ungnädig

Ungnädig bedeutet häufig schlecht gelaunt, gereizt oder wenig entgegenkommend; außerdem kann es keine Gnade zeigend oder verhängnisvoll heißen.

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Was bedeutet ungnädig?

Im heutigen Gebrauch kann eine ungnädige Antwort eine spöttisch beschriebene Gereiztheit ausdrücken. Die Wortwahl spielt dann oft mit der Vorstellung, jemand erwarte besondere Rücksicht auf die eigene Laune.

In älteren oder gehobenen Texten kann die wörtlichere Bedeutung fehlender Gnade im Vordergrund stehen. Bei einem ungnädigen Schicksal wird dagegen eine nachteilige Entwicklung bildhaft wie das Handeln einer Person dargestellt.

Eigene Beispiele mit Erklärung

  • „Er beantwortet die harmlose Frage mit einem ungnädigen Blick.“ Die Reaktion wirkt missmutig oder wenig entgegenkommend.
  • „Die Bitte trifft in der Erzählung auf einen ungnädigen Herrscher.“ Hier kann das Ausbleiben von Milde oder Gnade gemeint sein.
  • „Der Erzähler spricht von einem ungnädigen Schicksal.“ Eine ungünstige Entwicklung erhält eine bildhaft handelnde Gestalt.

Bedeutungsunterschiede und typische Missverständnisse

Ungehalten beschreibt erkennbare Verärgerung direkter. Ungnädig kann zusätzlich einen spöttischen oder altertümlichen Ton tragen.

Gnadenlos betont stark das Fehlen von Schonung. Eine im Alltag ungnädige Antwort ist oft weniger schwerwiegend und meint lediglich eine gereizte Reaktion.

Schreibweise und Grammatik

Man schreibt ungnädig mit ä. Formen sind eine ungnädige Antwort und mit ungnädigem Blick. Das Wort wird zusammengeschrieben.

Steigerung

Die Steigerung lautet ungnädig – ungnädiger – am ungnädigsten. Der Zusammenhang muss zeigen, ob Laune, fehlende Milde oder eine bildhafte Entwicklung verglichen wird.

Beugung im Überblick

Die Tabellen zeigen die Grundstufe vor einem Nomen. Die hervorgehobene Endung richtet sich nach Artikel, Fall, Geschlecht und Zahl. Bei der gemischten Beugung steht im Plural beispielsweise keine oder meine; ein hat keinen Plural.

Starke Beugung · ohne Artikel
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativungnädigerungnädigeungnädigesungnädige
Genitivungnädigenungnädigerungnädigenungnädiger
Dativungnädigemungnädigerungnädigemungnädigen
Akkusativungnädigenungnädigeungnädigesungnädige
Schwache Beugung · nach der, die, das
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativungnädigeungnädigeungnädigeungnädigen
Genitivungnädigenungnädigenungnädigenungnädigen
Dativungnädigenungnädigenungnädigenungnädigen
Akkusativungnädigenungnädigeungnädigeungnädigen
Gemischte Beugung · nach ein/eine, im Plural nach keine
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativungnädigerungnädigeungnädigesungnädigen
Genitivungnädigenungnädigenungnädigenungnädigen
Dativungnädigenungnädigenungnädigenungnädigen
Akkusativungnädigenungnädigeungnädigesungnädigen

Die Grundregeln findest du im Überblick zu Adjektiven und ihrer Beugung.

Die Verwendung an einem Beispiel verstehen

Erfundenes Beispiel: In einer erfundenen Szene antwortet eine Figur auf eine höfliche Nachfrage knapp und abweisend. Die Erzählerin bemerkt ironisch, heute müsse offenbar jede Frage vorher genehmigt werden.

Der Ausdruck ungnädig passt hier zum ironischen Erzählton. Er beschreibt den abweisenden Umgang, ohne tatsächlich eine Herrscherrolle vorauszusetzen.

Die Erklärung berücksichtigt neben dem Verhalten auch die sprachliche Perspektive der Erzählerin.

Weitere passende Wörter findest du in der Adjektivliste mit Suche, Filtern und Wortauswahl.