Meine Wörter

x-beliebig

Form & Grammatik

Adjektiv
Stichwort
x-beliebig
Worttrennung
x-be·lie·big

Das Adjektiv wird im gewöhnlichen Gebrauch nicht gesteigert. Für einen wertenden Vergleich sind austauschbarer oder weniger gezielt ausgewählt genauer.

Formen und Verwendung im Detail

X-beliebig bedeutet irgendein, ohne besondere Auswahl oder ohne dass es auf das einzelne Exemplar ankommt. Das Wort ist umgangssprachlich verstärkend.

Was bedeutet x-beliebig?

Eine x-beliebige Karte kann jede Karte aus dem gemeinten Bereich sein. Die Wahl einer bestimmten Karte ist für die Aufgabe unwichtig. Dieser Bereich bleibt aber begrenzt: „Nimm ein x-beliebiges Blatt aus dem Stapel“ erlaubt nicht automatisch die Auswahl eines ganz anderen Gegenstands.

Abwertend kann x-beliebig ausdrücken, dass etwas austauschbar wirkt oder ohne sorgfältige Auswahl zustande kam. In „kein x-beliebiger Ort“ wird dagegen die Besonderheit hervorgehoben. Welche Bewertung gemeint ist, ergibt sich aus dem Satz.

Eigene Beispiele mit Erklärung

  • „Wähle ein x-beliebiges Wort aus dieser Zeile.“ Jedes Wort innerhalb der ausdrücklich genannten Zeile kommt infrage.
  • „Für die Prüfung reicht kein x-beliebiges Beispiel.“ Das Beispiel muss bestimmte Anforderungen erfüllen.
  • „Für Mira ist dieses Heft kein x-beliebiges Heft, sondern ein Erinnerungsstück.“ Die Verneinung hebt die persönliche Besonderheit hervor.

Synonyme für x-beliebig: passend zum Zusammenhang

X-beliebig stellt die einzelne Auswahl als unbestimmt oder unwichtig dar. Das bedeutet nicht, dass jede denkbare Sache geeignet wäre: Der gemeinte Bereich kann ausdrücklich begrenzt sein. Außerdem kann das Wort kritisch klingen, wenn eine Auswahl ohne Rücksicht auf besondere Anforderungen getroffen wurde.

AlternativePassend beiUnterschied
beliebigFreigestellter AuswahlIst meist neutraler und weniger umgangssprachlich verstärkt.
irgendeinNicht näher bestimmtem ExemplarVerändert die Wortgruppe und muss grammatisch angepasst werden.
nach freier WahlOffener AuswahlmöglichkeitMacht die Freiheit ausdrücklich, innerhalb des angegebenen Bereichs.
austauschbarFehlender wahrgenommener BesonderheitIst stärker wertend und passt nicht zu jeder freien Wahl.

Eigene Sprachbeispiele: Die Satzpaare zeigen, was sich beim Ersetzen verändert.

Erstes Satzpaar

Ausgangssatz: Nimm eine x-beliebige Karte aus der blauen Schachtel.

Alternative: Nimm irgendeine Karte aus der blauen Schachtel.

Die eigenen Sätze lassen die Auswahl innerhalb der Schachtel offen. Sie erlauben nicht automatisch eine Karte aus einem anderen Stapel. Die Umschreibung bewahrt damit den Bereich, ohne ein besonderes Auswahlverfahren zu verlangen.

Zweites Satzpaar

Ausgangssatz: Für den Nachweis genügt kein x-beliebiger Ausschnitt aus dem Gespräch.

Alternative: Für den Nachweis genügt kein beliebiger Ausschnitt aus dem Gespräch.

Hier wird die fehlende gezielte Auswahl kritisiert. Ein geeigneter Ausschnitt muss die behauptete Beobachtung tatsächlich stützen. Austauschbar wäre kein gleichwertiger Ersatz, weil nicht die Ähnlichkeit der Ausschnitte, sondern die Passung zur Frage im Mittelpunkt steht.

