paradox

Paradox bedeutet widersprüchlich oder den Erwartungen scheinbar widersprechend.

Adjektivliste & Wortwerkstatt öffnen

Was bedeutet paradox?

Paradox kann eine Aussage, Situation oder Wirkung beschreiben. Etwas passt auf den ersten Blick nicht zusammen: Eine Maßnahme soll ein Ziel erreichen, scheint aber dessen Gegenteil hervorzubringen; eine Formulierung verbindet Gedanken, die sich zunächst ausschließen.

Der Widerspruch kann sich bei genauerer Erklärung als scheinbar erweisen. Wenn etwa eine Pause hilft, anschließend konzentrierter zu arbeiten, kann die Pause die Fertigstellung beschleunigen. Der zunächst überraschende Zusammenhang wird durch eine zusätzliche Erklärung verständlich.

Paradox bedeutet jedoch nicht automatisch tiefsinnig oder wahr. Eine widersprüchliche Aussage kann auch auf einem Denkfehler beruhen. In einer Analyse sollte daher erklärt werden, worin der Widerspruch besteht und ob beziehungsweise wie er sich auflösen lässt.

Eigene Beispiele mit Erklärung

  • „Es wirkt paradox, dass die kurze Unterbrechung die Arbeit beschleunigt.“ Der Zusammenhang widerspricht zunächst der Erwartung, jede Pause koste nur Zeit.
  • „Die Figur fordert Offenheit, verbietet aber jede abweichende Antwort; das wirkt paradox.“ Das Verhalten steht im Gegensatz zum ausgesprochenen Anspruch.
  • „Die paradoxe Formulierung erschließt sich erst nach der Erklärung.“ Der scheinbare Widerspruch wird zum Anlass genauerer Betrachtung.

Bedeutungsunterschiede und typische Missverständnisse

Paradoxal hat eine sehr ähnliche Bedeutung und wird ebenfalls für widersprüchlich erscheinende Zusammenhänge verwendet.

Ein Paradoxon als Stilmittel ist eine entsprechende sprachliche Gestaltung. Paradox kann zusätzlich Situationen und Wirkungen außerhalb eines bewusst gestalteten Stilmittels beschreiben.

Schreibweise und Grammatik

Paradox endet auf x: ein paradoxes Ergebnis, eine paradoxe Wirkung. Das zugehörige Nomen Paradoxon wird großgeschrieben. In Das wirkt paradox bleibt das Adjektiv ungebeugt.

Steigerung

Die Steigerung lautet paradox – paradoxer – am paradoxesten. Sie vergleicht, wie stark eine Wirkung oder Aussage als widersprüchlich erscheint.

Beugung im Überblick

Die Tabellen zeigen die Grundstufe vor einem Nomen. Die hervorgehobene Endung richtet sich nach Artikel, Fall, Geschlecht und Zahl. Bei der gemischten Beugung steht im Plural beispielsweise keine oder meine; ein hat keinen Plural.

Starke Beugung · ohne Artikel
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativparadoxerparadoxeparadoxesparadoxe
Genitivparadoxenparadoxerparadoxenparadoxer
Dativparadoxemparadoxerparadoxemparadoxen
Akkusativparadoxenparadoxeparadoxesparadoxe
Schwache Beugung · nach der, die, das
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativparadoxeparadoxeparadoxeparadoxen
Genitivparadoxenparadoxenparadoxenparadoxen
Dativparadoxenparadoxenparadoxenparadoxen
Akkusativparadoxenparadoxeparadoxeparadoxen
Gemischte Beugung · nach ein/eine, im Plural nach keine
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativparadoxerparadoxeparadoxesparadoxen
Genitivparadoxenparadoxenparadoxenparadoxen
Dativparadoxenparadoxenparadoxenparadoxen
Akkusativparadoxenparadoxeparadoxesparadoxen

Die Grundregeln findest du im Überblick zu Adjektiven und ihrer Beugung.

Die Verwendung an einem Beispiel verstehen

Erfundenes Beispiel: In einer erfundenen Geschichte schreibt eine Figur immer hastiger, um Zeit zu sparen. Dadurch entstehen Fehler, die sie anschließend lange korrigieren muss.

Der Versuch, durch Hast schneller fertig zu werden, hat eine paradoxe Wirkung: Die Figur braucht wegen der zusätzlichen Korrekturen mehr Zeit.

Der Absatz nennt sowohl die Erwartung als auch den gegenteiligen Effekt und dessen Ursache. Er behauptet nicht, dass schnelles Arbeiten grundsätzlich zu schlechteren Ergebnissen führt.

Weitere passende Wörter findest du in der Adjektivliste mit Suche, Filtern und Wortauswahl.