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voll

Form & Grammatik

Adjektiv
Stichwort
voll
Worttrennung
voll
Komparativ
voller
Superlativ
am vollsten

Die Formen lauten voll – voller – am vollsten. Sie passen beim Vergleich von Füllung oder Auslastung im weiteren Sinn. Wenn ausdrücklich eine vollständig erreichte Grenze gemeint ist, ist mehr als voll sachlich keine weitere normale Stufe; überfüllt beschreibt dann die Überschreitung.

Formen und Verwendung im Detail

Voll bedeutet unter anderem gefüllt, stark angefüllt oder vollständig; umgangssprachlich kann es außerdem verstärken oder betrunken bedeuten.

Was bedeutet voll?

Ein voller Behälter enthält so viel, dass kaum oder nichts mehr hineinpasst. Im Alltag wird voll auch verwendet, wenn etwas sehr stark angefüllt ist: Ein voller Raum muss nicht buchstäblich jeden noch denkbaren freien Platz verloren haben. In eine volle Stunde bedeutet das Wort dagegen eine ganze Stunde.

Weitere Lesarten hängen am Bezugswort: Ein voller Geschmack wirkt kräftig und ausgeprägt, volle Wangen erscheinen rundlich. Voll gut ist eine umgangssprachliche Verstärkung. Die Aussage Er ist voll kann umgangssprachlich heißen, dass jemand betrunken ist; diese Lesart muss der Zusammenhang tragen.

Welche Bedeutung passt?
VerbindungGemeinter Sinn
ein voller Behältergefüllt
eine volle Stundeganz, vollständig
ein voller Geschmackkräftig und ausgeprägt
voll interessantumgangssprachlich: sehr

Eigene Beispiele mit Erklärung

  • „Die volle Kiste lässt sich nicht mehr schließen.“ Die Füllung erreicht oder überschreitet den für den Verschluss geeigneten Raum.
  • „Wir haben eine volle Stunde auf die Rückmeldung gewartet.“ Gemeint ist die vollständige Dauer von sechzig Minuten.
  • „Heute ist der Lesesaal voller als gestern.“ Verglichen wird die starke Belegung, nicht ein logisch unüberschreitbarer Grenzwert.
  • „Das ist voll hilfreich, sagt die Figur.“ Voll verstärkt hier eine positive Bewertung und klingt umgangssprachlich.

Synonyme für voll: passend zum Zusammenhang

Voll hat mehrere Bedeutungsbereiche. Es beschreibt Füllung und Auslastung, aber auch eine ganze Dauer, kräftige Wirkung oder umgangssprachliche Verstärkung. Deshalb passt für einen vollen Bus ein anderes Wort als für eine volle Stunde. Die Satzumgebung entscheidet, welche Bedeutung erhalten bleiben soll.

Welches Wort passt für voll?
AlternativePasst beiUnterschied
gefülltBehälter mit InhaltAllein gefüllt nennt noch nicht zwingend eine erreichte Kapazitätsgrenze.
stark belegtRäume oder Verkehrsmittel mit vielen PersonenErklärt die Auslastung, ohne buchstäblich jeden freien Platz auszuschließen.
ganzeine vollständige Dauer oder MengePasst etwa zu einer vollen Stunde.
sehrumgangssprachlich verstärkte BewertungenPasst zu voll interessant, nicht zur konkreten Füllung eines Behälters.

Im Satz vergleichen: Die folgenden Beispiele sind eigens formuliert.

Ausgangssatz: Wir warten eine volle Stunde vor der Tür.

Alternative: Wir warten eine ganze Stunde vor der Tür.

Beide Sätze betonen die vollständige Dauer. Die Menge des Platzes oder eine räumliche Füllung ist nicht gemeint.

Ausgangssatz: Der Lesesaal ist heute voll.

Alternative: Der Lesesaal ist heute stark belegt.

Die zweite Formulierung benennt die hohe Auslastung sachlicher. Sie lässt deutlicher offen, ob noch einzelne Plätze frei sind.

Weitere Abgrenzungen: Bedeutungsunterschiede und typische Missverständnisse

Vollständig bedeutet, dass kein erforderlicher Bestandteil fehlt. Eine volle Bücherkiste kann trotzdem eine unvollständige Sammlung enthalten.

Völlig verstärkt eine Aussage im Sinn von ganz oder uneingeschränkt. Voll besitzt zusätzlich konkrete Bedeutungen des Füllens und der räumlichen Auslastung.

Schreibweise und Grammatik

Man schreibt voll mit doppeltem l. Vor einem Nomen gelten reguläre Endungen: ein voller Korb. In voller Hoffnung ist voller dagegen eine feste unveränderte Verbindung, kein Vergleich: eine Person voller Hoffnung. In voll zufrieden bleibt voll ebenfalls unverändert.

Steigerung

Die Formen lauten voll – voller – am vollsten. Sie passen beim Vergleich von Füllung oder Auslastung im weiteren Sinn. Wenn ausdrücklich eine vollständig erreichte Grenze gemeint ist, ist mehr als voll sachlich keine weitere normale Stufe; überfüllt beschreibt dann die Überschreitung.

Beugung im Überblick

Die Tabellen zeigen die Grundstufe vor einem Nomen. Die hervorgehobene Endung richtet sich nach Artikel, Fall, Geschlecht und Zahl. Bei der gemischten Beugung steht im Plural beispielsweise keine oder meine; ein hat keinen Plural.

BeugungstabellenDie Formen nach Fall, Geschlecht und Artikel vergleichen.
Starke Beugung · ohne Artikel
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativvollervollevollesvolle
Genitivvollenvollervollenvoller
Dativvollemvollervollemvollen
Akkusativvollenvollevollesvolle
Schwache Beugung · nach der, die, das
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativvollevollevollevollen
Genitivvollenvollenvollenvollen
Dativvollenvollenvollenvollen
Akkusativvollenvollevollevollen
Gemischte Beugung · nach ein/eine, im Plural nach keine
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativvollervollevollesvollen
Genitivvollenvollenvollenvollen
Dativvollenvollenvollenvollen
Akkusativvollenvollevollesvollen

Die Grundregeln findest du im Überblick zu Adjektiven und ihrer Beugung.

Die Verwendung an einem Beispiel verstehen

Erfundenes Beispiel: In einer erfundenen Szene trägt eine Figur eine Kiste mit den Unterlagen einer Ausstellung. Die Kiste ist voll, aber eine wichtige Mappe liegt noch auf dem Tisch.

Die volle Kiste enthält viel Material, jedoch nicht die vollständigen Unterlagen. Der Gegensatz zwischen Füllmenge und Vollständigkeit erklärt, weshalb die Figur trotz der gepackten Kiste noch nicht aufbrechen kann.

Die Analyse bestimmt die Lesart aus dem Gegenstand und dem Handlungszusammenhang. Voll ist hier keine Aussage darüber, ob alle benötigten Bestandteile vorhanden sind.

Weitere passende Wörter findest du in der Adjektivliste mit Suche, Filtern und Wortauswahl.