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unwohl

Form & Grammatik

Adjektiv
Stichwort
unwohl
Worttrennung
un·wohl
Komparativ
unwohler
Superlativ
am unwohlsten

Körperlich häufig in unwohl sein und sich unwohl fühlen; auch inneres Unbehagen. Attributiver Gebrauch ist möglich, etwa ein unwohles Gefühl.

Formen und Verwendung im Detail

Definition · kurz erklärt

Unwohl bedeutet, sich körperlich nicht gut oder innerlich unbehaglich zu fühlen. Das Wort beschreibt ein Befinden, nennt aber weder eine bestimmte Erkrankung noch den genauen Grund des Gefühls.

Bedeutungen

Sich körperlich nicht gut fühlen

Unwohl kann ein beeinträchtigtes körperliches Befinden ausdrücken, ohne es genauer zu bestimmen. Ob Müdigkeit, Übelkeit oder etwas anderes gemeint ist, muss der Zusammenhang zeigen. Das Wort ist keine Diagnose.

„Nach der langen Busfahrt war ihr unwohl, und sie setzte sich zunächst auf die Bank.“

Der Satz schildert ein Befinden und eine anschließende Handlung. Aus ihm lässt sich keine bestimmte Ursache oder Erkrankung ableiten.

Sich innerlich nicht behaglich fühlen

In einer Situation kann jemand unwohl sein, weil sie fremd, unangenehm oder beunruhigend wirkt. Auch ein unwohles Gefühl bei einem Gedanken ist möglich. Nicht jedes solche Gefühl ist bereits Angst oder ein Beweis für eine tatsächliche Gefahr.

„Bei dem Gedanken, ohne Absprache für die ganze Gruppe zu sprechen, fühlte sie sich unwohl.“

Der konkrete Anlass erklärt das Unbehagen. Der Satz sagt nicht, dass sie grundsätzlich nicht gern mit anderen spricht.

Synonyme: andere Wörter für unwohl

Flau oder blümerant?

Flau kann ein schwaches oder leicht übles Körpergefühl beschreiben. Blümerant passt zu einem flauen, mitunter übelkeitsnahen Gefühl.

Unwohl ist weiter und kann rein inneres Unbehagen meinen. Die engeren Wörter sind daher nicht in jedem Satz ein passender Ersatz.

„Mir ist nach der Fahrt flau“ beschreibt das Körpergefühl genauer. „Ich fühle mich bei dieser Entscheidung unwohl“ kann dagegen eine innere Unsicherheit ausdrücken.

Unbehaglich oder krank?

Unbehaglich passt besonders zu fehlendem Behagen in einer Situation. Krank ist eine deutlich weitergehende Aussage über den Gesundheitszustand.

Wer sich unwohl fühlt, muss damit nicht behaupten, krank zu sein. Umgekehrt bestimmt das Wort nicht, ob eine Erkrankung vorliegt.

„In dem Gespräch fühlte er sich unwohl“ lässt den körperlichen Zustand offen. „Er ist krank“ trifft eine andere, stärkere Aussage.

Beispiele und Verwendung

„In der neuen Umgebung fühlte sie sich zunächst unwohl, später fand sie sich gut zurecht.“

Das Gefühl wird als vorübergehend beschrieben. Daraus folgt keine allgemeine Charaktereigenschaft wie Schüchternheit.

„Bei dem Vorschlag blieb ein unwohles Gefühl zurück.“

Hier steht das Adjektiv vor einem Substantiv. Die Formulierung benennt einen Eindruck; eine begründete Entscheidung sollte darüber hinaus konkrete Einwände nennen.

Grammatik und Beugung

Unwohl ist ein steigerbares Adjektiv: unwohl, unwohler, am unwohlsten. Die Worttrennung lautet un·wohl. Die Steigerung vergleicht das empfundene Befinden, nicht die Schwere einer bestimmten Krankheit.

Häufig steht die Grundform in mir ist unwohl, sie ist unwohl oder sie fühlt sich unwohl. Bei sich unwohl fühlen ist das Reflexivpronomen Teil der Verbverbindung fühlen, keine Beugungsform des Adjektivs.

Attributiver Gebrauch ist ebenfalls möglich: ein unwohles Gefühl. Deshalb ist eine pauschale Beschränkung auf „nur nach sein“ falsch. Die folgenden Tabellen zeigen die tatsächlichen attributiven Formen; wie natürlich eine Wortgruppe klingt, hängt zusätzlich vom passenden Substantiv und der gemeinten Lesart ab.

Starke Deklination: ohne Artikel

unwohl: Starke Deklination: ohne Artikel
FallMaskulinumFemininumNeutrumPlural
Nominativunwohlerunwohleunwohlesunwohle
Genitivunwohlenunwohlerunwohlenunwohler
Dativunwohlemunwohlerunwohlemunwohlen
Akkusativunwohlenunwohleunwohlesunwohle

Schwache Deklination: mit bestimmtem Artikel

unwohl: Schwache Deklination: mit bestimmtem Artikel
FallMaskulinumFemininumNeutrumPlural
Nominativder unwohledie unwohledas unwohledie unwohlen
Genitivdes unwohlender unwohlendes unwohlender unwohlen
Dativdem unwohlender unwohlendem unwohlenden unwohlen
Akkusativden unwohlendie unwohledas unwohledie unwohlen

Gemischte Deklination: mit ein oder kein

unwohl: Gemischte Deklination: mit ein oder kein
FallMaskulinumFemininumNeutrumPlural
Nominativein unwohlereine unwohleein unwohles(keine) unwohlen
Genitiveines unwohleneiner unwohleneines unwohlen(keiner) unwohlen
Dativeinem unwohleneiner unwohleneinem unwohlen(keinen) unwohlen
Akkusativeinen unwohleneine unwohleein unwohles(keine) unwohlen