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unsportlich

Form & Grammatik

Adjektiv
Stichwort
unsportlich
Worttrennung
un·sport·lich
Komparativ
unsportlicher
Superlativ
am unsportlichsten

Die Steigerung lautet unsportlich – unsportlicher – am unsportlichsten. Bei Vergleichen muss klar sein, ob sportliche Fähigkeiten oder unfaires Verhalten gemeint sind.

Formen und Verwendung im Detail

Unsportlich kann wenig sportlich geübt oder begabt bedeuten; es kann auch unfair und dem fairen Wettbewerb widersprechend heißen.

Was bedeutet unsportlich?

Bei einer als unsportlich beschriebenen Person kann die geringe sportliche Leistungsfähigkeit oder Übung gemeint sein. Das ist eine andere Aussage als der Vorwurf unsportlichen Verhaltens: Dort geht es darum, wie jemand mit Mitspielern, Gegnern oder Regeln umgeht.

Ein sportlich sehr leistungsfähiger Mensch kann sich unfair verhalten. Umgekehrt kann jemand mit wenig sportlicher Erfahrung ausgesprochen fair sein. Für eine genaue Beschreibung sollten Fähigkeit, Übung und Verhalten getrennt werden.

Eigene Beispiele mit Erklärung

  • „Sie bezeichnet sich als unsportlich, spielt aber gern und hält sich an die vereinbarten Regeln.“ Geringe Leistung wird hier nicht mit unfairer Haltung gleichgesetzt.
  • „Den Gegner nach einem Fehler absichtlich lächerlich zu machen, wirkt unsportlich.“ Das Urteil betrifft den respektlosen Umgang im Wettbewerb.
  • „Ein verlorener Lauf ist noch kein Beleg dafür, dass ein Mensch unsportlich ist.“ Ein einzelnes Ergebnis rechtfertigt keine allgemeine Einordnung der Fähigkeiten.

Synonyme für unsportlich: passend zum Zusammenhang

Unsportlich kann geringe sportliche Übung oder mangelnde Fairness im Wettbewerb meinen. Diese Bedeutungen dürfen nicht miteinander verwechselt werden. Wenig trainiert beschreibt einen möglichen Leistungsstand, unfair bewertet dagegen den Umgang mit anderen. Eine Person kann langsam laufen und fair spielen oder körperlich sehr leistungsfähig sein und trotzdem unsportlich handeln.

Welcher Ausdruck passt zu deiner Aussage?
AlternativePassender ZusammenhangBedeutungsunterschied
unfairUmgang mit Gegnern und WettbewerbsbedingungenPasst zur wertenden Verhaltensbedeutung, nicht zur sportlichen Leistungsfähigkeit.
wenig trainiertFehlende Übung in einer SportartBeschreibt einen veränderbaren Übungsstand und vermeidet ein pauschales Urteil über Begabung.
sportlich wenig geübtKonkrete BewegungsaufgabenMacht den betreffenden Bereich deutlicher; daraus folgt nichts über die Fairness der Person.

Eigene Satzbeispiele: Was ändert sich?

Ausgangssatz: „Das absichtliche Stören der gegnerischen Vorbereitung war unsportlich.“

Alternative: „Das absichtliche Stören der gegnerischen Vorbereitung war unfair.“

Beide Aussagen kritisieren das Verhalten im Wettbewerb. Sie beschreiben weder Fitness noch Geschicklichkeit der handelnden Person.

Ausgangssatz: „Beim ersten Badmintontraining bezeichnete sich Leo als unsportlich.“

Alternative: „Beim ersten Badmintontraining bezeichnete sich Leo als sportlich wenig geübt.“

Die Alternative grenzt die Aussage auf fehlende Praxis ein. Das umfassendere Selbsturteil unsportlich kann mehr meinen, als eine erste Trainingserfahrung tatsächlich belegt.

Nicht gleichbedeutend: Untalentiert ist keine neutrale Umschreibung für wenig trainiert. Fehlende Übung sagt noch nichts Verlässliches über die Entwicklungsmöglichkeiten einer Person aus. Ebenso lässt eine Niederlage allein weder geringe Begabung noch mangelnde Fairness erkennen.

