willfährig

Willfährig beschreibt jemanden, der fremde Wünsche oder Forderungen bereitwillig und ohne ausreichenden eigenen Widerstand erfüllt. Das Wort wird meist kritisch gebraucht.

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Was bedeutet willfährig?

Willfährig ist mehr als hilfsbereit. Die Bezeichnung legt nahe, dass sich jemand den Absichten anderer unterordnet, Einwände zurückstellt oder sich für fragwürdige Ziele benutzen lässt. Sie enthält deshalb häufig eine Kritik an fehlender Eigenständigkeit.

Diese Deutung muss aus dem Zusammenhang hervorgehen. Eine vernünftige Anweisung zu befolgen oder freiwillig zu helfen, ist für sich genommen noch keine Willfährigkeit. Auch die Beweggründe sind nicht automatisch bekannt: Anpassung kann etwa auf Angst, Vorteilsstreben oder Überzeugung beruhen.

Eigene Beispiele mit Erklärung

  • „Er erfüllt die Forderung willfährig, obwohl er die Unfairness zuvor selbst benannt hat.“ Die Kritik beruht auf dem Gegensatz zwischen erkanntem Problem und widerspruchsloser Ausführung.
  • „Die Leiterin erwartet keine willfährigen Helfer, sondern begründete Einwände.“ Selbstständiges Urteil wird der bloßen Anpassung gegenübergestellt.
  • „Ihre Zustimmung war sorgfältig begründet und nicht einfach willfährig.“ Ein gleiches Ergebnis muss nicht aus unkritischer Unterordnung entstehen.

Bedeutungsunterschiede und typische Missverständnisse

Gehorsam bezeichnet das Befolgen einer Autorität und muss nicht schon abwertend sein. Willfährig lässt meist eine übermäßige oder bedenkliche Gefügigkeit anklingen.

Nachgiebig bedeutet, dass jemand Widerstand zurücknimmt. Das kann auch ein begründeter Kompromiss sein; willfährig ist deutlicher kritisch.

Schreibweise und Grammatik

Die Schreibung lautet willfährig, mit ll und äh. Formen: ein willfähriger Helfer, willfährige Zustimmung. In der gehobenen Verbindung jemandem willfährig sein steht die Person im Dativ.

Steigerung

Die Steigerung lautet willfährig – willfähriger – am willfährigsten. Sie vergleicht den Grad der kritisierten Anpassungsbereitschaft.

Beugung im Überblick

Die Tabellen zeigen die Grundstufe vor einem Nomen. Die hervorgehobene Endung richtet sich nach Artikel, Fall, Geschlecht und Zahl. Bei der gemischten Beugung steht im Plural beispielsweise keine oder meine; ein hat keinen Plural.

Starke Beugung · ohne Artikel
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativwillfährigerwillfährigewillfährigeswillfährige
Genitivwillfährigenwillfährigerwillfährigenwillfähriger
Dativwillfährigemwillfährigerwillfährigemwillfährigen
Akkusativwillfährigenwillfährigewillfährigeswillfährige
Schwache Beugung · nach der, die, das
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativwillfährigewillfährigewillfährigewillfährigen
Genitivwillfährigenwillfährigenwillfährigenwillfährigen
Dativwillfährigenwillfährigenwillfährigenwillfährigen
Akkusativwillfährigenwillfährigewillfährigewillfährigen
Gemischte Beugung · nach ein/eine, im Plural nach keine
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativwillfährigerwillfährigewillfährigeswillfährigen
Genitivwillfährigenwillfährigenwillfährigenwillfährigen
Dativwillfährigenwillfährigenwillfährigenwillfährigen
Akkusativwillfährigenwillfährigewillfährigeswillfährigen

Die Grundregeln findest du im Überblick zu Adjektiven und ihrer Beugung.

Die Verwendung an einem Beispiel verstehen

Erfundenes Beispiel: In einer erfundenen Erzählung soll Leon eine andere Person ungerechtfertigt von einer Liste streichen. Er erkennt den ungerechten Zweck, führt die Forderung jedoch sofort aus, um der Leitung zu gefallen.

Leon handelt hier willfährig: Er stellt sein ausdrücklich gezeigtes Urteil zurück und macht sich zum ausführenden Helfer der ungerechten Forderung.

Der Absatz verbindet Handlung, bekanntes Motiv und Bewertung. Eine bloße Ausführung ohne diese Informationen würde die schärfere Deutung weniger sicher tragen.

Weitere passende Wörter findest du in der Adjektivliste mit Suche, Filtern und Wortauswahl.