rahn

Rahn bedeutet regional dünn oder schmächtig; in der Weinsprache kann es einen durch Oxidation bräunlich oder rötlich veränderten Wein bezeichnen.

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Was bedeutet rahn?

Die allgemeine regionale Verwendung beschreibt eine schmale, wenig kräftige Erscheinung. Das seltene Wort ist außerhalb seines sprachlichen Umfelds nicht ohne Weiteres verständlich und sollte in überregionalen Texten erklärt werden.

Die besondere weinsprachliche Lesart betrifft eine Veränderung vor allem bei Weiß- oder Roséwein. Gemeint ist dabei nicht einfach die normale Farbe irgendeines Weins, sondern ein im beschriebenen Zusammenhang auffälliges Rahnwerden.

Die beiden Verwendungen sind beim Lesen auseinanderzuhalten. Wer einen rahnen Menschen beschreibt, sagt nichts über eine Weinfarbe. Umgekehrt bezeichnet rahn beim Wein nicht dessen Körperbau oder eine menschliche Eigenschaft.

Eigene Beispiele mit Erklärung

  • „Die regionale Erzählung beschreibt den Jungen als rahn und schmal gebaut.“ Der Körperbau wird mit einem seltenen regionalen Wort bezeichnet.
  • „In der Weinbeschreibung wird das Rahnwerden erläutert.“ Die Fachverwendung betrifft eine Veränderung des Weins.
  • „Die Überarbeitung ersetzt rahn durch schmächtig, damit alle den Satz verstehen.“ Eine regionale Bezeichnung wird verständlicher umschrieben.

Bedeutungsunterschiede und typische Missverständnisse

Schlank kann eine schmale, oft positiv bewertete Gestalt beschreiben. Rahn kann stärker schmächtig wirken und ist regional.

Ranzig betrifft vor allem die unangenehme Veränderung von Fett. Es ist kein Ersatz für die weinsprachliche Verwendung von rahn.

Schreibweise und Grammatik

Die Form lautet rahn, mit Dehnungs-h: ein rahner Junge, eine rahne Gestalt. Das seltene Adjektiv ist nicht mit dem Eigennamen Rahn zu verwechseln.

Steigerung

Die Formen lauten rahn – rahner – am rahnsten. Bei Fachbeschreibungen des Weins ist eine genaue Beschreibung der Veränderung hilfreicher als ein Gradvergleich.

Beugung im Überblick

Die Tabellen zeigen die Grundstufe vor einem Nomen. Die hervorgehobene Endung richtet sich nach Artikel, Fall, Geschlecht und Zahl. Bei der gemischten Beugung steht im Plural beispielsweise keine oder meine; ein hat keinen Plural.

Starke Beugung · ohne Artikel
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativrahnerrahnerahnesrahne
Genitivrahnenrahnerrahnenrahner
Dativrahnemrahnerrahnemrahnen
Akkusativrahnenrahnerahnesrahne
Schwache Beugung · nach der, die, das
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativrahnerahnerahnerahnen
Genitivrahnenrahnenrahnenrahnen
Dativrahnenrahnenrahnenrahnen
Akkusativrahnenrahnerahnerahnen
Gemischte Beugung · nach ein/eine, im Plural nach keine
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativrahnerrahnerahnesrahnen
Genitivrahnenrahnenrahnenrahnen
Dativrahnenrahnenrahnenrahnen
Akkusativrahnenrahnerahnesrahnen

Die Grundregeln findest du im Überblick zu Adjektiven und ihrer Beugung.

Die Verwendung an einem Beispiel verstehen

Erfundenes Beispiel: In einer erfundenen regional gefärbten Erzählung nennt eine Figur ihren schmal gebauten Nachbarn rahn. Eine Leserin kennt das Wort zunächst nur aus einem Weinglossar.

Der Satz über den Nachbarn verwendet die regionale Bedeutung schmächtig. Der bezeichnete Gegenstand entscheidet darüber, welche Lesart passt.

Eine Wörterbucherklärung muss bei diesem seltenen Wort mehrere Zusammenhänge offenhalten, statt beide Bedeutungen zu vermischen.

Weitere passende Wörter findest du in der Adjektivliste mit Suche, Filtern und Wortauswahl.