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leid

Form & Grammatik

Adjektiv
Stichwort
leid
Worttrennung
leid

In etwas leid sein oder werden gewöhnlich unverändert und nicht gesteigert; meist mit Akkusativ, gehoben auch mit Genitiv. Schweizerische Bedeutungen wie hässlich sind davon getrennt; leider ist hier keine Steigerung.

Formen und Verwendung im Detail

Leid bedeutet in der Wendung etwas leid sein einer Sache überdrüssig sein und sie nicht länger hinnehmen oder erleben wollen.

Was bedeutet leid?

Wer die dauernden Unterbrechungen leid ist, hat davon genug. Das Wort steht in dieser Bedeutung typischerweise bei sein oder werden. Es ist nicht einfach ein Ersatz für traurig.

In regionalen, besonders schweizerischen Verwendungen kann leid außerdem unangenehm oder hässlich heißen. Für die allgemein verbreitete Wendung und für die verwandte Schreibung leidtun gelten jedoch eigene Satzmuster.

Eigene Beispiele mit Erklärung

  • „Ich bin die ständigen Ausreden leid.“ Die sprechende Person möchte die wiederkehrenden Ausreden nicht weiter hinnehmen.
  • „Sie wurde es leid, immer allein aufzuräumen.“ Die Überdrüssigkeit entwickelt sich durch Wiederholung.
  • „Dass ich dich warten ließ, tut mir leid.“ Hier steht die getrennte finite Form des Verbs leidtun; es geht um Bedauern, nicht um Überdruss.

Synonyme für leid: passend zum Zusammenhang

Leid drückt in etwas leid sein Überdruss an einer Sache aus. Gesucht wird deshalb kein Ersatz für das großgeschriebene Nomen Leid. Eine passende Umformulierung muss die Haltung zu einer wiederkehrenden oder belastenden Situation wiedergeben. Besonders wichtig ist der Satzbau: Nicht jede Alternative übernimmt denselben Fall oder dieselbe Ergänzung.

Wortalternativen und ihre Unterschiede
ErsatzwortPasst beiUnterschied
überdrüssigSachen, von denen jemand genug hatLiegt inhaltlich nahe und wirkt häufig etwas gehobener; üblich ist eine Ergänzung im Genitiv.
sattumgangssprachlichem Ausdruck von ÜberdrussWirkt direkter und oft gereizter. In diesem Gebrauch geht es nicht um fehlenden Hunger.
genug habenalltagssprachlicher Zurückweisung einer SituationIst eine Verbgruppe mit von und Dativ; der Satz muss entsprechend umgebaut werden.

Wörter im Satz vergleichen

Die folgenden Satzpaare sind eigene Sprachbeispiele.

Ausgangssatz: „Ich bin die endlosen Wiederholungen leid.“
Alternative: „Ich bin der endlosen Wiederholungen überdrüssig.“

Überdrüssig bewahrt den Überdruss, verändert aber den Ton und die Ergänzung. Der Akkusativ die wird hier durch den Genitiv der ersetzt.

Ausgangssatz: „Sie ist es leid, jede Aufgabe allein zu übernehmen.“
Alternative: „Sie hat genug davon, jede Aufgabe allein zu übernehmen.“

Die Verbgruppe klingt alltagssprachlich und benötigt davon als Anschluss an die Infinitivgruppe. Gemeint ist eine Grenze ihrer Bereitschaft, nicht notwendig körperliche Erschöpfung.

Hier passt der Austausch nicht: „Das tut mir leid“ gehört zum Verb leidtun und drückt Bedauern aus. „Das ist mir überdrüssig“ ist dafür kein Ersatz. Auch traurig beschreibt ein anderes Erleben als Überdruss an einer bestimmten Sache.

Müde sein kann mit einer Ergänzung ebenfalls Überdruss ausdrücken, bleibt aber leicht mit Erschöpfung verwechselbar. Für eine klare Beschwerde eignen sich „Ich habe genug von den Ausreden“ oder „Ich bin die Ausreden satt“. Der Gegenstand der Unzufriedenheit bleibt dabei ausdrücklich benannt.

Weitere Abgrenzungen: Bedeutungsunterschiede und typische Missverständnisse

Leidig bedeutet lästig oder unangenehm, etwa das leidige Thema. Bei etwas leid sein wird dagegen die Haltung einer Person zu einer Sache ausgedrückt.

Das Nomen Leid bezeichnet Schmerz oder Kummer und wird großgeschrieben. Leider ist gewöhnlich ein Wort des Bedauerns, kein Vergleich zu leid im Satz „Ich bin es leid“.

Schreibweise und Grammatik

In etwas leid sein wird leid kleingeschrieben. Üblich ist der Akkusativ: Ich bin das Warten leid; gehoben auch der Genitiv: des Wartens leid. Der Infinitiv des anderen Verbs lautet leidtun, die finite Form etwa es tut mir leid.

Steigerung

Die Überdruss-Wendung wird normalerweise nicht mit leider oder am leidesten gesteigert. Man sagt beispielsweise es gründlich leid sein. Andere regionale Lesarten sind gesondert zu betrachten.

Die üblichen Satzformen

Leid in festen Wendungen
VerwendungBeispiel
sein + AkkusativIch bin das Warten leid.
werden + InfinitivgruppeIch werde es leid, immer zu warten.
gehoben: GenitivSie ist des Wartens leid.
Bedauern: führt zum Verb leidtunDas tut mir leid.

Für die verbreitete Bedeutung „überdrüssig“ ist eine Tabelle mit Formen wie „ein leider Mensch“ ungeeignet. In regionalen anderen Bedeutungen sind attributive Formen möglich, etwa ein leides Thema.

Die Grundregeln findest du im Überblick zu Adjektiven und ihrer Beugung.

Die Verwendung an einem Beispiel verstehen

Erfundenes Beispiel: Eine erfundene Figur möchte wiederkehrende Aufgaben fairer verteilen und erklärt ihren Ärger.

„Ich bin es leid, dass ihr die benutzten Sachen einfach liegen lasst“, sagt Elif. Damit benennt sie eine Grenze ihrer Geduld. Ob die anderen absichtlich handeln, lässt sie offen und schlägt stattdessen einen gemeinsamen Plan vor.

Der Satz bezeichnet Überdruss an einer Situation. Er bedeutet weder „Ich bin traurig“ noch „Die anderen tun mir leid“.

Welche Schreibung passt: „Das tut mir leid“ oder „Das tut mir Leid“?

In der Wendung mit leidtun schreibt man klein: „Das tut mir leid.“ Das Nomen Leid bleibt davon getrennt.

Weitere passende Wörter findest du in der Adjektivliste mit Suche, Filtern und Wortauswahl.