Grenze des Austauschs: zufällig betrifft die Art des Zustandekommens oder ein Auswahlverfahren. Eine x-beliebige Karte kann bewusst nach persönlicher Vorliebe ausgewählt werden, wenn die Aufgabe jede Karte zulässt. Freie Wahl ist daher kein Beleg für ein statistisches Zufallsverfahren.

Im Satzinneren schreibt man x-beliebig mit kleinem x und Bindestrich. Vor einem Nomen folgen Endungen: ein x-beliebiger Gegenstand. Bei irgendein übernimmt die entsprechende Form die Begleiterfunktion, etwa irgendeinen Gegenstand. Beim Umschreiben müssen deshalb auch Artikel und Fall kontrolliert werden.

Weitere Abgrenzungen: Bedeutungsunterschiede und typische Missverständnisse

Beliebig ist neutraler. Das vorangestellte x verstärkt die Unbestimmtheit und gibt dem Ausdruck einen umgangssprachlichen Ton.

Zufällig beschreibt die Art des Zustandekommens. Eine x-beliebige Auswahl muss nicht durch ein Zufallsverfahren entstehen; sie kann einfach freigestellt sein.

Schreibweise und Grammatik

Die Schreibung lautet x-beliebig, mit kleinem x und Bindestrich im Satzinneren. Gebeugte Formen sind ein x-beliebiger Zeitpunkt, eine x-beliebige Seite und mit x-beliebigen Gegenständen.

Steigerung

Das Adjektiv wird im gewöhnlichen Gebrauch nicht gesteigert. Für einen wertenden Vergleich sind austauschbarer oder weniger gezielt ausgewählt genauer.

Beugung im Überblick

Die Tabellen zeigen die Grundstufe vor einem Nomen. Die hervorgehobene Endung richtet sich nach Artikel, Fall, Geschlecht und Zahl. Bei der gemischten Beugung steht im Plural beispielsweise keine oder meine; ein hat keinen Plural.

BeugungstabellenDie Formen nach Fall, Geschlecht und Artikel vergleichen.
Starke Beugung · ohne Artikel
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativx-beliebigerx-beliebigex-beliebigesx-beliebige
Genitivx-beliebigenx-beliebigerx-beliebigenx-beliebiger
Dativx-beliebigemx-beliebigerx-beliebigemx-beliebigen
Akkusativx-beliebigenx-beliebigex-beliebigesx-beliebige
Schwache Beugung · nach der, die, das
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativx-beliebigex-beliebigex-beliebigex-beliebigen
Genitivx-beliebigenx-beliebigenx-beliebigenx-beliebigen
Dativx-beliebigenx-beliebigenx-beliebigenx-beliebigen
Akkusativx-beliebigenx-beliebigex-beliebigex-beliebigen
Gemischte Beugung · nach ein/eine, im Plural nach keine
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativx-beliebigerx-beliebigex-beliebigesx-beliebigen
Genitivx-beliebigenx-beliebigenx-beliebigenx-beliebigen
Dativx-beliebigenx-beliebigenx-beliebigenx-beliebigen
Akkusativx-beliebigenx-beliebigex-beliebigesx-beliebigen

Die Grundregeln findest du im Überblick zu Adjektiven und ihrer Beugung.

Die Verwendung an einem Beispiel verstehen

Erfundenes Beispiel: In einer erfundenen Schreibaufgabe soll ein Satz ein bestimmtes Stilmittel zeigen. Ein Schüler wählt zunächst irgendeinen Satz, ohne auf das geforderte Merkmal zu achten.

Ein x-beliebiger Satz genügt hier nicht. Die Auswahl muss das verlangte sprachliche Merkmal tatsächlich enthalten.

Der Ausdruck grenzt freie Auswahl von einer Auswahl nach Kriterien ab. Er bewertet nicht den Schüler, sondern die Eignung des Beispiels.

Weitere passende Wörter findest du in der Adjektivliste mit Suche, Filtern und Wortauswahl.