wildfremd

Wildfremd bedeutet völlig unbekannt, besonders bei einer Person, zu der aus der genannten Perspektive keinerlei Bekanntschaft besteht.

Adjektivliste & Wortwerkstatt öffnen

Was bedeutet wildfremd?

Ein wildfremder Mensch ist jemand, den die sprechende oder gemeinte Person überhaupt nicht kennt. Das verstärkende wild sagt hier nichts über Wildheit, Unhöflichkeit oder Gefährlichkeit aus.

Die Perspektive ist entscheidend: Eine Person kann mir wildfremd und meiner Begleitung gut bekannt sein. In Erzählungen verdeutlicht das Wort häufig Überraschung darüber, wie jemand mit einem völlig unbekannten Menschen umgeht.

Eigene Beispiele mit Erklärung

  • „Ein wildfremder Mann reicht ihr den verlorenen Handschuh.“ Sie kennt ihn nicht; sein Verhalten ist trotzdem hilfreich.
  • „Lea erzählt einer wildfremden Person von ihrem Reiseplan.“ Die fehlende Bekanntschaft wird hervorgehoben.
  • „Für die Gastgeberin ist der Besucher wildfremd, für ihre Schwester ein alter Freund.“ Die verschiedenen Perspektiven erklären die unterschiedliche Einordnung.

Bedeutungsunterschiede und typische Missverständnisse

Fremd kann auch ungewohnt, aus einem anderen Umfeld oder nicht zugehörig bedeuten. Wildfremd verstärkt besonders die Bedeutung völlig unbekannt.

Bedrohlich beschreibt eine wahrgenommene Gefahr. Wildfremd allein ist keine Aussage über Absichten oder Verhalten.

Schreibweise und Grammatik

Wildfremd wird zusammengeschrieben. Es wird normal gebeugt: ein wildfremder Mensch, mit einer wildfremden Person.

Steigerung

Eine gewöhnliche Steigerung ist nicht üblich, weil bereits völlige Unbekanntheit gemeint ist. Weniger vertraut beschreibt einen abgestuften Bekanntheitsgrad genauer.

Beugung im Überblick

Die Tabellen zeigen die Grundstufe vor einem Nomen. Die hervorgehobene Endung richtet sich nach Artikel, Fall, Geschlecht und Zahl. Bei der gemischten Beugung steht im Plural beispielsweise keine oder meine; ein hat keinen Plural.

Starke Beugung · ohne Artikel
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativwildfremderwildfremdewildfremdeswildfremde
Genitivwildfremdenwildfremderwildfremdenwildfremder
Dativwildfremdemwildfremderwildfremdemwildfremden
Akkusativwildfremdenwildfremdewildfremdeswildfremde
Schwache Beugung · nach der, die, das
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativwildfremdewildfremdewildfremdewildfremden
Genitivwildfremdenwildfremdenwildfremdenwildfremden
Dativwildfremdenwildfremdenwildfremdenwildfremden
Akkusativwildfremdenwildfremdewildfremdewildfremden
Gemischte Beugung · nach ein/eine, im Plural nach keine
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativwildfremderwildfremdewildfremdeswildfremden
Genitivwildfremdenwildfremdenwildfremdenwildfremden
Dativwildfremdenwildfremdenwildfremdenwildfremden
Akkusativwildfremdenwildfremdewildfremdeswildfremden

Die Grundregeln findest du im Überblick zu Adjektiven und ihrer Beugung.

Die Verwendung an einem Beispiel verstehen

Erfundenes Beispiel: In einer erfundenen Szene bietet eine Reisende einer anderen ihre Hilfe an. Beide begegnen sich zum ersten Mal.

Die beiden sind einander wildfremd. Dass sie gemeinsam nach dem richtigen Bahnsteig suchen, zeigt eine spontane Zusammenarbeit ohne vorherige Bekanntschaft.

Die Erklärung nutzt das Wort für die Beziehung zwischen den Figuren und erfindet keine Charakterzüge aus ihrer Fremdheit.

Weitere passende Wörter findest du in der Adjektivliste mit Suche, Filtern und Wortauswahl.