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komplett

Form & Grammatik

AdjektivFremdwort
Lemma
komplett
Wortart
Adjektiv
Worttrennung
kom·plett
Steigerung und Gebrauch
Bei vollständiger Erfassung eines festgelegten Umfangs gewöhnlich ohne Steigerung. Kompletter in ein kompletter Satz Unterlagen ist eine gebeugte Grundstufe.

Komplett bedeutet vollständig, als Ganzes oder vollzählig. Umgangssprachlich kann es eine Aussage im Sinn von völlig verstärken; österreichisch kann es auch ausgebucht bedeuten.

Bedeutungen

Alle erforderlichen Teile sind vorhanden

Eine komplette Sammlung enthält alle Teile, die im betreffenden Zusammenhang dazugehören sollen. Der Bezugsrahmen ist wichtig: Ein kompletter Satz Spielkarten umfasst nicht alle jemals gedruckten Karten.

„Der Werkzeugkasten ist wieder komplett, weil alle vorgesehenen Werkzeuge darin liegen.“

Der Satz beschreibt Vollständigkeit. Ob die Werkzeuge noch gut funktionieren, wird gesondert geprüft.

Als Ganzes oder vollzählig

Komplett kann eine Gesamtheit bezeichnen. Bei einer Gruppe bedeutet es, dass alle erwarteten Mitglieder dabei sind.

„Die Mannschaft erscheint komplett zur Besprechung.“

Niemand aus der gemeinten Gruppe fehlt. Pünktlichkeit, Aufmerksamkeit und Zustimmung sind damit nicht automatisch gemeint.

Völlig oder ganz und gar

Umgangssprachlich verstärkt komplett eine Beschreibung. Dabei kann die Formulierung emotional oder übertreibend sein.

„Die Vermutung erweist sich als komplett falsch.“

Komplett verstärkt falsch. Welcher Irrtum vorliegt, muss weiterhin erklärt werden.

Österreichisch: vollständig belegt

In österreichischem Gebrauch kann komplett ausgebucht oder vollständig besetzt bedeuten. Diese Lesart hängt vom Zusammenhang ab.

„Auf die Anfrage heißt es: Der Kurs ist bereits komplett.“

Im entsprechenden regionalen Gebrauch kann das heißen, dass kein Platz mehr frei ist. Anderswo kann derselbe Satz zunächst an vollständig vorhandene Kursbestandteile denken lassen.

komplett: Synonyme und andere Wörter

Vollständigkeit und Gesamtumfang

vollständig · ganz · vollzählig

Vollständig passt zu Unterlagen oder einer Sammlung. Ganz kann den Gesamtumfang betonen. Vollzählig bezieht sich auf die vollständige Zahl erwarteter Personen oder Teile.

„Die Unterlagen sind komplett.“ – „Die Unterlagen sind vollständig.“ Keine der beiden Fassungen bestätigt automatisch ihre sachliche Richtigkeit.

Stärke, Qualität und Raumbedarf

völlig · perfekt · kompakt

Völlig kann die Verstärkung erläutern. Perfekt bewertet Qualität oder Fehlerfreiheit, kompakt Verdichtung oder geringen Raumbedarf. Das sind andere Eigenschaften.

Ein kompakter Werkzeugkasten kann unvollständig sein. Eine komplette Arbeit kann Fehler enthalten.

Beispiele und Verwendung

Eine Rückmeldung nennt eine Bewerbung komplett. Gemeint ist, dass alle verlangten Unterlagen vorliegen. Der Verfasser versteht das irrtümlich als Urteil über Überzeugungskraft und Fehlerfreiheit. Die Erklärung des Bezugsrahmens verhindert diese Ausweitung.

Bei komplett überarbeitet steht dagegen die Grundform als Verstärkung. Ob wirklich jeder Teil verändert wurde oder die Formulierung nur nachdrücklich gemeint ist, sollte ein sachlicher Bericht erkennen lassen.

Grammatik und Beugung

Geschrieben wird komplett mit tt. Vor einem Nomen heißt es eine komplette Ausgabe, ein komplettes Set oder mit kompletten Unterlagen. In Die Unterlagen sind komplett bleibt die Grundform.

Die vollständige Erfassung eines festgelegten Umfangs wird gewöhnlich nicht gesteigert. Ist ein noch unvollständiger Stand weiter ergänzt worden, ist um drei Unterlagen ergänzt genauer als eine unbestimmte Abstufung. Die Endung in ein kompletter Antrag ist kein Komparativ.

Die Tabellen zeigen die gebeugte Grundstufe. Bei der gemischten Deklination steht der Plural etwa nach keine oder meine; der unbestimmte Artikel ein hat keinen Plural. Markiert sind die tatsächlichen Endungen.

komplett: Starke Deklination – ohne Artikel
FallMaskulinumFemininumNeutrumPlural
Nominativkompletterkomplettekompletteskomplette
Genitivkomplettenkompletterkomplettenkompletter
Dativkomplettemkompletterkomplettemkompletten
Akkusativkomplettenkomplettekompletteskomplette
komplett: Schwache Deklination – nach der, die, das
FallMaskulinumFemininumNeutrumPlural
Nominativkomplettekomplettekomplettekompletten
Genitivkomplettenkomplettenkomplettenkompletten
Dativkomplettenkomplettenkomplettenkompletten
Akkusativkomplettenkomplettekomplettekompletten
komplett: Gemischte Deklination – nach ein, kein oder einem Possessivwort
FallMaskulinumFemininumNeutrumPlural
Nominativkompletterkomplettekompletteskompletten
Genitivkomplettenkomplettenkomplettenkompletten
Dativkomplettenkomplettenkomplettenkompletten
Akkusativkomplettenkomplettekompletteskompletten

Herkunft

Komplett wurde aus französisch complet übernommen. Dieses geht auf lateinisch completus für „vollständig“ zurück und gehört zum Verb complere.