. Es ist ein regelmäßig gebeugtes Adjektiv: ein hundsgemeiner Streich, die hundsgemeine Bemerkung, mit hundsgemeinen Worten. In hundsgemein kalt bleibt es endungslos. Der umgangssprachliche, stark wertende Ton sollte bei der Wahl des Ausdrucks berücksichtigt werden.
Steigerung
Das Wort ist bereits sehr nachdrücklich. Dennoch sind Vergleichsformen wie hundsgemeiner und am hundsgemeinsten gebräuchlich, wenn unterschiedlich verletzende Handlungen verglichen werden. Ein solcher Vergleich gibt die Einschätzung des Sprechenden wieder und ist kein objektives Maß für moralisches Fehlverhalten.
Beugung im Überblick
Die Tabellen zeigen die Grundstufe vor einem Nomen. Die hervorgehobene Endung richtet sich nach Artikel, Fall, Geschlecht und Zahl. Bei der gemischten Beugung steht im Plural beispielsweise keine oder meine; ein hat keinen Plural.
BeugungstabellenDie Formen nach Fall, Geschlecht und Artikel vergleichen.
| Fall | Maskulin, Singular | Feminin, Singular | Neutrum, Singular | Plural, alle Genera |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | hundsgemeiner | hundsgemeine | hundsgemeines | hundsgemeine |
| Genitiv | hundsgemeinen | hundsgemeiner | hundsgemeinen | hundsgemeiner |
| Dativ | hundsgemeinem | hundsgemeiner | hundsgemeinem | hundsgemeinen |
| Akkusativ | hundsgemeinen | hundsgemeine | hundsgemeines | hundsgemeine |
| Fall | Maskulin, Singular | Feminin, Singular | Neutrum, Singular | Plural, alle Genera |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | hundsgemeine | hundsgemeine | hundsgemeine | hundsgemeinen |
| Genitiv | hundsgemeinen | hundsgemeinen | hundsgemeinen | hundsgemeinen |
| Dativ | hundsgemeinen | hundsgemeinen | hundsgemeinen | hundsgemeinen |
| Akkusativ | hundsgemeinen | hundsgemeine | hundsgemeine | hundsgemeinen |
| Fall | Maskulin, Singular | Feminin, Singular | Neutrum, Singular | Plural, alle Genera |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | hundsgemeiner | hundsgemeine | hundsgemeines | hundsgemeinen |
| Genitiv | hundsgemeinen | hundsgemeinen | hundsgemeinen | hundsgemeinen |
| Dativ | hundsgemeinen | hundsgemeinen | hundsgemeinen | hundsgemeinen |
| Akkusativ | hundsgemeinen | hundsgemeine | hundsgemeines | hundsgemeinen |
Die Grundregeln findest du im Überblick zu Adjektiven und ihrer Beugung.
Die Verwendung an einem Beispiel verstehen
Erfundenes Beispiel: In einer erfundenen Schulgeschichte versteckt Tom kurz vor der Aufführung die Requisiten einer Mitschülerin. Er erklärt einem Freund, dass sie dadurch auf der Bühne hilflos aussehen solle. Als der Freund den Plan erfährt, nennt er ihn hundsgemein.
Die Bezeichnung hundsgemein bezieht sich auf Toms gezielte Absicht, die Mitschülerin bloßzustellen. Das Verstecken ist hier kein harmloses Versehen. Der Freund reagiert mit einem emotionalen moralischen Urteil auf die ausdrücklich genannte Schädigungsabsicht.
Die Deutung stützt sich auf Handlung und Motiv im erfundenen Beispiel. Für eine umfassende Charakterisierung müsste geprüft werden, ob Tom sich auch in anderen Situationen so verhält. Das scharfe Wort allein ersetzt diese Prüfung nicht. Außerdem sollte erkennbar bleiben, dass zunächst der Freund urteilt und nicht automatisch eine neutrale Erzählerstimme.
Weitere passende Wörter findest du in der Adjektivliste mit Suche, Filtern und Wortauswahl.
