hochbegabt
Hochbegabt: Mit einer außergewöhnlich stark ausgeprägten Begabung ausgestattet. Der Ausdruck bezeichnet Fähigkeiten und ist für sich genommen kein Urteil über Fleiß, Verhalten oder den Wert eines Menschen.
Was bedeutet hochbegabt?
Hochbegabt ist eine verstärkende Beschreibung von Begabung: Gemeint ist eine Befähigung, die das gewöhnlich Erwartete deutlich übersteigt. Im allgemeinen Sprachgebrauch kann sich das auf Musik, Sprache, Mathematik oder andere Bereiche beziehen. Deshalb ist die Ergänzung des Bereichs oft hilfreicher als das unbestimmte Gesamturteil, eine Person sei einfach hochbegabt.
Begabung, gezeigte Leistung und Arbeitsweise sind auseinanderzuhalten. Eine Figur kann Zusammenhänge außergewöhnlich schnell erfassen und trotzdem Fehler machen oder eine Aufgabe abbrechen. Umgekehrt beweist eine einzelne hervorragende Arbeit noch nicht, dass jemand unter allen Bedingungen ungewöhnlich leistungsfähig ist. Die Fähigkeiten entwickeln sich zudem nicht in jeder Hinsicht gleich.
In einer literarischen Analyse beschreibt das Wort, wie eine Fähigkeit im Werk dargestellt wird. Eine Figurenrede, die ein Kind hochbegabt nennt, ist zunächst die Einschätzung dieser Figur. Fachliche Feststellungen über Hochbegabung lassen sich aus einer erfundenen Szene nicht ableiten. Für die Charakterisierung sind die konkreten Leistungen, die Perspektive des Urteils und mögliche Gegenbeispiele entscheidend.
Beispiele und Verwendung
Die musikalisch hochbegabte Schülerin erkannte schon beim ersten Hören die Veränderungen des Themas.
So ist es gemeint: Der Bereich und die auffallende Wahrnehmungsleistung werden ausdrücklich genannt.
Obwohl er als hochbegabt galt, benötigte er Unterstützung dabei, seine Arbeitsschritte zu ordnen.
So ist es gemeint: Besondere Fähigkeiten schließen einen Unterstützungsbedarf in anderen Bereichen nicht aus.
Die Erzählerin bezeichnet Lea als hochbegabt, zeigt zunächst aber nur eine einzige gelöste Aufgabe.
So ist es gemeint: Die Zuschreibung ist erkennbar; wie weit sie durch die Handlung gestützt wird, bleibt zu prüfen.
Typische Verbindungen: musikalisch hochbegabt, eine hochbegabte Schülerin, als hochbegabt gelten, hochbegabte Jugendliche fördern.
Synonyme und Bedeutungsunterschiede
- begabt
- Bezeichnet eine besondere Befähigung ohne dieselbe starke Hervorhebung ihres Ausmaßes.
- genial
- Ist häufig ein sehr weitreichendes Lob einer außergewöhnlichen Leistung oder schöpferischen Fähigkeit. Es ist keine beliebig austauschbare Bezeichnung für jede Begabung.
- fleißig
- Beschreibt Ausdauer und Einsatz bei der Arbeit. Über die Höhe einer Begabung sagt das Wort allein nichts aus.
Wenig geübt ist kein verlässlicher Gegenbegriff: Fehlende Erfahrung betrifft die Übung, während hochbegabt eine Befähigung beschreibt.
Hochbegabt in einer Charakterisierung
Die folgende Szene und die Musterformulierung sind eigens erfunden. Sie stammen aus keinem literarischen Werk.
Beispielsituation
In einer erfundenen Erzählung hört Lea ein neues Musikstück. Sie erkennt ohne Noten, an welchen Stellen das Anfangsthema verändert wiederkehrt, und spielt die Passage anschließend in einer anderen Tonart. Beim gemeinsamen Auftritt verliert sie jedoch den Einsatz, weil sie die Absprachen nicht beachtet hat.
- Beobachtung: Lea erkennt musikalische Strukturen und überträgt sie selbstständig. Zugleich scheitert ein Teil des Zusammenspiels an einer Absprache.
