fiktiv
Fiktiv: erdacht, erfunden oder für eine Überlegung lediglich angenommen.
Was bedeutet fiktiv?
Fiktiv bezeichnet etwas, das für eine Geschichte, ein Beispiel oder eine Überlegung entworfen wird. Eine fiktive Person ist nicht als tatsächlich existierender Mensch gemeint. Ihre Eigenschaften können trotzdem so genau beschrieben sein, dass sie beim Lesen anschaulich und glaubwürdig wirkt.
Das Wort ist nicht auf Literatur beschränkt. Auch eine Rechenaufgabe kann einen fiktiven Betrieb oder eine angenommene Situation verwenden. Dann dient die Erfindung dazu, einen Zusammenhang zu untersuchen, ohne Aussagen über einen wirklichen Einzelfall zu machen.
Fiktiv bedeutet nicht automatisch betrügerisch. Ein klar gekennzeichnetes erfundenes Beispiel täuscht niemanden über seinen Status. Ob eine Täuschung vorliegt, hängt davon ab, wie eine Behauptung präsentiert wird. Ebenso ist ein fiktiver Vorgang nicht schon deshalb unmöglich: Er kann sehr alltäglich sein.
Eigene Beispiele mit Erklärung
- „Die Aufgabe nennt einen fiktiven Buchladen mit zwölf Beschäftigten.“ Der Betrieb dient als angenommener Fall. Über einen realen Laden wird nichts behauptet.
- „Der Dialog zwischen den Figuren ist fiktiv und wurde für die Übung geschrieben.“ Der Hinweis verhindert, dass die Sätze als historische Gesprächsbelege verstanden werden.
- „Die fiktive Hauptfigur lebt in einer tatsächlich existierenden Stadt.“ Ein realer Ort und eine erfundene Person können in derselben Geschichte stehen.
Bedeutungsunterschiede und typische Missverständnisse
Erfunden ist ein unmittelbares Synonym, angenommen passt besonders zu gedanklichen Modellen. Hypothetisch betont eine bedingte Annahme, deren Folgen geprüft werden; fiktiv kann auch eine vollständig ausgearbeitete erzählte Person bezeichnen.
Fiktional wird fachsprachlich häufig auf die Darstellung bezogen, fiktiv auf deren erfundene Inhalte. Ein fiktionaler Roman erzählt beispielsweise von einer fiktiven Familie. Wirklichkeitsnah beschreibt dagegen, wie plausibel die Darstellung erscheint, und schließt Fiktivität nicht aus.
Schreibweise und Grammatik
Fiktiv wird mit k und v geschrieben. Die Beugung lautet ein fiktiver Fall, eine fiktive Person und mit fiktiven Angaben. Nach sein steht die Grundform. Das Nomen Fiktivität benennt die Eigenschaft des Erfundenen; Fiktionalität betrifft in der fachlichen Unterscheidung den Status einer Darstellung.
Steigerung
Im üblichen Gebrauch wird fiktiv nicht gesteigert. Wenn eine Geschichte reale und erfundene Bestandteile verbindet, sind genauer Angaben wie teilweise erfunden oder vollständig erfunden sinnvoller als fiktiver. Auch anschaulicher oder unwahrscheinlicher beschreibt etwas anderes als den Status als Erfindung.
Beugung im Überblick
Die Tabellen zeigen die Grundstufe vor einem Nomen. Die hervorgehobene Endung richtet sich nach Artikel, Fall, Geschlecht und Zahl. Bei der gemischten Beugung steht im Plural beispielsweise keine oder meine; ein hat keinen Plural.
| Fall | Maskulin, Singular | Feminin, Singular | Neutrum, Singular | Plural, alle Genera |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | fiktiver | fiktive | fiktives | fiktive |
| Genitiv | fiktiven | fiktiver | fiktiven | fiktiver |
| Dativ | fiktivem | fiktiver | fiktivem | fiktiven |
| Akkusativ | fiktiven | fiktive | fiktives | fiktive |
| Fall | Maskulin, Singular | Feminin, Singular | Neutrum, Singular | Plural, alle Genera |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | fiktive | fiktive | fiktive | fiktiven |
| Genitiv | fiktiven | fiktiven | fiktiven | fiktiven |
| Dativ | fiktiven | fiktiven | fiktiven | fiktiven |
| Akkusativ | fiktiven | fiktive | fiktive | fiktiven |
| Fall | Maskulin, Singular | Feminin, Singular | Neutrum, Singular | Plural, alle Genera |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | fiktiver | fiktive | fiktives | fiktiven |
| Genitiv | fiktiven | fiktiven | fiktiven | fiktiven |
| Dativ | fiktiven | fiktiven | fiktiven | fiktiven |
| Akkusativ | fiktiven | fiktive | fiktives | fiktiven |
Die Grundregeln findest du im Überblick zu Adjektiven und ihrer Beugung.
Die Verwendung an einem Beispiel verstehen
Erfundenes Beispiel: In einer erfundenen Unterrichtsszene schreibt eine Lehrerin eine Aufgabe über die Familie Hagen an die Tafel. Sie erklärt ausdrücklich, dass Namen, Haushalt und Ereignisse für die Aufgabe ausgedacht sind. Die Klasse soll daraus eine einfache Zeitplanung entwickeln.
Die Familie Hagen ist ein fiktiver Fall. Die Lernenden dürfen die Angaben für die Aufgabe verwenden, sollen sie aber nicht als Informationen über wirkliche Menschen weitergeben. Der erfundene Rahmen macht die Aufgabe verständlich, ohne einen realen Haushalt zu beschreiben.
Der Absatz erklärt, wozu eine Erfindung verwendet wird und welche Grenze sie hat. Die Kennzeichnung ist kein Mangel des Beispiels, sondern klärt seinen Status. In einer literarischen Charakterisierung bleibt ebenfalls entscheidend, welche Eigenschaften die Darstellung tatsächlich zeigt.
Weitere passende Wörter findest du in der Adjektivliste mit Suche, Filtern und Wortauswahl.
