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fleißig

Form & Grammatik

Adjektiv
Stichwort
fleißig
Worttrennung
flei·ßig
Komparativ
fleißiger
Superlativ
am fleißigsten

Steigerung bei ausdauerndem Bemühen, nicht automatisch bei Erfolg. Schweizerisch und liechtensteinisch fleissig; die regionalen Schreibweisen innerhalb eines Textes einheitlich halten.

Formen und Verwendung im Detail

Fleißig beschreibt ein ausdauerndes, eifriges und zielgerichtetes Arbeiten oder Bemühen. Umgangssprachlich kann es außerdem heißen, etwas regelmäßig oder häufig zu tun.

Was bedeutet fleißig?

Eine fleißige Person setzt sich anhaltend mit einer Aufgabe auseinander und investiert erkennbare Mühe. Das kann Lernen, Handwerk, Organisation oder eine andere Tätigkeit betreffen. Das Wort wird meist anerkennend gebraucht und bewertet vor allem den Einsatz. Es sagt zunächst nicht, wie schnell jemand vorankommt oder wie gelungen das Ergebnis ist.

Fleiß und Begabung sind deshalb unterschiedliche Gesichtspunkte. Eine Aufgabe kann viel Arbeit verlangen, obwohl das Ergebnis bescheiden bleibt. Umgekehrt kann eine geübte Person eine hervorragende Leistung mit wenig zusätzlicher Mühe erreichen. Auch die Dauer allein entscheidet nicht: Lange anwesend zu sein, ist etwas anderes, als die Zeit tatsächlich für eine Aufgabe zu nutzen.

Das Adjektiv kann ebenso ein Ergebnis beschreiben, an dem sorgfältiger Arbeitseinsatz sichtbar wird. Im umgangssprachlichen Satz „Er schreibt fleißig Nachrichten“ steht dagegen häufig die regelmäßige Wiederholung im Vordergrund. Die Tätigkeit muss dafür keine Pflicht sein. Bei einer Charakterisierung sollte erkennbar bleiben, welche dieser Bedeutungen gemeint ist und in welchem Bereich die Beobachtung gilt.

Drei Beispiele für fleißig

Eigene Sprachbeispiele mit Erläuterungen.

„Obwohl ihr die neuen Akkorde schwerfielen, übte Aylin fleißig jeden Tag kurze, konzentrierte Abschnitte.“

Der regelmäßige, auf die Aufgabe gerichtete Einsatz trägt das Lob. Schwierigkeiten beim Lernen schließen Fleiß nicht aus.

„Die fleißige Recherche machte sich in der sorgfältig geordneten Sammlung eigener Notizen und geprüfter Belege bemerkbar.“

Hier wird eine Arbeit bewertet. Das Ergebnis lässt erkennen, dass mehr geschehen ist als ein flüchtiges Zusammenstellen bekannter Angaben.

„Auch nach dem Umzug schrieben sich die Freunde fleißig und hielten einander über ihren Alltag auf dem Laufenden.“

Fleißig meint hier häufig und regelmäßig. Es unterstellt nicht, dass die Freundschaft als mühsame Pflicht erlebt wird.

Synonyme für fleißig: passend zum Zusammenhang

Fleißig würdigt vor allem den Einsatz bei einer Tätigkeit. Ähnliche Wörter verschieben den Blick auf Begeisterung, Durchhaltevermögen oder Regelmäßigkeit. Keines davon garantiert ein fehlerfreies Ergebnis. Für einen genauen Satz sollte erkennbar sein, welche Beobachtung das Lob trägt.

Welcher Ausdruck passt zu deiner Aussage?
AlternativePassender ZusammenhangBedeutungsunterschied
eifrigJemand widmet sich einer Sache mit starkem Einsatz.Betont die lebhafte Beteiligung oder den erkennbaren Willen; längere Ausdauer ist damit noch nicht bewiesen.
ausdauerndEine Person setzt eine Tätigkeit trotz Mühe längere Zeit fort.Hebt das Durchhalten hervor und sagt weniger über Begeisterung oder die Anzahl erledigter Aufgaben.
regelmäßigEine Handlung wiederholt sich in vergleichbaren Abständen.Passt zur Häufigkeitsbedeutung von fleißig, bewertet aber weder Anstrengung noch persönliche Arbeitsbereitschaft.

Eigene Satzbeispiele: Was ändert sich?

Ausgangssatz: „Mina übt fleißig die schwierige Stelle.“

Alternative: „Mina übt ausdauernd die schwierige Stelle.“

Ausdauernd betont, dass sie länger dabeibleibt. Fleißig würdigt den Arbeitseinsatz allgemeiner. Ob ihre Technik bereits richtig ist, lässt sich aus keiner der beiden Fassungen sicher ableiten.

Ausgangssatz: „Nach dem Umzug schreiben sie sich fleißig.“

Alternative: „Nach dem Umzug schreiben sie sich regelmäßig.“

Die Alternative beschreibt die wiederkehrenden Nachrichten sachlicher. Sie vermeidet den möglichen Eindruck einer anstrengenden Pflicht; eine genaue Häufigkeit legt aber auch regelmäßig noch nicht fest.

