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labberig

Form & Grammatik

Adjektiv
Stichwort
labberig
Worttrennung
lab·be·rig
Komparativ
labberiger / labbriger
Superlativ
am labberigsten / am labbrigsten

Umgangssprachlich abwertend; Nebenform labbrig. Geschmack, Festigkeit und körperliches Gefühl unterscheiden.

Formen und Verwendung im Detail

Definition · kurz erklärt

Labberig beschreibt umgangssprachlich und abwertend einen faden Geschmack oder eine als unangenehm weich empfundene Beschaffenheit. Ein labberiges Gefühl im Magen meint dagegen ein flaues Gefühl. Die kürzere Form labbrig gehört zu demselben Adjektiv.

Bedeutungen

1 Ein unangenehm fader Geschmack

Bei Speisen oder Getränken heißt labberig, dass sie nach dem Urteil der sprechenden Person fade oder ohne den erwarteten geschmacklichen Reiz sind. Das ist eine deutlich umgangssprachliche Kritik, keine neutrale Zutatenangabe.

„Die Figur findet die dünne Suppe labberig.“

Der Geschmack wird aus ihrer Perspektive bewertet. Andere könnten dieselbe milde Zubereitung anders beurteilen.

2 Unangenehm weich oder wenig fest

Stoff, Speisen oder ein Händedruck können labberig wirken, wenn die erwartete Festigkeit fehlt. Der konkrete Gegenstand entscheidet, welche Beschaffenheit beanstandet wird.

„Für die feste Kostümform ist ihr der Stoff zu labberig.“

Die Kritik bezieht sich auf einen bestimmten Zweck. Der Stoff muss nicht für jede andere Verwendung ungeeignet sein.

3 Ein flaues Gefühl

Ein labberiges Gefühl im Magen kann flau oder elend bedeuten. Die umgangssprachliche Beschreibung nennt eine Empfindung, nicht bereits ihre Ursache.

„Vor dem Auftritt beschreibt die Figur ein labberiges Gefühl im Magen.“

Die Erzählung benennt ein Gefühl. Daraus folgt keine bestimmte Erkrankung und auch nicht zwingend, weshalb die Figur sich so fühlt.

labberig: Synonyme und andere Wörter

Labberig oder fade?

Fade passt beim als zu schwach empfundenen Geschmack. Labberig ist umgangssprachlich abwertender und kann zusätzlich eine unangenehme Beschaffenheit meinen.

„Die Soße schmeckt fade.“ – „Die Soße ist labberig.“

Der erste Satz benennt den Geschmack ausdrücklicher. Im zweiten muss der Zusammenhang klären, ob Geschmack oder Festigkeit gemeint ist.

Labberig, weich oder schlaff?

Weich kann erwünscht und angenehm sein. Schlaff betont oft fehlende Spannung. Labberig fügt gewöhnlich eine Kritik hinzu; das ist nicht bloß eine farbigere neutrale Materialangabe.

„Ein weiches Tuch“ – „Ein labberiges Tuch“.

Der zweite Ausdruck wertet negativ. Die erste Beschreibung kann gerade eine angenehme Eigenschaft nennen.

Beispiele und Verwendung

„Der Pudding ist noch labberig, obwohl sie eine feste Form erwartet hatte.“

Der Erwartungsmaßstab wird ausdrücklich genannt. Die bloße weiche Beschaffenheit beweist nicht allgemein eine schlechte Qualität.

„In der Figurenrede steht labbrig; die sachliche Zusammenfassung erklärt den Eindruck als mangelnde Festigkeit.“

Die kürzere Nebenform bedeutet nicht etwas anderes. Die Umschreibung macht die abwertende Alltagssprache in einem sachlichen Text nachvollziehbar.

Grammatik und Beugung

Beide Grundformen sind belegt: labberig und labbrig. Das Hauptlemma wird lab·be·rig getrennt. Die Vergleichsformen lauten labberiger, am labberigsten beziehungsweise labbriger, am labbrigsten.

Vor einem Nomen stehen etwa ein labberiger Stoff und ein labbriger Stoff. Nach einem Verb bleibt die Grundform: Der Stoff ist labberig/labbrig. Die kürzere Form enthält kein zusätzlich zu ergänzendes e.

Die drei Tabellen zeigen beide tatsächlich belegten Varianten nach starker, schwacher und gemischter Beugung. Ein Begleiter vor dem ersten Wort gilt im gemeinsamen Vergleich auch für die zweite Variante. Im gemischten Plural ist kein als Begleiter gewählt, da ein keinen Plural hat.

Starke Beugung ohne Artikel
FallMaskulinum SingularFemininum SingularNeutrum SingularPlural
Nominativlabberiger / labbrigerlabberige / labbrigelabberiges / labbrigeslabberige / labbrige
Genitivlabberigen / labbrigenlabberiger / labbrigerlabberigen / labbrigenlabberiger / labbriger
Dativlabberigem / labbrigemlabberiger / labbrigerlabberigem / labbrigemlabberigen / labbrigen
Akkusativlabberigen / labbrigenlabberige / labbrigelabberiges / labbrigeslabberige / labbrige
Schwache Beugung mit bestimmtem Artikel
FallMaskulinum SingularFemininum SingularNeutrum SingularPlural
Nominativder labberige / labbrigedie labberige / labbrigedas labberige / labbrigedie labberigen / labbrigen
Genitivdes labberigen / labbrigender labberigen / labbrigendes labberigen / labbrigender labberigen / labbrigen
Dativdem labberigen / labbrigender labberigen / labbrigendem labberigen / labbrigenden labberigen / labbrigen
Akkusativden labberigen / labbrigendie labberige / labbrigedas labberige / labbrigedie labberigen / labbrigen
Gemischte Beugung mit ein, im Plural kein
FallMaskulinum SingularFemininum SingularNeutrum SingularPlural
Nominativein labberiger / labbrigereine labberige / labbrigeein labberiges / labbrigeskeine labberigen / labbrigen
Genitiveines labberigen / labbrigeneiner labberigen / labbrigeneines labberigen / labbrigenkeiner labberigen / labbrigen
Dativeinem labberigen / labbrigeneiner labberigen / labbrigeneinem labberigen / labbrigenkeinen labberigen / labbrigen
Akkusativeinen labberigen / labbrigeneine labberige / labbrigeein labberiges / labbrigeskeine labberigen / labbrigen