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konträr

Form & Grammatik

Adjektiv
Stichwort
konträr
Worttrennung
kon·trär
Komparativ
konträrer
Superlativ
am konträrsten

Konträr zu etwas steht mit Dativ. Steigerung im allgemeinen Gegensätzlichkeitssinn; die genau definierte logische Beziehung wird nicht abgestuft.

Formen und Verwendung im Detail

Konträr bedeutet einander entgegengesetzt oder gegensätzlich. In der Logik bezeichnet es Aussagen, die nicht zugleich wahr, aber zugleich falsch sein können.

Was bedeutet konträr?

Konträre Interessen ziehen in entgegengesetzte Richtungen. In der Alltagssprache muss damit kein streng logischer Gegensatz gemeint sein.

Die logische Bedeutung lässt sich an Zahlen zeigen: Eine Zahl ist größer als null und Eine Zahl ist kleiner als null können für dieselbe Zahl nicht beide wahr sein. Für null sind aber beide falsch.

Eigene Beispiele mit Erklärung

  • „Die beiden Vorschläge verfolgen konträre Ziele.“ Die Ziele weisen in entgegengesetzte Richtungen.
  • „Ihre Einschätzung ist meiner Erwartung konträr.“ Ihre Einschätzung steht der Erwartung entgegen.
  • „Positiv und negativ bilden bei reellen Zahlen einen konträren Gegensatz.“ Null erfüllt keine der beiden Eigenschaften.

Synonyme für konträr: passend zum Zusammenhang

Konträr benennt einen Gegensatz, nicht bloß einen Unterschied. Zwei Vorschläge sind konträr, wenn ihre Zielrichtungen einander entgegenstehen; verschiedene Vorschläge können sich hingegen auch ergänzen. Im Alltag lässt sich das Fremdwort häufig verständlich umschreiben. Wo ein Text eine bestimmte logische Beziehung behandelt, muss diese fachliche Bedeutung jedoch erhalten bleiben.

Wortalternativen und ihre Unterschiede
ErsatzwortPasst beiUnterschied
entgegengesetztRichtungen, Ziele und AuffassungenMacht den Gegenlauf deutlich; es passt gut, wenn beide Positionen dieselbe Frage verschieden beantworten.
gegensätzlichInteressen und StandpunkteBetont einen inhaltlichen Gegensatz, ohne ihn notwendig streng logisch zu definieren.
gegenläufigEntwicklungen und WirkungenStellt heraus, dass sich zwei Bewegungen oder Prozesse in verschiedene Richtungen entwickeln.

Wörter im Satz vergleichen

Die folgenden Satzpaare sind eigene Sprachbeispiele.

Ausgangssatz: „Die beiden Gruppen verfolgen konträre Ziele.“
Alternative: „Die beiden Gruppen verfolgen entgegengesetzte Ziele.“

Die Alternative erklärt den Gegensatz unmittelbar. Sie wäre etwa passend, wenn die eine Gruppe eine Fläche bebauen und die andere genau diese Bebauung verhindern möchte.

Ausgangssatz: „Die Absatzzahlen zeigen eine konträre Entwicklung.“
Alternative: „Die Absatzzahlen zeigen eine gegenläufige Entwicklung.“

Gegenläufig klingt bei zeitlichen Entwicklungen genauer: Eine Reihe steigt, während die andere fällt. Ohne den Vergleichsbezug bleibt allerdings auch dieser Satz unvollständig erklärt.

Hier passt der Austausch nicht: Verschieden ist schwächer als konträr. Wer ein Konzert am Freitag und wer eines am Samstag vorschlägt, hat zunächst unterschiedliche Terminwünsche. Daraus folgt noch kein grundsätzlicher Gegensatz der Ziele oder Interessen.

Üblich ist „konträr zu einer Auffassung“. In der Logik dürfen konträr und kontradiktorisch nicht beliebig wechseln: Bei einem konträren Gegensatz können beide Aussagen falsch sein. Eine alltagssprachliche Umschreibung ersetzt diese fachliche Unterscheidung nicht.

Weitere Abgrenzungen: Bedeutungsunterschiede und typische Missverständnisse

Kontradiktorisch heißt in der klassischen Logik, dass von zwei Aussagen stets genau eine wahr ist. Bei konträren Aussagen bleibt die Möglichkeit, dass beide falsch sind.

Schreibweise und Grammatik

Schreibung konträr, mit ä: eine konträre Ansicht. Möglich sind konträr zu plus Dativ und Verbindungen wie konträre Ziele.

Steigerung

Alltagssprachlich konträrer, am konträrsten. Die genau definierte logische Beziehung wird nicht graduell gesteigert.

Beugung im Überblick

Die Tabellen zeigen die Grundstufe vor einem Nomen. Die hervorgehobene Endung richtet sich nach Artikel, Fall, Geschlecht und Zahl. Bei der gemischten Beugung steht im Plural beispielsweise keine oder meine; ein hat keinen Plural.

BeugungstabellenDie Formen nach Fall, Geschlecht und Artikel vergleichen.
Starke Beugung · ohne Artikel
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativkonträrerkonträrekonträreskonträre
Genitivkonträrenkonträrerkonträrenkonträrer
Dativkonträremkonträrerkonträremkonträren
Akkusativkonträrenkonträrekonträreskonträre
Schwache Beugung · nach der, die, das
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativkonträrekonträrekonträrekonträren
Genitivkonträrenkonträrenkonträrenkonträren
Dativkonträrenkonträrenkonträrenkonträren
Akkusativkonträrenkonträrekonträrekonträren
Gemischte Beugung · nach ein/eine, im Plural nach keine
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativkonträrerkonträrekonträreskonträren
Genitivkonträrenkonträrenkonträrenkonträren
Dativkonträrenkonträrenkonträrenkonträren
Akkusativkonträrenkonträrekonträreskonträren

Die Grundregeln findest du im Überblick zu Adjektiven und ihrer Beugung.

Die Verwendung an einem Beispiel verstehen

Erfundenes Beispiel: Eine erfundene Logikaufgabe untersucht die Aussagen Die Zahl ist positiv und Die Zahl ist negativ. Eine Schülerin meint, eine davon müsse immer zutreffen.

Die Aussagen sind konträr: Für null sind beide falsch. Erst positiv und nicht positiv bilden hier einen kontradiktorischen Gegensatz.

Das konkrete Gegenbeispiel erklärt, warum Gegensätzlichkeit nicht automatisch alle Möglichkeiten abdeckt.

Können konträre Aussagen beide falsch sein?

Ja. Genau diese Möglichkeit unterscheidet den hier beschriebenen Gegensatz von der Kontradiktion.

Weitere passende Wörter findest du in der Adjektivliste mit Suche, Filtern und Wortauswahl.