- Deutung: Die Darstellung legt eine außergewöhnliche musikalische Begabung nahe; die organisatorische Schwierigkeit gehört auf eine andere Beschreibungsebene.
- Grenze der Aussage: Aus der Szene lassen sich weder eine fachliche Diagnose noch überlegene Fähigkeiten in allen Lebensbereichen ableiten.
Musterformulierung
Lea erscheint im musikalischen Bereich hochbegabt, da sie die Veränderungen eines unbekannten Themas erkennt und es selbstständig in eine andere Tonart überträgt. Ihr verpasster Einsatz zeigt jedoch, dass diese Fähigkeit nicht automatisch einen verlässlichen Umgang mit gemeinsamen Absprachen einschließt.
Die Formulierung bindet das starke Lob an zwei konkrete Leistungen und begrenzt es auf Musik. Das Gegenbeispiel widerlegt nicht die Begabung, sondern ergänzt das Bild um einen anderen Aspekt.
Übertrage diese Vorgehensweise auf deine Lektüre: Nenne die konkrete Handlung oder Äußerung und belege sie am vorliegenden Text. Die Anleitung zur Charakterisierung zeigt, wie du solche Einzelbeobachtungen zu einem begründeten Gesamtbild verbindest.
Grammatik und richtige Schreibweise
- Wortart
- Adjektiv (Eigenschaftswort)
- Worttrennung
- hoch·be·gabt
- Verwandtes Nomen
- die Hochbegabung
Neben hochbegabt ist auch hoch begabt möglich. Bei Zusammenschreibung wird nur das Wortende gebeugt: eine hochbegabte Musikerin. Substantiviert schreibt man groß: eine Hochbegabte. Die Tabellen zeigen die zusammengeschriebene Form.
Beugung: Welche Endung passt?
Vor einem Nomen erhält das Wort eine Endung. Sie richtet sich nach Fall, Geschlecht, Zahl und Begleitwort. Die Endungen sind unten hervorgehoben.
| Fall | Maskulin | Feminin | Neutrum | Plural |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | hochbegabter | hochbegabte | hochbegabtes | hochbegabte |
| Genitiv | hochbegabten | hochbegabter | hochbegabten | hochbegabter |
| Dativ | hochbegabtem | hochbegabter | hochbegabtem | hochbegabten |
| Akkusativ | hochbegabten | hochbegabte | hochbegabtes | hochbegabte |
| Fall | Maskulin | Feminin | Neutrum | Plural |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | der hochbegabte | die hochbegabte | das hochbegabte | die hochbegabten |
| Genitiv | des hochbegabten | der hochbegabten | des hochbegabten | der hochbegabten |
| Dativ | dem hochbegabten | der hochbegabten | dem hochbegabten | den hochbegabten |
| Akkusativ | den hochbegabten | die hochbegabte | das hochbegabte | die hochbegabten |
| Fall | Maskulin | Feminin | Neutrum | Plural |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | ein hochbegabter | eine hochbegabte | ein hochbegabtes | keine hochbegabten |
| Genitiv | eines hochbegabten | einer hochbegabten | eines hochbegabten | keiner hochbegabten |
| Dativ | einem hochbegabten | einer hochbegabten | einem hochbegabten | keinen hochbegabten |
| Akkusativ | einen hochbegabten | eine hochbegabte | ein hochbegabtes | keine hochbegabten |
Die Pluralformen der gemischten Beugung sind mit kein gezeigt, weil ein keinen Plural hat. Nach einem Verb wie sein oder wirken steht das Eigenschaftswort normalerweise ohne diese Endung. Mehr dazu: Adjektive verwenden und beugen.
Wortbildung und Herkunft
Das Wort verbindet das verstärkende hoch mit begabt. Die Wortfamilie um Begabung stellt eine besondere Befähigung sprachlich als Gabe dar. Daraus folgt keine wissenschaftliche Aussage darüber, welchen Anteil Veranlagung, Förderung und Übung an einer einzelnen Leistung haben.
