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obszön

Form & Grammatik

Adjektiv
Stichwort
obszön
Worttrennung
obs·zön
Komparativ
obszöner
Superlativ
am obszönsten

Die Steigerung lautet obszön – obszöner – am obszönsten. Sie verstärkt eine Bewertung, liefert aber noch keine Begründung.

Formen und Verwendung im Detail

Obszön bezeichnet etwas, das als grob anstößig und das Schamgefühl verletzend empfunden oder bewertet wird.

Was bedeutet obszön?

Obszön wird häufig auf sexuelle Darstellungen, Gesten oder Ausdrücke bezogen. Die Bezeichnung ist ein Werturteil: Was als anstößig gilt, hängt auch von Situation, Publikum und gesellschaftlichen Vorstellungen ab. Nicht jede Darstellung von Nacktheit ist deshalb automatisch obszön.

Übertragen kann das Wort eine als empörend maßlos empfundene Sache charakterisieren, etwa „obszönen Reichtum“. Dabei geht es nicht notwendig um Sexualität, sondern um eine besonders starke moralische Missbilligung.

Eigene Beispiele mit Erklärung

  • „Die Figur macht eine obszöne Geste.“ Die Geste wird im beschriebenen Zusammenhang als grob anstößig bewertet.
  • „Der Kommentar bezeichnet den Luxus als obszön.“ Übertragen wird eine als empörend empfundene Maßlosigkeit kritisiert.
  • „Der Aufsatz erläutert, warum die Darstellung damals als obszön galt.“ Das Werturteil wird zeitlich und gesellschaftlich eingeordnet.

Synonyme für obszön: passend zum Zusammenhang

Obszön bewertet etwas als grob anstößig oder schamverletzend. Das Wort betrifft häufig sexuelle Ausdrucksformen, kann aber auch übertragen maßlosen Luxus verurteilen. Der Ersatz sollte erkennbar machen, welche Art von Anstoß gemeint ist und wer das Urteil fällt.

Welcher Ausdruck passt zu deiner Aussage?
AlternativePassender ZusammenhangBedeutungsunterschied
anstößigDarstellungen und ÄußerungenIst weiter gefasst und meist weniger stark; nennt eine als unangemessen empfundene Wirkung.
vulgärSprache und GestenBetont Grobheit oder eine derbe Ausdrucksweise, nicht notwendig denselben Schamverstoß.
empörend maßlosÜbertragene Bewertung von ÜberflussErklärt die moralische Missbilligung, ohne einen sexuellen Bezug zu unterstellen.

Eigene Satzbeispiele: Was ändert sich?

Ausgangssatz: „Die Erzählerin empfindet die Bemerkung als obszön.“

Alternative: „Die Erzählerin empfindet die Bemerkung als grob anstößig.“

Die Umschreibung macht die starke Bewertung verständlich und bewahrt deren Perspektive. Worin der Anstoß liegt, muss der weitere Text erläutern.

Ausgangssatz: „Der Kommentar kritisiert den obszönen Luxus der Feier.“

Alternative: „Der Kommentar kritisiert den empörend maßlosen Luxus der Feier.“

Die Alternative legt die übertragene Bedeutung offen. Sie richtet den Vorwurf gegen das Ausmaß des Überflusses, nicht gegen eine sexuelle Darstellung.

Nicht gleichbedeutend: Erotisch ist kein neutrales Ersatzwort. Es betrifft sinnliche oder sexuelle Anziehung und enthält nicht dieselbe negative Bewertung. Ebenso beweist eine Darstellung von Nacktheit für sich genommen noch keine Obszönität. Anlass, Publikum und Darstellungsweise bestimmen die Einordnung mit.

Beim Formulieren: Als obszön bezeichnet kennzeichnet ein fremdes Urteil deutlicher als ist obszön. Besonders in einer Analyse älterer Texte hilft diese Unterscheidung, zeitgebundene Vorstellungen zu beschreiben, ohne sie unbemerkt als eigenen Maßstab zu übernehmen.

Eine genaue Kritik benennt die beanstandete Wirkung, statt nur mehrere starke Adjektive aneinanderzureihen. Geht es um sexuelle Herabsetzung, eine gezielte Provokation oder den Kontrast zwischen Verschwendung und Not? Die Antwort entscheidet darüber, welche Alternative den Inhalt tatsächlich trifft.

Weitere Abgrenzungen: Bedeutungsunterschiede und typische Missverständnisse

Erotisch betrifft sinnliche oder sexuelle Anziehung und enthält nicht dasselbe negative Urteil. Die Wörter sind daher keine neutralen Ersatzformen füreinander.

Vulgär kann eine grobe Ausdrucksweise bezeichnen. Obszön hebt das als schamverletzend oder stark anstößig Bewertete hervor.

Schreibweise und Grammatik

Richtig ist obszön mit sz und ö: eine obszöne Bemerkung. Das Nomen heißt Obszönität.

Steigerung

Die Steigerung lautet obszön – obszöner – am obszönsten. Sie verstärkt eine Bewertung, liefert aber noch keine Begründung.

Beugung im Überblick

Die Tabellen zeigen die Grundstufe vor einem Nomen. Die hervorgehobene Endung richtet sich nach Artikel, Fall, Geschlecht und Zahl. Bei der gemischten Beugung steht im Plural beispielsweise keine oder meine; ein hat keinen Plural.

BeugungstabellenDie Formen nach Fall, Geschlecht und Artikel vergleichen.
Starke Beugung · ohne Artikel
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativobszönerobszöneobszönesobszöne
Genitivobszönenobszönerobszönenobszöner
Dativobszönemobszönerobszönemobszönen
Akkusativobszönenobszöneobszönesobszöne
Schwache Beugung · nach der, die, das
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativobszöneobszöneobszöneobszönen
Genitivobszönenobszönenobszönenobszönen
Dativobszönenobszönenobszönenobszönen
Akkusativobszönenobszöneobszöneobszönen
Gemischte Beugung · nach ein/eine, im Plural nach keine
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativobszönerobszöneobszönesobszönen
Genitivobszönenobszönenobszönenobszönen
Dativobszönenobszönenobszönenobszönen
Akkusativobszönenobszöneobszönesobszönen

Die Grundregeln findest du im Überblick zu Adjektiven und ihrer Beugung.

Die Verwendung an einem Beispiel verstehen

Erfundenes Beispiel: In einer erfundenen Erzählung prahlt eine Figur vor Menschen, denen das Nötigste fehlt, mit verschwenderischen Anschaffungen. Der Erzähler nennt den Luxus obszön.

Das Adjektiv obszön ist hier übertragen gebraucht: Es verurteilt den als beschämend empfundenen Gegensatz zwischen Verschwendung und Not.

Die Erklärung ordnet das Wort dem Urteil des Erzählers zu. Sie unterstellt keine sexuelle Bedeutung, die der Zusammenhang nicht trägt.

Weitere passende Wörter findest du in der Adjektivliste mit Suche, Filtern und Wortauswahl.