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unübertroffen

Form & Grammatik

Adjektiv
Stichwort
unübertroffen
Worttrennung
un·über·trof·fen

Noch nicht übertroffen, nicht automatisch niemals übertreffbar. Gekürzte Beugungsvarianten wie unübertroffne selten oder unüblich.

In der Bedeutung noch nicht übertroffen gewöhnlich nicht gesteigert.

Formen und Verwendung im Detail

Definition · kurz erklärt

Unübertroffen bedeutet noch nicht übertroffen. Etwas wurde nach dem betreffenden Maßstab bislang nicht durch eine bessere oder größere Leistung überboten. Das ist von der weitergehenden Behauptung zu unterscheiden, es könne grundsätzlich niemals übertroffen werden.

Bedeutungen

1 Bislang nicht übertroffen

Eine unübertroffene Leistung hat im betrachteten Vergleich noch keinen überlegenen Nachfolger. Der Maßstab kann etwa Geschwindigkeit, Genauigkeit oder eine bewertete künstlerische Qualität sein. Ohne einen genannten Vergleichsbereich kann das Wort auch ein sehr starkes persönliches Lob ausdrücken.

„Ihre Zeit auf dieser Strecke ist im Vereinsvergleich seit Jahren unübertroffen.“

Der Vergleich betrifft die genannte Strecke und den Verein. Er behauptet weder einen Weltrekord noch, dass in Zukunft niemand schneller laufen kann.

unübertroffen: Synonyme und andere Wörter

Unübertroffen oder unübertrefflich?

Unübertrefflich bewertet etwas so stark, dass es nach diesem Urteil nicht besser sein könnte. Unübertroffen sagt zunächst nur, dass es noch nicht übertroffen wurde.

Die Wörter können beide überschwänglich loben, enthalten aber einen unterschiedlichen Vergleichsanspruch. Noch nicht überboten ist nicht dasselbe wie nie zu überbieten.

„Die bisherige Bestzeit ist unübertroffen“ beschreibt den gegenwärtigen Stand. „Diese Leistung ist unübertrefflich“ ist ein weitergehendes Urteil über eine vermeintlich nicht mehr verbesserbare Qualität.

Unerreicht, ausgezeichnet oder einmalig?

Unerreicht kann eine bislang nicht erreichte Höhe hervorheben. Ausgezeichnet lobt sehr gute Qualität, ohne zwingend eine Spitzenstellung zu behaupten. Einmalig kann Eigenart oder ein einziges Vorkommen meinen.

Eine ausgezeichnete Leistung muss nicht besser als alle anderen sein. Eine einmalige Leistung muss nicht nach jedem Qualitätsmaßstab die beste sein.

„Die Übersetzung ist für mich in ihrer Klarheit unübertroffen.“ – „Die Übersetzung ist ausgezeichnet.“ Die zweite Fassung lobt ebenfalls, nimmt aber den ausdrücklichen Spitzenvergleich zurück.

Beispiele und Verwendung

Den Vergleichsbereich nennen

„In der untersuchten Reihe bleibt diese Messung an Genauigkeit unübertroffen.“

Die Aussage bezieht sich auf eine bestimmte Reihe und ein bestimmtes Merkmal. Andere Versuche oder spätere Messungen sind nicht automatisch mit erfasst.

Ein persönliches Urteil erkennbar machen

„Für die Erzählerin ist die Darstellung ihrer Schwester unübertroffen.“

Die Wertung wird einer Person zugeordnet. Sie ist kein Beweis, dass sämtliche denkbaren Darstellungen objektiv verglichen wurden.

Noch nicht mit niemals verwechseln

„Der Rekord blieb lange unübertroffen, bis im Sommer eine neue Bestzeit gemessen wurde.“

Der spätere Rekord widerspricht der zeitlich begrenzten Aussage nicht. Das Wort behauptet keine dauerhafte Unmöglichkeit einer Verbesserung.

Grammatik und Beugung

Die Worttrennung lautet un·über·trof·fen. Unübertroffen ist hier ein Adjektiv. Vor einem Nomen erhält es die passende Endung: eine unübertroffene Leistung, mit unübertroffener Genauigkeit. Nach bleiben oder sein kann die Grundform stehen: Die Bestzeit bleibt unübertroffen.

In der Bedeutung noch nicht übertroffen wird gewöhnlich keine Steigerungsreihe verwendet. Ein genauerer Vergleich nennt stattdessen den Bezugsbereich, etwa in ihrer Anschaulichkeit unübertroffen. Eine Wortform wie unübertroffener in ein unübertroffener Rekord ist eine gebeugte Grundstufe, kein Komparativ.

Die Tabellen zeigen die langen Formen und daneben die seltenen beziehungsweise unüblichen gekürzten Varianten: unübertroffene / unübertroffne. Bei der Kürzung entfällt das unbetonte e vor n im Wortstamm; das ist von der eigentlichen Adjektivendung zu unterscheiden. Für einen unauffälligen Alltagstext ist die ungekürzte Form die naheliegende Wahl.

Die Endungen sind nur an den vollständig erhaltenen belegten Wörtern markiert. Die zweite Form jeder Tabellenzelle ist selten oder unüblich. Im gemischten Plural steht keine, weil ein keinen Plural besitzt.

Stark: ohne Artikel
FallMaskulinumFemininumNeutrumPlural
Nominativunübertroffener / unübertroffnerunübertroffene / unübertroffneunübertroffenes / unübertroffnesunübertroffene / unübertroffne
Genitivunübertroffenen / unübertroffnenunübertroffener / unübertroffnerunübertroffenen / unübertroffnenunübertroffener / unübertroffner
Dativunübertroffenem / unübertroffnemunübertroffener / unübertroffnerunübertroffenem / unübertroffnemunübertroffenen / unübertroffnen
Akkusativunübertroffenen / unübertroffnenunübertroffene / unübertroffneunübertroffenes / unübertroffnesunübertroffene / unübertroffne
Schwach: nach der, die, das
FallMaskulinumFemininumNeutrumPlural
Nominativder unübertroffene / unübertroffnedie unübertroffene / unübertroffnedas unübertroffene / unübertroffnedie unübertroffenen / unübertroffnen
Genitivdes unübertroffenen / unübertroffnender unübertroffenen / unübertroffnendes unübertroffenen / unübertroffnender unübertroffenen / unübertroffnen
Dativdem unübertroffenen / unübertroffnender unübertroffenen / unübertroffnendem unübertroffenen / unübertroffnenden unübertroffenen / unübertroffnen
Akkusativden unübertroffenen / unübertroffnendie unübertroffene / unübertroffnedas unübertroffene / unübertroffnedie unübertroffenen / unübertroffnen
Gemischt: nach ein, im Plural nach keine
FallMaskulinumFemininumNeutrumPlural
Nominativein unübertroffener / unübertroffnereine unübertroffene / unübertroffneein unübertroffenes / unübertroffneskeine unübertroffenen / unübertroffnen
Genitiveines unübertroffenen / unübertroffneneiner unübertroffenen / unübertroffneneines unübertroffenen / unübertroffnenkeiner unübertroffenen / unübertroffnen
Dativeinem unübertroffenen / unübertroffneneiner unübertroffenen / unübertroffneneinem unübertroffenen / unübertroffnenkeinen unübertroffenen / unübertroffnen
Akkusativeinen unübertroffenen / unübertroffneneine unübertroffene / unübertroffneein unübertroffenes / unübertroffneskeine unübertroffenen / unübertroffnen