zufällig
Form & Grammatik
- Stichwort
- zufällig
- Worttrennung
- zu·fäl·lig
Eine gewöhnliche Steigerung ist nicht üblich. Genauere Abstufungen betreffen etwa den Grad der Planung oder die Wahrscheinlichkeit; diese Größen sind nicht gleichbedeutend.
Zufällig beschreibt etwas, das ohne entsprechende Absicht oder Planung zustande kommt beziehungsweise dem Zufall zugeschrieben wird.
Was bedeutet zufällig?
Eine zufällige Begegnung wurde nicht verabredet. Eine zufällige Entdeckung war nicht das gezielt gesuchte Ergebnis. Das Wort beschreibt dabei oft die Perspektive der beteiligten Person und behauptet nicht, das Geschehen habe überhaupt keine Ursachen.
Bei Auswahlverfahren kann zufällig eine bestimmte Art der Auswahl bezeichnen. Das ist nicht dasselbe wie nach Belieben auswählen. Im Alltag dient zufällig auch einer vorsichtigen Nachfrage: Hast du zufällig einen Stift?
Eigene Beispiele mit Erklärung
- „Am Bahnhof begegnet sie zufällig einer früheren Nachbarin.“ Die Begegnung war aus ihrer Sicht nicht geplant.
- „Beim Sortieren entdeckt er zufällig eine fehlende Seite.“ Er findet etwas, nach dem er gerade nicht gezielt sucht.
- „Hast du zufällig die Nummer notiert?“ Die Nachfrage drückt aus, dass die gesuchte Information vielleicht ohne besonderen Auftrag vorhanden ist.
Synonyme für zufällig: passend zum Zusammenhang
Zufällig beschreibt im Alltag häufig etwas Ungeplantes oder nicht gezielt Gesuchtes. Ein Ersatz muss offenlassen, welche Ursachen trotzdem vorhanden sind. Bei einem Auswahlverfahren kann das Wort dagegen eine bestimmte Methode bezeichnen; eine beliebige oder spontane Entscheidung ist nicht automatisch eine Zufallsauswahl.
| Alternative | Passend bei | Unterschied |
|---|---|---|
| ungeplant | Ereignissen ohne vorherige Absicht | Liegt im Alltag nahe; der genaue Ablauf oder seine Ursache bleibt offen. |
| unverabredet | Zusammentreffen ohne Absprache | Benennt die fehlende Vereinbarung besonders genau. |
| durch Zufall | Nicht gezielt herbeigeführtem Ergebnis | Ist eine direkte Umschreibung und passt auch bei Entdeckungen. |
| vielleicht | Vorsichtiger Nachfrage nach einer Möglichkeit | Kann die Gesprächsfunktion von zufällig aufnehmen, ohne Zufälligkeit zu behaupten. |
Eigene Sprachbeispiele: Die Satzpaare zeigen, was sich beim Ersetzen verändert.
Erstes Satzpaar
Ausgangssatz: Im Buchladen treffen sich die beiden zufällig vor demselben Regal.
Alternative: Im Buchladen treffen sich die beiden unverabredet vor demselben Regal.
Die eigenen Sätze beschreiben eine Begegnung ohne Absprache. Unverabredet erklärt diese Seite genauer. Beide können den Laden aus guten eigenen Gründen besucht haben; die fehlende gemeinsame Planung macht das Geschehen nicht ursachenlos.
Zweites Satzpaar
Ausgangssatz: Hast du zufällig den Lageplan vom letzten Treffen noch dabei?
Alternative: Hast du vielleicht den Lageplan vom letzten Treffen noch dabei?
Die Alternative bewahrt die vorsichtige Nachfrage. Zufällig kann hier signalisieren, dass die Person den Plan möglicherweise ohne besonderen Auftrag mitgebracht hat. Es geht nicht um den Nachweis eines statistisch zufälligen Auswahlverfahrens.
