Meine Wörter

murkelig

Form & Grammatik

Adjektiv
Stichwort
murkelig
Worttrennung
mur·ke·lig
Komparativ
murkeliger
Superlativ
am murkeligsten

Landschaftlich; wertende Erscheinungsbeschreibung, auf Menschen bezogen möglicherweise herabsetzend. Verwandte Form murklig.

Formen und Verwendung im Detail

Definition · kurz erklärt

Murkelig beschreibt landschaftlich etwas im Wachstum Zurückgebliebenes, entsprechend Kleines, Schwächliches und wenig Ansehnliches. Das Adjektiv ist eine wertende Beschreibung und wird auch in der verwandten Form murklig verwendet. Bloße geringe Größe ist noch nicht dasselbe wie murkelig.

Bedeutungen

1 Klein und schwächlich entwickelt wirken

Murkelig kann bei Früchten und anderen gewachsenen Dingen eine geringe, kümmerliche Entwicklung hervorheben. Auf Menschen bezogen beschreibt es ebenfalls einen kleinen, schwächlich und wenig ansehnlich wirkenden Eindruck. Das Wort ist regional gefärbt und kann herabsetzend klingen.

„Die Figur nennt die wenigen kleinen Früchte am alten Baum murkelig.“

Die Beschreibung gibt den Eindruck der Figur wieder. Weshalb die Früchte so gewachsen sind, wird damit nicht erklärt; die Wortwahl ist keine Pflanzenuntersuchung.

murkelig: Synonyme und andere Wörter

Murkelig oder kümmerlich?

Kümmerlich passt bei schwacher Entwicklung. Es kann aber auch einen geringen Rest oder eine unzureichende Antwort bewerten. Murkelig ist im hier beschriebenen Gebrauch enger an den kleinen, schwächlichen Erscheinungseindruck gebunden.

Nicht jede schwache Leistung lässt sich deshalb ohne Weiteres murkelig nennen. Bei gewachsenen Dingen kann die Umschreibung wenig entwickelt die Beobachtung sachlicher ausdrücken.

„Auf dem Teller liegen einige murkelige Früchte.“ – „Auf dem Teller liegen einige nur schwach entwickelte Früchte.“ Die zweite Fassung nimmt die regionale Wertung zurück.

Murkelig, klein oder schmächtig?

Klein betrifft zunächst eine geringe Größe. Schmächtig beschreibt besonders einen zarten, wenig kräftig wirkenden Körperbau.

Ein kleiner Gegenstand kann vollständig entwickelt und gut beschaffen sein. Auch ein schmächtig wirkender Mensch muss nicht tatsächlich schwach oder krank sein. Solche Folgerungen sind keine sichere Eigenschaft des bloßen Aussehens.

„Der Erzähler nennt die Gestalt murkelig.“ – „Der Erzähler beschreibt eine kleine, schmal gebaute Gestalt.“ Die zweite Fassung nennt beobachtbare Merkmale, übernimmt aber nicht dieselbe ästhetische Wertung.

Beispiele und Verwendung

Die wertende Perspektive kenntlich machen

„Dem enttäuschten Gärtner erschienen die Früchte murkelig; seine Tochter freute sich über die erste Ernte.“

Die beiden Sichtweisen verhindern, dass die negative Bewertung als allgemeingültiges Urteil ausgegeben wird. Die Freude der Tochter ändert nicht automatisch die Größe der Früchte.

Eine regionale Form verständlich erläutern

„Im regional gefärbten Brief wird das Gewächs murkelig genannt, also klein und kümmerlich entwickelt.“

Die anschließende Umschreibung erschließt das wenig geläufige Wort. Der Satz legt keinen genauen geografischen Herkunftsort des Briefs fest.

Bei Personen die Aussage begrenzen

„Die Figur wirkt auf den Erzähler murkelig, trägt die schwere Tasche aber ohne Hilfe.“

Die beobachtete Handlung kann einer aus dem Erscheinungsbild abgeleiteten Erwartung widersprechen. Äußere Beschreibung und tatsächliche Fähigkeiten bleiben getrennt.

Grammatik und Beugung

Die Worttrennung lautet mur·ke·lig. Die belegte Steigerung heißt murkelig – murkeliger – am murkeligsten. In ein murkeliger Baum ist murkeliger dagegen eine gebeugte Grundform; ein Vergleich wird erst durch den Satz erkennbar.

Vor einem Nomen wird das Adjektiv gebeugt: eine murkelige Frucht, mit murkeligen Früchten. Nach wirken oder sein steht es ohne Kasusendung: Die Früchte wirken murkelig. Die verwandte Form murklig ist keine Kasusform von murkelig und wird nicht durch eine andere Endung erzeugt.

Die Tabellen zeigen die vollständig belegten Grundstufenformen von murkelig. In der gemischten Reihe ist hier durchgehend kein verwendet; die Begleiter gehören zu den tatsächlich gelesenen Wortgruppen. Das landschaftliche Wort kann in einer Figurenrede passen, in einer sachlichen Beschreibung ist eine genauere Angabe zu Größe und Entwicklung oft verständlicher.

Stark: ohne Artikel
FallMaskulinumFemininumNeutrumPlural
Nominativmurkeligermurkeligemurkeligesmurkelige
Genitivmurkeligenmurkeligermurkeligenmurkeliger
Dativmurkeligemmurkeligermurkeligemmurkeligen
Akkusativmurkeligenmurkeligemurkeligesmurkelige
Schwach: nach der, die, das
FallMaskulinumFemininumNeutrumPlural
Nominativder murkeligedie murkeligedas murkeligedie murkeligen
Genitivdes murkeligender murkeligendes murkeligender murkeligen
Dativdem murkeligender murkeligendem murkeligenden murkeligen
Akkusativden murkeligendie murkeligedas murkeligedie murkeligen
Gemischt: nach kein
FallMaskulinumFemininumNeutrumPlural
Nominativkein murkeligerkeine murkeligekein murkeligeskeine murkeligen
Genitivkeines murkeligenkeiner murkeligenkeines murkeligenkeiner murkeligen
Dativkeinem murkeligenkeiner murkeligenkeinem murkeligenkeinen murkeligen
Akkusativkeinen murkeligenkeine murkeligekein murkeligeskeine murkeligen