satt

Satt bedeutet zunächst nicht mehr hungrig; außerdem kann es reichlich, kräftig ausgeprägt oder einer Sache überdrüssig bedeuten.

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Was bedeutet satt?

Nach einer Mahlzeit bezeichnet satt den Zustand, genug gegessen zu haben. Das Adjektiv nennt keine feste Menge, sondern ein Bedürfnis und seine Erfüllung. Verschiedene Personen können nach unterschiedlichen Portionen satt sein.

In etwas satt haben geht es dagegen um Überdruss: Jemand möchte eine wiederkehrende Situation nicht länger ertragen. Eine satte Farbe wirkt kräftig und intensiv. Ein satter Gewinn oder ein sattes Plus ist auffallend groß. Diese Bedeutungen werden durch das jeweilige Bezugswort erkennbar.

Nachgestellt kann satt umgangssprachlich auch reichlich oder in beliebiger Menge verfügbar bedeuten, etwa Musik satt. Solche Verbindungen sind meist werbend oder betont locker. Sie sollten nicht mit der grammatischen Verwendung vor einem Nomen verwechselt werden.

Eigene Beispiele mit Erklärung

  • „Nach dem Mittagessen ist sie satt.“ Das Hungergefühl ist für sie zunächst gestillt.
  • „Er hat die ständigen Ausreden satt.“ Die Wendung drückt Überdruss aus, keinen Zustand nach dem Essen.
  • „Das Plakat verwendet ein sattes Blau.“ Die Farbe wird als kräftig und intensiv beschrieben.

Bedeutungsunterschiede und typische Missverständnisse

Voll kann einen gefüllten Behälter oder Bauch beschreiben, trifft aber nicht jede Bedeutung von satt. Zufrieden betrifft eine weiter gefasste Bewertung; jemand kann satt und trotzdem unzufrieden mit dem Essen sein.

Überdrüssig ist eine genauere Entsprechung bei etwas satt haben. Kräftig passt eher zu Farben und Wirkungen. Ein einziges Ersatzwort deckt die verschiedenen Bedeutungen nicht ab.

Schreibweise und Grammatik

Satt wird mit doppeltem t geschrieben. Formen sind ein sattes Blau, die satten Farben und mit sattem Klang. In etwas satt haben bleibt das Adjektiv unverändert; die betreffende Sache steht meist als Akkusativergänzung.

Steigerung

Es heißt satt – satter – am sattesten. Die Steigerung kann etwa die Ausprägung einer Farbe oder ein stärkeres Sättigungsgefühl beschreiben. Sie erhält keinen Umlaut.

Beugung im Überblick

Die Tabellen zeigen die Grundstufe vor einem Nomen. Die hervorgehobene Endung richtet sich nach Artikel, Fall, Geschlecht und Zahl. Bei der gemischten Beugung steht im Plural beispielsweise keine oder meine; ein hat keinen Plural.

Starke Beugung · ohne Artikel
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativsattersattesattessatte
Genitivsattensattersattensatter
Dativsattemsattersattemsatten
Akkusativsattensattesattessatte
Schwache Beugung · nach der, die, das
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativsattesattesattesatten
Genitivsattensattensattensatten
Dativsattensattensattensatten
Akkusativsattensattesattesatten
Gemischte Beugung · nach ein/eine, im Plural nach keine
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativsattersattesattessatten
Genitivsattensattensattensatten
Dativsattensattensattensatten
Akkusativsattensattesattessatten

Die Grundregeln findest du im Überblick zu Adjektiven und ihrer Beugung.

Die Verwendung an einem Beispiel verstehen

Erfundenes Beispiel: In einer erfundenen Szene wartet eine Figur zum dritten Mal vergeblich auf eine zugesagte Rückmeldung. Sie sagt, sie habe das Warten satt, und bittet um einen verbindlichen Termin.

Sie hat die wiederholte Ungewissheit satt. Ihre Bitte um einen festen Termin zeigt, dass sie die bisherige Situation nicht länger unverändert hinnehmen möchte.

Die Erklärung entfaltet die übertragene Wendung. Aus ihr folgt nicht automatisch, dass die Figur grundsätzlich ungeduldig ist; hier gibt es einen konkreten Anlass für den Überdruss.

Weitere passende Wörter findest du in der Adjektivliste mit Suche, Filtern und Wortauswahl.