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knülle

Form & Grammatik

AdjektivJugendwort
Stichwort
knülle
Worttrennung
knül·le
Form
Indeklinables Adjektiv; auch knüll. Keine gewöhnliche Steigerung.

Betrunken: umgangssprachlich. Erschöpft: regional; die Lesart muss aus dem Zusammenhang hervorgehen.

Knülle als Befehlsform von knüllen ist ein anderes Wortvorkommen.

Verstärkungen wie völlig knülle sind möglich; für einen Vergleich die gemeinte Lesart ausdrücken, etwa stärker erschöpft.

Formen und Verwendung im Detail

Knülle bedeutet umgangssprachlich betrunken. Regional kann es auch erschöpft oder müde heißen. Die Nebenform lautet knüll.

Bedeutungen

1

Erschöpft oder müde sein

Regional beschreibt knülle einen erschöpften Zustand. Die Verbindung knülle sein nennt noch nicht den Grund dafür. Nach körperlicher Arbeit oder einem langen Tag kann die Müdigkeitslesart naheliegen.

„Nach dem langen Umzug war ich völlig knülle.“

Die Arbeit legt körperliche Erschöpfung nahe. Das Wort allein würde jedoch nicht beweisen, wodurch der Zustand entstanden ist.

2

Betrunken sein

Umgangssprachlich kann knülle bedeuten, dass jemand betrunken ist. Diese Lesart ist von bloßer Müdigkeit zu unterscheiden. Eine bestimmte Alkoholmenge oder ein genauer Messwert wird damit nicht genannt.

„In der erfundenen Szene hat der Gast mehrere Gläser Alkohol getrunken und sagt: Ich bin jetzt knülle.“

Hier trägt der ausdrücklich genannte Alkohol die Deutung. Ohne diese Information könnte das Adjektiv auch Erschöpfung meinen.

Synonyme im Gebrauch

Knülle, erschöpft oder kaputt?

Kaputt kann bei Personen ebenfalls erschöpft bedeuten. Erschöpft benennt den Zustand sachlicher und lässt die zusätzliche Bedeutung betrunken von knülle weg. „Nach dem Umzug war ich erschöpft“ ist deshalb eindeutiger als „Nach dem Umzug war ich knülle“.

Knülle oder betrunken?

Betrunken nennt den Alkoholbezug direkt. „Nach der Feier war Ben betrunken“ ist eindeutiger, aber auch eine konkretere Behauptung als „Nach der Feier war Ben knülle“. Man sollte die Formulierung wählen, die zum tatsächlich bekannten Sachverhalt passt.

Beispiele und Verwendung

Beispiele im Zusammenhang

  • „Nach dem langen Umzug war ich völlig knülle.“ Der Zusammenhang legt körperliche Erschöpfung nahe.
  • „In der Erzählung bezeichnet der Gast sich nach vielen alkoholischen Getränken als knülle.“ Hier wird die Lesart betrunken nahegelegt.
  • „Heute bin ich knüll und gehe früh schlafen.“ Die kurze Nebenform wird ebenso ohne Beugungsendung verwendet.

Erfundenes Beispiel: Eine erfundene Nachricht lautet nur: Nach der Feier war Ben knülle. Die Leserin weiß nicht, ob Ben müde oder betrunken war.

Für eine eindeutige Nachricht ergänzt die Verfasserin: Nach dem Aufräumen war Ben völlig erschöpft.

Die Überarbeitung wählt die tatsächlich gemeinte Lesart. Sie vermeidet, dass das saloppe Wort unbeabsichtigt eine Alkoholisierung nahelegt.

Hat knülle immer etwas mit Alkohol zu tun?

Nein. Es kann auch müde oder erschöpft bedeuten; der Kontext entscheidet.

Weitere passende Wörter findest du in der Adjektivliste mit Suche, Filtern und Wortauswahl.

Grammatik und Beugung

Die Worttrennung lautet knül·le; die kurze Form knüll bleibt ungetrennt. Beide sind hier Adjektive.

Knülle und knüll bleiben als Adjektive unverändert. Üblich sind ich bin knülle und sie sind knüll. Vor einem Nomen verwendet man besser ein passendes gebeugtes Synonym, etwa ein erschöpfter Helfer.

Steigerung

Keine übliche Steigerung. Verstärkungen wie völlig knülle sind möglich.

Unveränderte Zustandsform

Prädikativer Gebrauch
BezugForm
SingularEr ist knülle / knüll.
PluralSie sind knülle / knüll.
Vor einem NomenUmschreibung: ein erschöpfter Mensch

Die Grundregeln findest du im Überblick zu Adjektiven und ihrer Beugung.

Knülle sein oder Papier knüllen?

In der Aufforderung Knülle das Papier! gehört knülle zum Verb knüllen. Das Wort fordert dann eine Handlung. In Ich bin knülle beschreibt das gleich geschriebene Adjektiv dagegen einen Zustand. Die Formen des Verbs sind keine Beugungsformen des Adjektivs.