Beim Formulieren: Unterscheide unsportlich sein von sich unsportlich verhalten. Die zweite Wendung lenkt auf eine Handlung. Präzisierungen wie beim Werfen oder im Umgang mit der Niederlage helfen, die gemeinte Bedeutung bereits im Satz festzulegen.

Bei einer Charakterisierung nenne konkrete Vorgänge: Werden vereinbarte Regeln missachtet, Gegner herabgesetzt oder Fehler respektvoll behandelt? So wird die Verhaltensbewertung nachvollziehbar. Geht es um Bewegung, beschreibe Übung und Aufgabe. Ein einziges Wort sollte nicht zugleich körperliche Fähigkeiten und moralische Haltung beurteilen müssen.

Weitere Abgrenzungen: Bedeutungsunterschiede und typische Missverständnisse

Untalentiert betrifft eine zugeschriebene geringe Begabung. Unsportlich kann dagegen entweder Fähigkeiten oder Fairness betreffen; der Kontext entscheidet.

Unüberlegt beschreibt fehlendes Nachdenken. Ein unsportlicher Regelverstoß kann unüberlegt geschehen, aber auch absichtlich vorgenommen werden.

Schreibweise und Grammatik

Die Schreibung lautet unsportlich als ein Wort. Beispiele für die Beugung sind unsportliches Verhalten, eine unsportliche Geste und mit unsportlichen Mitteln.

Steigerung

Die Steigerung lautet unsportlich – unsportlicher – am unsportlichsten. Bei Vergleichen muss klar sein, ob sportliche Fähigkeiten oder unfaires Verhalten gemeint sind.

Beugung im Überblick

Die Tabellen zeigen die Grundstufe vor einem Nomen. Die hervorgehobene Endung richtet sich nach Artikel, Fall, Geschlecht und Zahl. Bei der gemischten Beugung steht im Plural beispielsweise keine oder meine; ein hat keinen Plural.

BeugungstabellenDie Formen nach Fall, Geschlecht und Artikel vergleichen.
Starke Beugung · ohne Artikel
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativunsportlicherunsportlicheunsportlichesunsportliche
Genitivunsportlichenunsportlicherunsportlichenunsportlicher
Dativunsportlichemunsportlicherunsportlichemunsportlichen
Akkusativunsportlichenunsportlicheunsportlichesunsportliche
Schwache Beugung · nach der, die, das
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativunsportlicheunsportlicheunsportlicheunsportlichen
Genitivunsportlichenunsportlichenunsportlichenunsportlichen
Dativunsportlichenunsportlichenunsportlichenunsportlichen
Akkusativunsportlichenunsportlicheunsportlicheunsportlichen
Gemischte Beugung · nach ein/eine, im Plural nach keine
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativunsportlicherunsportlicheunsportlichesunsportlichen
Genitivunsportlichenunsportlichenunsportlichenunsportlichen
Dativunsportlichenunsportlichenunsportlichenunsportlichen
Akkusativunsportlichenunsportlicheunsportlichesunsportlichen

Die Grundregeln findest du im Überblick zu Adjektiven und ihrer Beugung.

Die Verwendung an einem Beispiel verstehen

Erfundenes Beispiel: In einer erfundenen Wettkampfszene verliert eine Figur knapp. Sie verweigert dem Sieger den vereinbarten Handschlag und behauptet ohne Anhaltspunkt, er habe geschummelt.

Die Figur reagiert unsportlich auf die Niederlage. Der verweigerte Handschlag und der unbegründete Vorwurf zeigen mangelnde Fairness; über ihre körperlichen Fähigkeiten sagen sie nichts aus.

Die Charakterisierung macht ausdrücklich deutlich, welche der beiden Bedeutungen gemeint ist. Das Verhalten wird an konkreten Handlungen statt am Wettkampfergebnis festgemacht.

Weitere passende Wörter findest du in der Adjektivliste mit Suche, Filtern und Wortauswahl.