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irreal

Form & Grammatik

Adjektiv
Stichwort
irreal
Worttrennung
ir·re·al
Komparativ
irrealer
Superlativ
am irrealsten

Bildungssprachlich. Steigerung beim unwirklichen Eindruck; eine grammatisch irreale Bedingung ist dagegen eine Zuordnung, keine beliebig abstufbare Eigenschaft.

Formen und Verwendung im Detail

Irreal bedeutet nicht wirklich oder nicht der tatsächlichen Wirklichkeit entsprechend.

Was bedeutet irreal?

Eine irreale Szenerie kann traumhaft und unwirklich erscheinen. Ein irrealer Plan entfernt sich so weit von den tatsächlichen Bedingungen, dass seine Durchführung nicht plausibel ist. Welche Bedeutung gemeint ist, ergibt sich aus dem Gegenstand.

In der Grammatik kann irreal eine nur vorgestellte, nicht verwirklichte Bedingung beschreiben. Der Konjunktiv II wird dafür häufig verwendet, hat daneben aber weitere Funktionen. Nicht jeder Satz im Konjunktiv II ist deshalb eine Aussage über etwas Unmögliches.

Eigene Beispiele mit Erklärung

  • „Die leere Landschaft wirkt im fremden Licht irreal.“ Beschrieben wird ein unwirklicher Eindruck.
  • „Der Plan erscheint angesichts der fehlenden Mittel irreal.“ Die Vorstellung passt nicht zu den Bedingungen.
  • „Wenn ich gestern früher losgegangen wäre, hätte ich den Zug erreicht.“ Die vergangene Bedingung wird als nicht verwirklicht dargestellt.

Synonyme für irreal: passend zum Zusammenhang

Irreal kann einen unwirklichen Eindruck oder eine Vorstellung außerhalb tatsächlicher Möglichkeiten beschreiben. Die Alternativen unterscheiden Wahrnehmung und Machbarkeit. Eine Straße kann im Nebel unwirklich erscheinen und trotzdem existieren. Ein Plan kann dagegen an vorhandenen Bedingungen scheitern, ohne irgendwie traumhaft auszusehen.

Alternativen nach Zusammenhang auswählen
AlternativePassend beiUnterschied
unwirklichEindruck einer nicht vertrauten WirklichkeitNahe bei Szenen und Wahrnehmungen; behauptet nicht automatisch tatsächliche Nichtexistenz.
traumhaftTraumähnliche ErscheinungNur bei dieser Wirkung passend; kann sonst auch ausgezeichnet bedeuten.
unrealistischNicht angemessen berücksichtigte BedingungenPasst zu Plänen und Erwartungen, nicht allgemein zu jeder ungewöhnlichen Atmosphäre.

Eigene Sprachbeispiele mit Erläuterung.

Erstes Satzpaar

Ausgangssatz: „Die vertraute Straße wirkt im dichten Nebel irreal.“

Alternative: „Die vertraute Straße wirkt im dichten Nebel unwirklich.“

Unwirklich erhält den Wahrnehmungseindruck. Wirkt bleibt wichtig, denn die Straße wird nicht aus der erzählten Welt entfernt, sondern anders wahrgenommen.

Zweites Satzpaar

Ausgangssatz: „Ohne Material und Arbeitszeit ist dieser Fertigstellungstermin irreal.“

Alternative: „Ohne Material und Arbeitszeit ist dieser Fertigstellungstermin unrealistisch.“

Unrealistisch passt zu den ausdrücklich fehlenden Voraussetzungen. Mit anderen Mitteln oder einem späteren Termin könnte das Vorhaben durchaus möglich werden.

Grenze des Austauschs: Erfunden betrifft die Entstehung einer Geschichte oder Annahme. Eine erfundene Szene kann sehr realistisch gestaltet sein. Unmöglich wäre bei bloß ungewohnten Eindrücken ebenfalls zu stark und würde die Wahrnehmung mit einer Tatsachenbehauptung verwechseln.

In der Grammatik bezeichnet irreal einen besonderen Bedingungszusammenhang. Ein allgemein beschreibendes Ersatzwort erklärt diese Fachverwendung nicht ausreichend. Bei Schilderungen hilft dagegen die Trennung zwischen ist irreal und wirkt irreal. Letzteres ordnet den Eindruck einer Wahrnehmung zu und verhindert eine unbelegte Aussage über die tatsächliche Existenz.

Weitere Abgrenzungen: Bedeutungsunterschiede und typische Missverständnisse

Unrealistisch betrifft besonders die mangelnde Berücksichtigung tatsächlicher Möglichkeiten. Irreal kann außerdem eine traumhafte Wirkung bezeichnen.

Erfunden heißt nicht tatsächlich geschehen. Eine erfundene Geschichte kann dennoch realistisch gestaltet sein.

Schreibweise und Grammatik

Die Schreibung lautet irreal mit Doppel-r. Formen sind ein irrealer Eindruck, eine irreale Bedingung.

Steigerung

Bei einer Wirkung sind irreal – irrealer – am irrealsten möglich. Als grammatische Einordnung einer Bedingung wird das Wort nicht sinnvoll gesteigert.

Beugung im Überblick

Die Tabellen zeigen die Grundstufe vor einem Nomen. Die hervorgehobene Endung richtet sich nach Artikel, Fall, Geschlecht und Zahl. Bei der gemischten Beugung steht im Plural beispielsweise keine oder meine; ein hat keinen Plural.

BeugungstabellenDie Formen nach Fall, Geschlecht und Artikel vergleichen.
Starke Beugung · ohne Artikel
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativirrealerirrealeirrealesirreale
Genitivirrealenirrealerirrealenirrealer
Dativirrealemirrealerirrealemirrealen
Akkusativirrealenirrealeirrealesirreale
Schwache Beugung · nach der, die, das
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativirrealeirrealeirrealeirrealen
Genitivirrealenirrealenirrealenirrealen
Dativirrealenirrealenirrealenirrealen
Akkusativirrealenirrealeirrealeirrealen
Gemischte Beugung · nach ein/eine, im Plural nach keine
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativirrealerirrealeirrealesirrealen
Genitivirrealenirrealenirrealenirrealen
Dativirrealenirrealenirrealenirrealen
Akkusativirrealenirrealeirrealesirrealen

Die Grundregeln findest du im Überblick zu Adjektiven und ihrer Beugung.

Die Verwendung an einem Beispiel verstehen

Erfundenes Beispiel: In einer erfundenen Szene erkennt eine Figur ihre vertraute Straße kaum wieder: Nebel verdeckt die Häuser, einzelne Lichter scheinen ohne sichtbare Quelle im Raum zu stehen.

Die Straße wirkt irreal, weil vertraute räumliche Zusammenhänge durch Nebel und Licht aufgelöst erscheinen.

Die Analyse beschreibt eine Wirkung. Sie behauptet nicht, dass die Straße innerhalb der erzählten Welt tatsächlich nicht existiert.

Weitere passende Wörter findest du in der Adjektivliste mit Suche, Filtern und Wortauswahl.