leidend
Form & Grammatik
- Stichwort
- leidend
- Worttrennung
- lei·dend
- Komparativ
- leidender; beim Vergleich eines Ausdrucks oder Eindrucks
- Superlativ
- am leidendsten; beim Vergleich eines Ausdrucks oder Eindrucks
Adjektivischer Gebrauch neben dem gleich geschriebenen Partizip I von leiden. Beschreibende Vergleichsformen sind belegt; die zugrunde liegende Krankheit wird damit nicht gemessen. Leidender vor einem maskulinen Nomen kann auch bloße Grundstufe sein.
Definition · kurz erklärt
Leidend beschreibt einen Menschen, der an einem länger andauernden Leiden erkrankt ist. Es kann auch einen von seelischem Schmerz gezeichneten Ausdruck bezeichnen, etwa eine leidende Miene. Ein Eindruck des Aussehens und eine Aussage über eine tatsächliche Erkrankung sind dabei zu unterscheiden.
Bedeutungen
1 Mit einem länger andauernden Leiden behaftet
Leidend kann eine Person beschreiben, die an einem länger anhaltenden oder chronischen Leiden erkrankt ist. Es nennt die Krankheit nicht genauer. Bei leidend aussehen kann lediglich ein Eindruck des Aussehens gemeint sein.
„Die Erzählerin berichtet, ihr Onkel sei schon lange leidend und könne die Reise deshalb nicht mitmachen.“
Der Text nennt einen länger andauernden Zustand. Welche Erkrankung vorliegt, ergibt sich aus dem Adjektiv nicht.
2 Von seelischem Schmerz gezeichnet
Eine Miene, ein Blick oder eine entsprechende Erscheinung kann leidend wirken, wenn sich darin seelischer Schmerz ausdrückt. Das Wort gehört dann zur Beschreibung eines Ausdrucks.
„Nach dem Abschied beschreibt die Erzählerin den leidenden Blick der zurückbleibenden Figur.“
Der Abschied erklärt den seelischen Zusammenhang. Ein chronisches körperliches Leiden wird dadurch nicht behauptet.
leidend: Synonyme und andere Wörter
Leidend, krank oder kränklich?
Kränklich kann häufige Anfälligkeit oder einen wenig gesunden Eindruck hervorheben. Leidend betont im ersten Sinn einen länger bestehenden Leidenszustand. Eine einzelne kurze Erkrankung ist damit nicht gleich genau beschrieben.
„Sie ist heute krank“ nennt einen gegenwärtigen Zustand. „Sie ist schon lange leidend“ hebt eine längere Dauer hervor.
Die Zeitangabe und die Wortwahl begrenzen den Vergleich. Aus einem Foto allein folgt keine Krankheitsgeschichte.
Bei einem Ausdruck genauer werden
Schmerzvoll, von Kummer gezeichnet oder eine genauere Beschreibung des Blicks kann den seelischen Sinn erläutern. Eine leidende Miene muss weder eine gespielte Reaktion noch eine besondere Empfindlichkeit beweisen.
„Die Figur blickt leidend zum Fenster“ lässt den Anlass offen. „Die Figur blickt voller Kummer zum Fenster“ nennt die angenommene Gefühlsrichtung deutlicher.
Auch eine solche Deutung braucht im Text passende Hinweise.
Leidend ist nicht leidlich
Leidlich bedeutet ungefähr einigermaßen oder annehmbar. Eine leidliche Antwort genügt ungefähr; eine leidende Person erlebt einen Leidenszustand. Die ähnlichen Wortanfänge machen die Wörter nicht bedeutungsgleich.
„Die Arbeit gelang leidlich“ sagt nicht, dass die Arbeit Schmerzen hatte.
Die unterschiedliche Bedeutung verlangt unterschiedliche Bezugswörter und Satzkonstruktionen.
Beispiele und Verwendung
„Im Porträt wirkt ihre Miene leidend, während der Begleittext nichts über eine Erkrankung berichtet.“
Der Satz trennt den wahrgenommenen Ausdruck von zusätzlichem Wissen über die Person.
„Die Schauspielerin gibt der zweiten Szene einen leidenderen Ausdruck als der ersten.“
Der Vergleich betrifft den dargestellten Eindruck. Er misst keine Erkrankung der Schauspielerin und beschreibt nicht ihren ganzen Charakter.
„Ein leidender Besucher wartete vor der Tür; mehrere leidende Besucher saßen bereits im Flur.“
Leidender und leidende sind hier gebeugte Formen der Grundstufe. Das er in ein leidender Besucher ist kein Komparativbeleg.
Grammatik und Beugung
Leidend wird als Adjektiv flektiert: ein leidender Mensch, eine leidende Miene, mit leidendem Blick. Die Worttrennung lautet lei·dend. Nach sein oder wirken steht das Adjektiv gewöhnlich ohne Beugungsendung.
Beim beschreibenden Vergleich eines Ausdrucks sind leidender und am leidendsten belegt. Bei der bloßen Bezeichnung eines Leidenszustands ist eine genauere Angabe meist verständlicher als eine unbestimmte Steigerung. Die Tabellen führen ausschließlich die Grundstufe.
Das gleich geschriebene leidend ist auch das Partizip I des Verbs leiden. Dessen eigentliche Verbformen lauten leidet, litt, hat gelitten. Der Zustandsausdruck hier ist keine eigene Konjugationsform mit leidend als finitem Verb.
Die tatsächlichen Endungen der Grundstufe richten sich nach Fall, Genus, Numerus und Begleiter. Im Plural der gemischten Beugung ist beispielsweise keine gedacht; ein besitzt keine Pluralform.
| Fall | Maskulin Singular | Feminin Singular | Neutrum Singular | Plural |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | leidender | leidende | leidendes | leidende |
| Genitiv | leidenden | leidender | leidenden | leidender |
| Dativ | leidendem | leidender | leidendem | leidenden |
| Akkusativ | leidenden | leidende | leidendes | leidende |
| Fall | Maskulin Singular | Feminin Singular | Neutrum Singular | Plural |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | leidende | leidende | leidende | leidenden |
| Genitiv | leidenden | leidenden | leidenden | leidenden |
| Dativ | leidenden | leidenden | leidenden | leidenden |
| Akkusativ | leidenden | leidende | leidende | leidenden |
| Fall | Maskulin Singular | Feminin Singular | Neutrum Singular | Plural |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | leidender | leidende | leidendes | leidenden |
| Genitiv | leidenden | leidenden | leidenden | leidenden |
| Dativ | leidenden | leidenden | leidenden | leidenden |
| Akkusativ | leidenden | leidende | leidendes | leidenden |
