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krank

Form & Grammatik

Adjektiv
Stichwort
krank
Worttrennung
krank
Komparativ
kränker; auch kranker
Superlativ
am kränksten; auch am kranksten

Steigerung meist mit Umlaut; auch Formen ohne Umlaut sind belegt. Sie beschreiben Ausprägungen, keine Diagnose. Krank sein und krank werden werden getrennt geschrieben; saloppe Personenabwertung vermeiden.

Formen und Verwendung im Detail

Gesundheitlich beeinträchtigt oder an einer Krankheit leidend; als saloppe Wertung auch für etwas als absurd oder verstörend Empfundenes.

Was bedeutet krank?

Krank beschreibt im gewöhnlichen Gebrauch einen gesundheitlich beeinträchtigten Zustand. Das Wort kann Menschen, Tiere und Pflanzen sowie einzelne Körperbereiche betreffen. Es benennt für sich genommen keine bestimmte Erkrankung und erklärt weder Ursache noch Schwere. In einer Personenbeschreibung gehört krank deshalb zunächst zum gesundheitlichen Zustand, nicht zu den moralischen oder charakterlichen Eigenschaften.

Daneben wird krank salopp als starke Wertung verwendet, wenn etwas absurd, verstörend oder völlig unangemessen erscheint. Ein solcher Ausruf ist keine medizinische Feststellung. Wird er auf Menschen oder ihr Verhalten bezogen, kann er verletzend sein und Krankheit mit moralischer Ablehnung vermischen. Für eine sachliche Beschreibung sind konkrete Wörter wie widersprüchlich, verletzend oder unverständlich häufig genauer, sofern sie zum beobachteten Fall passen.

Weitere Verwendungen sind vom Personenbezug zu trennen. Ein krankes System ist ein Bild für schwer gestörte Verhältnisse. Wendungen wie das macht mich krank können umgangssprachlich ausdrücken, dass etwas kaum noch erträglich erscheint. In der Jägersprache hat krank die besondere Bedeutung durch einen Schuss verwundet. Keine dieser Verwendungen erlaubt, aus einem ungewöhnlichen Verhalten ohne weitere Angaben eine Erkrankung abzuleiten.

Drei Beispiele für krank

Eigene Sprachbeispiele mit Erläuterungen.

„Im Brief schreibt die Figur, sie sei krank und könne deshalb an dem Treffen nicht teilnehmen.“

Der Text gibt eine gesundheitliche Selbstauskunft wieder. Welche Erkrankung vorliegt, bleibt ohne weitere Angaben offen.

„Er bezeichnete den widersprüchlichen Plan als krank, erklärte aber erst danach, warum er ihn für undurchführbar hielt.“

Krank ist hier eine saloppe Abwertung. Die nachfolgende Erklärung liefert den sachlichen Gehalt, den das Etikett allein nicht bietet.

„Die Erzählung schildert ein krankes Gemeinwesen, in dem keine Vereinbarung mehr Vertrauen schafft.“

Das Wort wird bildlich auf gesellschaftliche Verhältnisse bezogen. Es beschreibt keine Erkrankung einer einzelnen Person.

Synonyme für krank: passend zum Zusammenhang

Krank bezeichnet im gewöhnlichen Gebrauch einen gesundheitlichen Zustand, ohne eine bestimmte Erkrankung oder deren Schwere zu nennen. Die Alternativen verändern diese Aussage häufig. Daneben steht krank umgangssprachlich für eine starke Abwertung oder für etwas Außergewöhnliches. Diese übertragenen Verwendungen sind keine medizinischen Feststellungen und sollten nicht als solche dargestellt werden.

Wortalternativen und ihre Unterschiede
ErsatzwortPasst beiUnterschied
erkranktPersonen mit einer ErkrankungBetont stärker das Vorliegen beziehungsweise Eintreten einer Krankheit und wirkt in Mitteilungen häufig sachlicher.
unwohlvorübergehendes gesundheitliches UnbehagenIst zurückhaltender und weniger bestimmt; daraus folgt nicht automatisch eine festgestellte Erkrankung.
absurdsaloppe Kritik an einem Gedanken oder PlanErsetzt nur eine bestimmte übertragene Wertung, wenn der Widersinn gemeint ist; kein Ersatz für den Gesundheitszustand.

Wörter im Satz vergleichen

Die folgenden Satzpaare sind eigene Sprachbeispiele.

