unfair
Unfair: Gegen faire Regeln, gleiche Chancen oder einen angemessenen Umgang mit anderen verstoßend.
Was bedeutet unfair?
Unfair kann ein Verhalten im Wettbewerb oder im alltäglichen Zusammenleben beschreiben. Jemand nutzt einen unzulässigen Vorteil, misst ähnliche Leistungen mit verschiedenen Maßstäben oder greift eine Person an, die sich nicht angemessen wehren kann.
Nicht jedes unerwünschte Ergebnis ist unfair. Ein nachvollziehbarer Unterschied kann sachliche Gründe haben. Für die Einordnung müssen Regel, Vergleichsmaßstab und Handlung bekannt sein. Fairness verlangt nicht in jeder Situation identische Behandlung, sondern eine begründbare Behandlung der Beteiligten.
Beispiele und Verwendung
Unfair änderte er die Spielregeln erst, als er selbst zurücklag.
So ist es gemeint: Die Regel wird zum eigenen Vorteil verschoben.
Die Kritik war unfair, weil sie eine nachweislich fremde Entscheidung allein ihr anlastete.
So ist es gemeint: Verantwortung wird verzerrt zugeordnet.
Dass nicht jeder gewinnen konnte, machte den Wettbewerb nicht unfair.
So ist es gemeint: Ein unterschiedliches Ergebnis ist noch kein Regelverstoß.
Typische Verbindungen: unfair spielen, ein unfairer Vorteil, unfair beurteilen, jemanden unfair behandeln.
Synonyme und Bedeutungsunterschiede
- ungerecht
- Ist weiter und betrifft auch Verteilung, Rechte oder Strafen außerhalb eines Wettbewerbs.
- unsportlich
- Bezieht sich stärker auf sportliches Verhalten und den Geist eines fairen Wettkampfs.
- rücksichtslos
- Betont das Übergehen anderer Bedürfnisse, ohne stets einen gemeinsamen Vergleichsmaßstab vorauszusetzen.
fair und gerecht sind passende Gegenbegriffe. Freundlicher Ton allein macht eine benachteiligende Regel nicht fair.
Unfair in einer Charakterisierung
Die folgende Szene und die Musterformulierung sind eigens erfunden. Sie stammen aus keinem literarischen Werk.
Beispielsituation
In einer erfundenen Geschichte beurteilt eine Jury selbst gebaute Modelle. Nils erklärt vorab, allein Stabilität und Gestaltung zählten. Als das Modell seiner Freundin schlechter abschneidet, führt er nachträglich eine neue Kategorie ein, die nur ihr hilft. Auf Nachfrage kann er nicht begründen, warum diese Eigenschaft erst jetzt wichtig wird.
- Beobachtung: Nils verändert den Bewertungsmaßstab nach Kenntnis der Ergebnisse zugunsten einer bestimmten Teilnehmerin.
- Deutung: Sein Verhalten ist unfair, weil die vorher vereinbarten Chancen nachträglich verschoben werden.
- Grenze der Aussage: Die Freundschaft allein wäre kein Beweis für Unfairness. Entscheidend ist die gezielte Regeländerung ohne sachlichen Grund.
Musterformulierung
Nils handelt unfair, indem er nach der Bewertung eine neue Kategorie zugunsten seiner Freundin einführt. Die Teilnehmer konnten sich auf diesen Maßstab nicht einstellen. Die Szene zeigt damit eine konkrete Bevorzugung und nicht bloß den Verdacht, der aus einer persönlichen Beziehung entsteht.
Der Absatz verbindet das Urteil mit Zeitpunkt, Regeländerung und deren Wirkung auf gleiche Chancen.
Übertrage diese Vorgehensweise auf deine Lektüre: Nenne die konkrete Handlung oder Äußerung und belege sie am vorliegenden Text. Die Anleitung zur Charakterisierung zeigt, wie du solche Einzelbeobachtungen zu einem begründeten Gesamtbild verbindest.
Grammatik und richtige Schreibweise
- Wortart
- Adjektiv (Eigenschaftswort)
- Worttrennung
- un·fair
- Verwandtes Nomen
- die Unfairness
Unfair wird zusammengeschrieben. Es heißt ein unfairer Vergleich und mit unfairen Mitteln. Auch das aus dem Englischen stammende Grundwort erhält deutsche Adjektivendungen.
Beugung: Welche Endung passt?
Vor einem Nomen erhält das Wort eine Endung. Sie richtet sich nach Fall, Geschlecht, Zahl und Begleitwort. Die Endungen sind unten hervorgehoben.
| Fall | Maskulin | Feminin | Neutrum | Plural |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | unfairer | unfaire | unfaires | unfaire |
| Genitiv | unfairen | unfairer | unfairen | unfairer |
| Dativ | unfairem | unfairer | unfairem | unfairen |
| Akkusativ | unfairen | unfaire | unfaires | unfaire |
| Fall | Maskulin | Feminin | Neutrum | Plural |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | der unfaire | die unfaire | das unfaire | die unfairen |
| Genitiv | des unfairen | der unfairen | des unfairen | der unfairen |
| Dativ | dem unfairen | der unfairen | dem unfairen | den unfairen |
| Akkusativ | den unfairen | die unfaire | das unfaire | die unfairen |
| Fall | Maskulin | Feminin | Neutrum | Plural |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | ein unfairer | eine unfaire | ein unfaires | keine unfairen |
| Genitiv | eines unfairen | einer unfairen | eines unfairen | keiner unfairen |
| Dativ | einem unfairen | einer unfairen | einem unfairen | keinen unfairen |
| Akkusativ | einen unfairen | eine unfaire | ein unfaires | keine unfairen |
Die Pluralformen der gemischten Beugung sind mit kein gezeigt, weil ein keinen Plural hat. Nach einem Verb wie sein oder wirken steht das Eigenschaftswort normalerweise ohne diese Endung. Mehr dazu: Adjektive verwenden und beugen.
Wortbildung und Herkunft
Unfair verbindet die deutsche Verneinung un- mit fair. Im heutigen Gebrauch betrifft Fairness sowohl regelgerechten Wettbewerb als auch angemessenes Verhalten im Alltag.
