umgangssprachlich
Umgangssprachlich bezeichnet eine für den alltäglichen, eher ungezwungenen Sprachgebrauch typische Ausdrucksweise.
Was bedeutet umgangssprachlich?
Umgangssprachliche Wörter passen häufig zu vertrauten Gesprächen, Nachrichten oder bewusst locker geschriebenen Texten. In einer formellen Bewerbung kann dieselbe Wendung unpassend wirken. Die Einordnung beschreibt also die Gebrauchssituation, nicht automatisch einen sprachlichen Fehler.
Gesprochene und umgangssprachliche Sprache sind nicht dasselbe. Auch ein gesprochener Vortrag kann sehr förmlich sein; ein geschriebener Chat kann viele umgangssprachliche Wendungen enthalten. Ebenso ist Umgangssprache nicht ohne Weiteres Dialekt: Regionale Merkmale und lockeres Sprachregister sind unterschiedliche Gesichtspunkte.
Eigene Beispiele mit Erklärung
- „Das Verb quatschen ist eine umgangssprachliche Alternative zu reden.“ Die Alternative verändert besonders den Ton und kann je nach Kontext auch eine zusätzliche Wertung enthalten.
- „Die Figur wechselt im Gespräch mit ihren Freunden zu umgangssprachlichen Wendungen.“ Der Registerwechsel kann Nähe und Vertrautheit anzeigen.
- „Für den offiziellen Bericht ersetzt sie die umgangssprachliche Formulierung.“ Die Überarbeitung passt die Wortwahl an den Anlass an, ohne jede Alltagssprache als falsch abzuwerten.
Bedeutungsunterschiede und typische Missverständnisse
Informell kann den gesamten Rahmen eines Gesprächs oder Treffens beschreiben. Umgangssprachlich bezieht sich enger auf sprachliche Formen.
Salopp hebt einen besonders lockeren, mitunter nachlässig wirkenden Ton hervor. Nicht jede umgangssprachliche Wendung ist so auffällig. Eine Figurenanalyse sollte daher die konkrete Formulierung und ihre Situation betrachten.
Schreibweise und Grammatik
Das Wort wird zusammengeschrieben: umgangssprachlich. Vor einem Nomen steht beispielsweise eine umgangssprachliche Wendung; in umgangssprachlich formulieren bleibt die Form unverändert. Die Wörterbuchabkürzung ugs. kennzeichnet dieses Sprachregister.
Steigerung
Als Registerbezeichnung wird die Grundform verwendet. Wenn ein Text stärker von Alltagssprache geprägt ist, lässt sich dies durch „mehr umgangssprachliche Wendungen“ ausdrücken. Eine formale Steigerung ist dafür nicht nötig.
Beugung im Überblick
Die Tabellen zeigen die Grundstufe vor einem Nomen. Die hervorgehobene Endung richtet sich nach Artikel, Fall, Geschlecht und Zahl. Bei der gemischten Beugung steht im Plural beispielsweise keine oder meine; ein hat keinen Plural.
| Fall | Maskulin, Singular | Feminin, Singular | Neutrum, Singular | Plural, alle Genera |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | umgangssprachlicher | umgangssprachliche | umgangssprachliches | umgangssprachliche |
| Genitiv | umgangssprachlichen | umgangssprachlicher | umgangssprachlichen | umgangssprachlicher |
| Dativ | umgangssprachlichem | umgangssprachlicher | umgangssprachlichem | umgangssprachlichen |
| Akkusativ | umgangssprachlichen | umgangssprachliche | umgangssprachliches | umgangssprachliche |
| Fall | Maskulin, Singular | Feminin, Singular | Neutrum, Singular | Plural, alle Genera |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | umgangssprachliche | umgangssprachliche | umgangssprachliche | umgangssprachlichen |
| Genitiv | umgangssprachlichen | umgangssprachlichen | umgangssprachlichen | umgangssprachlichen |
| Dativ | umgangssprachlichen | umgangssprachlichen | umgangssprachlichen | umgangssprachlichen |
| Akkusativ | umgangssprachlichen | umgangssprachliche | umgangssprachliche | umgangssprachlichen |
| Fall | Maskulin, Singular | Feminin, Singular | Neutrum, Singular | Plural, alle Genera |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | umgangssprachlicher | umgangssprachliche | umgangssprachliches | umgangssprachlichen |
| Genitiv | umgangssprachlichen | umgangssprachlichen | umgangssprachlichen | umgangssprachlichen |
| Dativ | umgangssprachlichen | umgangssprachlichen | umgangssprachlichen | umgangssprachlichen |
| Akkusativ | umgangssprachlichen | umgangssprachliche | umgangssprachliches | umgangssprachlichen |
Die Grundregeln findest du im Überblick zu Adjektiven und ihrer Beugung.
Die Verwendung an einem Beispiel verstehen
Erfundenes Beispiel: In einer erfundenen Erzählung schreibt eine Figur an ihre Freundin: „Ich hab keine Lust, darüber zu quatschen.“ Für die Schulzeitung formuliert sie denselben Inhalt förmlicher.
In der Nachricht verwendet die Figur umgangssprachliche Formen: Das verkürzte hab und das Verb quatschen passen zum vertrauten Austausch. Im Zeitungsbeitrag steht stattdessen: „Ich möchte darüber nicht sprechen.“
Der Vergleich zeigt konkrete sprachliche Unterschiede. Aus dem lockeren Ton allein folgt weder mangelnde Bildung noch Unhöflichkeit.
Miniübung: Ist ein mündlicher Vortrag automatisch umgangssprachlich?
Nein. Mündlichkeit bezeichnet den Übertragungsweg. Umgangssprachlich bezeichnet die Art der Wortwahl und Formulierung. Ein Vortrag kann ausdrücklich formell gehalten werden.
Weitere passende Wörter findest du in der Adjektivliste mit Suche, Filtern und Wortauswahl.