Nicht gleichbedeutend: Begabt betrifft Fähigkeiten oder Anlagen, fleißig den Einsatz. Eine begabte Person kann wenig üben; eine fleißige Person kann trotz großer Mühe Schwierigkeiten behalten.

Beim Formulieren: Sorgfältig ergänzt einen anderen Maßstab: „Sie arbeitet fleißig und sorgfältig“ verbindet Einsatz mit Genauigkeit. Als bloßer Austausch würde sorgfältig die erste Aussage nicht vollständig erhalten.

Bei schulischen Rückmeldungen helfen Tätigkeiten und Zeiträume: wiederholt überarbeiten, täglich kurz üben oder Rückfragen klären. So wird Fleiß erkennbar, ohne ihn allein aus Anwesenheit abzuleiten.

Weitere Abgrenzungen: Ähnliche Wörter unterscheiden
Begabt
Bezeichnet eine besondere Anlage oder Fähigkeit. Fleiß betrifft den Einsatz; beide Eigenschaften können zusammenkommen, müssen es aber nicht.
Sorgfältig
Betont Genauigkeit und Rücksicht auf Einzelheiten. Fleißiges Arbeiten kann sorgfältig sein, doch viel Einsatz verhindert nicht automatisch Fehler.
Faul
Bewertet eine geringe Bereitschaft zur Anstrengung und kann einen Gegensatz bilden. Eine notwendige Pause oder fehlende Kraft ist aber weder mangelnder Fleiß noch ein sicherer Faulheitsbeleg.

Schreibung und Grammatik

Die Schreibung lautet fleißig mit ß nach dem Doppellaut ei. Formen sind ein fleißiger Schüler, eine fleißige Mitarbeiterin und fleißiges Üben. Die Steigerung lautet fleißiger, am fleißigsten. Das zugehörige Substantiv ist Fleiß. In „Sie arbeitet fleißig“ bleibt das adverbial gebrauchte Adjektiv ungebeugt.

Die Übersicht zu Adjektiven erklärt Beugung und Verwendung im Satz.

Beugung von fleißig

Eine fleißige Schülerin arbeitet ausdauernd und zielgerichtet. Die Formen unterscheiden Fall und Begleiter; fleißig lernen trägt dagegen keine solche Endung.

Die Endung vor einem Nomen richtet sich nach Fall, Geschlecht, Zahl und Begleiter. In der gemischten Beugung steht im Plural keine; ein hat keinen Plural.

Starke Beugung · ohne ArtikelDie Formen nach Fall, Geschlecht und Zahl vergleichen.
Starke Beugung · ohne Artikel
FallMaskulin SingularFeminin SingularNeutrum SingularPlural alle Genera
Nominativfleißigerfleißigefleißigesfleißige
Genitivfleißigenfleißigerfleißigenfleißiger
Dativfleißigemfleißigerfleißigemfleißigen
Akkusativfleißigenfleißigefleißigesfleißige
Schwache Beugung · nach der, die, dasDie Formen nach Fall, Geschlecht und Zahl vergleichen.
Schwache Beugung · nach der, die, das
FallMaskulin SingularFeminin SingularNeutrum SingularPlural alle Genera
Nominativfleißigefleißigefleißigefleißigen
Genitivfleißigenfleißigenfleißigenfleißigen
Dativfleißigenfleißigenfleißigenfleißigen
Akkusativfleißigenfleißigefleißigefleißigen
Gemischte Beugung · nach ein/eine, im Plural nach keineDie Formen nach Fall, Geschlecht und Zahl vergleichen.
Gemischte Beugung · nach ein/eine, im Plural nach keine
FallMaskulin SingularFeminin SingularNeutrum SingularPlural alle Genera
Nominativfleißigerfleißigefleißigesfleißigen
Genitivfleißigenfleißigenfleißigenfleißigen
Dativfleißigenfleißigenfleißigenfleißigen
Akkusativfleißigenfleißigefleißigesfleißigen

Herkunft und Wortbildung

Schon die älteren Formen flīʒīg im Althochdeutschen und vlīʒec beziehungsweise vlīʒic im Mittelhochdeutschen bezeichnen eifriges Bemühen. Im heutigen Wort sind Fleiß und -ig erkennbar. Die Bildung benennt Einsatz, ohne damit schon einen Erfolg zu garantieren.

Verwendung in einer Charakterisierung

Ein eigener Beleg: „Mara bereitet sich über mehrere Wochen regelmäßig vor, arbeitet Rückmeldungen ein und übt schwierige Stellen erneut; sie zeigt großen Fleiß.“ Die Beobachtung umfasst Einsatz und zeitlichen Verlauf. Der spätere Erfolg kann das Bild ergänzen, ist aber nicht die einzige Grundlage der Eigenschaft: Auch ein Rückschlag löscht den geleisteten Einsatz nicht aus.

Wie sich Textbeleg und Deutung verbinden lassen, erklärt die Anleitung zum Schreiben einer Charakterisierung.

Fleißig in der Übersicht der Charaktereigenschaften