real

Real bedeutet wirklich vorhanden oder tatsächlich gegeben, im Unterschied zu bloß vorgestellten oder erfundenen Dingen.

Adjektivliste & Wortwerkstatt öffnen

Was bedeutet real?

Eine reale Gefahr besteht tatsächlich; eine reale Begegnung hat stattgefunden. Das Wort betont den Bezug zur Wirklichkeit. Es sagt noch nicht, wie wahrscheinlich eine Entwicklung ist oder wie vollständig jemand sie wahrnimmt.

Digital und real sind keine verlässlichen Gegensätze. Ein online geführtes Gespräch kann reale Folgen haben. Wenn die persönliche Anwesenheit gemeint ist, sind Formulierungen wie vor Ort oder im selben Raum oft genauer.

In fachsprachlichen Verbindungen kann real eine besondere Rechengröße bezeichnen. Ein reales Einkommen berücksichtigt beispielsweise die Kaufkraft. Diese Verwendung lässt sich nicht allein mit dem Gegensatz wirklich oder erfunden erklären.

Eigene Beispiele mit Erklärung

  • „Die Geschichte greift einen realen Ort auf, erfindet aber die Handlung.“ Ort und Ereignisse werden getrennt betrachtet: Ein wirklicher Schauplatz macht die gesamte Erzählung nicht zu einem Tatsachenbericht.
  • „Aus dem zunächst gedachten Problem wird eine reale Schwierigkeit.“ Das Problem betrifft nun tatsächlich die Handlungsmöglichkeiten.
  • „Die Nachricht im Klassenchat hat reale Folgen für das Zusammenleben.“ Auch digitale Kommunikation kann die Wirklichkeit beeinflussen.

Bedeutungsunterschiede und typische Missverständnisse

Realistisch kann wirklichkeitsnah oder unter den gegebenen Bedingungen erreichbar heißen. Eine erfundene Szene kann realistisch wirken, obwohl sie nicht real stattgefunden hat.

Fiktiv bezeichnet etwas Erfundenes oder Angenommenes. Reell besitzt daneben Bedeutungen wie ehrlich oder verlässlich und ist nicht in jedem Satz austauschbar.

Schreibweise und Grammatik

Die Schreibung lautet real. Typische Formen sind eine reale Möglichkeit, ein reales Ereignis und mit realen Folgen. Das zugehörige Substantiv heißt Realität.

Steigerung

In der strengen Unterscheidung zwischen wirklich vorhanden und nur erfunden ist keine Steigerung nötig. Formen wie realer und am realsten können dagegen einen stärkeren Wirklichkeitseindruck ausdrücken, etwa bei einer Erinnerung.

Beugung im Überblick

Die Tabellen zeigen die Grundstufe vor einem Nomen. Die hervorgehobene Endung richtet sich nach Artikel, Fall, Geschlecht und Zahl. Bei der gemischten Beugung steht im Plural beispielsweise keine oder meine; ein hat keinen Plural.

Starke Beugung · ohne Artikel
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativrealerrealerealesreale
Genitivrealenrealerrealenrealer
Dativrealemrealerrealemrealen
Akkusativrealenrealerealesreale
Schwache Beugung · nach der, die, das
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativrealerealerealerealen
Genitivrealenrealenrealenrealen
Dativrealenrealenrealenrealen
Akkusativrealenrealerealerealen
Gemischte Beugung · nach ein/eine, im Plural nach keine
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativrealerrealerealesrealen
Genitivrealenrealenrealenrealen
Dativrealenrealenrealenrealen
Akkusativrealenrealerealesrealen

Die Grundregeln findest du im Überblick zu Adjektiven und ihrer Beugung.

Die Verwendung an einem Beispiel verstehen

Erfundenes Beispiel: In einer erfundenen Erzählung entwirft eine Figur einen Fluchtplan. Erst als sie eine Fahrkarte kauft, verändern sich ihre tatsächlichen Möglichkeiten.

Der Plan erhält eine reale Grundlage, weil die Figur einen konkreten Handlungsschritt vollzieht. Damit ist jedoch noch nicht bewiesen, dass die Flucht gelingt.

Die Erklärung trennt einen wirklichen Schritt vom erhofften Ergebnis. Das Adjektiv ersetzt keine Prüfung der weiteren Bedingungen.

Weitere passende Wörter findest du in der Adjektivliste mit Suche, Filtern und Wortauswahl.