Grenze des Austauschs: x-beliebig kann freie Wahl oder Austauschbarkeit bedeuten. Ein so gewählter Gegenstand ist nicht allein deshalb Teil einer methodischen Zufallsstichprobe. willentlich bezeichnet bewusstes Handeln; innerhalb einer bewusst geplanten Reise können dennoch zufällige Begegnungen auftreten. Der Bezugspunkt der Aussage muss deshalb klar bleiben.
Zufällig enthält ä und zwei l. Vor einem Nomen heißt es ein zufälliger Fund. In einer Frage verändert die Stellung den Bezug: Zufällig gefunden beschreibt den Fundvorgang, hast du zufällig etwas dabei die erwartete Möglichkeit. Der ganze Satz entscheidet über den passenden Ersatz.
Weitere Abgrenzungen: Bedeutungsunterschiede und typische Missverständnisse
Willentlich und absichtlich bezeichnen bewusst herbeigeführtes Handeln. Sie stehen dem ungeplanten Geschehen gegenüber.
Beliebig kann freie Auswahl oder Austauschbarkeit meinen. Eine beliebige Auswahl ist nicht automatisch ein geprüftes Zufallsverfahren.
Schreibweise und Grammatik
Zufällig enthält ä und zwei l. Formen: eine zufällige Begegnung, ein zufälliger Fund.
Steigerung
Eine gewöhnliche Steigerung ist nicht üblich. Genauere Abstufungen betreffen etwa den Grad der Planung oder die Wahrscheinlichkeit; diese Größen sind nicht gleichbedeutend.
Beugung im Überblick
Die Tabellen zeigen die Grundstufe vor einem Nomen. Die hervorgehobene Endung richtet sich nach Artikel, Fall, Geschlecht und Zahl. Bei der gemischten Beugung steht im Plural beispielsweise keine oder meine; ein hat keinen Plural.
BeugungstabellenDie Formen nach Fall, Geschlecht und Artikel vergleichen.
| Fall | Maskulin, Singular | Feminin, Singular | Neutrum, Singular | Plural, alle Genera |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | zufälliger | zufällige | zufälliges | zufällige |
| Genitiv | zufälligen | zufälliger | zufälligen | zufälliger |
| Dativ | zufälligem | zufälliger | zufälligem | zufälligen |
| Akkusativ | zufälligen | zufällige | zufälliges | zufällige |
| Fall | Maskulin, Singular | Feminin, Singular | Neutrum, Singular | Plural, alle Genera |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | zufällige | zufällige | zufällige | zufälligen |
| Genitiv | zufälligen | zufälligen | zufälligen | zufälligen |
| Dativ | zufälligen | zufälligen | zufälligen | zufälligen |
| Akkusativ | zufälligen | zufällige | zufällige | zufälligen |
| Fall | Maskulin, Singular | Feminin, Singular | Neutrum, Singular | Plural, alle Genera |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | zufälliger | zufällige | zufälliges | zufälligen |
| Genitiv | zufälligen | zufälligen | zufälligen | zufälligen |
| Dativ | zufälligen | zufälligen | zufälligen | zufälligen |
| Akkusativ | zufälligen | zufällige | zufälliges | zufälligen |
Die Grundregeln findest du im Überblick zu Adjektiven und ihrer Beugung.
Die Verwendung an einem Beispiel verstehen
Erfundenes Beispiel: In einer erfundenen Erzählung führen zwei unabhängig geplante Wege zur gleichen Bushaltestelle. Erst später verabreden sich die Figuren bewusst.
Die erste Begegnung ist zufällig, die zweite geplant. Dieser Wechsel zeigt, wie aus einem ungeplanten Zusammentreffen eine gewollte Beziehung entsteht.
Die Gegenüberstellung erklärt die Bedeutung für den Handlungsverlauf, ohne Zufall mit Ursachenlosigkeit zu verwechseln.
Weitere passende Wörter findest du in der Adjektivliste mit Suche, Filtern und Wortauswahl.