Ausgangssatz: „Die Kursleiterin ist krank und fällt heute aus.“
Alternative: „Die Kursleiterin ist erkrankt und fällt heute aus.“

Beide Mitteilungen nennen einen gesundheitlichen Grund. Erkrankung oder Schwere werden nicht näher bestimmt; die sachlichere Formulierung liefert dafür auch keine zusätzlichen Informationen.

Ausgangssatz: „Er bezeichnet den Plan, ohne Wasser durch die Wüste zu laufen, als krank.“
Alternative: „Er bezeichnet den Plan, ohne Wasser durch die Wüste zu laufen, als absurd.“

Absurd macht deutlich, dass eine Bewertung des Vorhabens gemeint ist. Der Satz behauptet dadurch keine Erkrankung der Person, die den Plan vorgeschlagen hat.

Hier passt der Austausch nicht: Erschöpft ist nicht gleich krank. Nach einer Anstrengung können die Kräfte vorübergehend verbraucht sein, ohne dass die Beschreibung damit eine Erkrankung benennt. Umgekehrt muss eine erkrankte Person nicht sichtbar erschöpft wirken.

In Textanalysen sollte ungewöhnliches oder verletzendes Verhalten konkret beschrieben werden. Das Etikett krank erklärt weder ein Motiv noch eine Diagnose. Bei Selbstauskünften bleibt zudem kenntlich, wer die Aussage macht: „Die Figur schreibt, sie sei krank.“

Weitere Abgrenzungen: Ähnliche Wörter unterscheiden
Erschöpft
Beschreibt einen Zustand verbrauchter Kräfte. Erschöpfung und Krankheit können zusammen auftreten, sind sprachlich aber keine gleichbedeutenden Aussagen.
Ungewöhnlich
Benennt eine Abweichung vom Vertrauten. Ungewöhnliches Denken oder Verhalten ist für sich genommen kein Beleg für Krankheit.
Bösartig
Kann im moralischen Gebrauch eine schädigende Absicht bezeichnen. Eine solche Absicht darf nicht mit dem Vorliegen einer Krankheit gleichgesetzt werden; auch hier entscheidet der Kontext über die Bedeutung.

Schreibung und Grammatik

Die Steigerung lautet krank, kränker, am kränksten. Attributiv heißt es ein kranker Mensch und eine kranke Pflanze. In krank sein oder krank werden bleibt das Adjektiv getrennt vom Verb. Als substantivierte Personenbezeichnung wird etwa die Kranke großgeschrieben. Eine Formulierung wie eine Person mit einer Erkrankung kann im passenden Zusammenhang deutlicher zwischen dem Menschen und seinem Zustand unterscheiden.

Die Übersicht zu Adjektiven erläutert Beugung und Verwendung im Satz.

Beugung von krank

Ein krankes Tier ist gesundheitlich beeinträchtigt. Die gebeugten Grundformen haben keinen Umlaut: kranke, kranker, krankes. Krank ist eine Zustandsbeschreibung und kein verlässlicher Schluss auf den Charakter.

Die Endung vor einem Nomen richtet sich nach Fall, Geschlecht, Zahl und Begleiter. In der gemischten Beugung steht im Plural keine; ein hat keinen Plural.

Starke Beugung · ohne ArtikelDie Formen nach Fall, Geschlecht und Zahl vergleichen.
Starke Beugung · ohne Artikel
FallMaskulin SingularFeminin SingularNeutrum SingularPlural alle Genera
Nominativkrankerkrankekrankeskranke
Genitivkrankenkrankerkrankenkranker
Dativkrankemkrankerkrankemkranken
Akkusativkrankenkrankekrankeskranke
Schwache Beugung · nach der, die, dasDie Formen nach Fall, Geschlecht und Zahl vergleichen.
Schwache Beugung · nach der, die, das
FallMaskulin SingularFeminin SingularNeutrum SingularPlural alle Genera
Nominativkrankekrankekrankekranken
Genitivkrankenkrankenkrankenkranken
Dativkrankenkrankenkrankenkranken
Akkusativkrankenkrankekrankekranken
Gemischte Beugung · nach ein/eine, im Plural nach keineDie Formen nach Fall, Geschlecht und Zahl vergleichen.
Gemischte Beugung · nach ein/eine, im Plural nach keine
FallMaskulin SingularFeminin SingularNeutrum SingularPlural alle Genera
Nominativkrankerkrankekrankeskranken
Genitivkrankenkrankenkrankenkranken
Dativkrankenkrankenkrankenkranken
Akkusativkrankenkrankekrankeskranken

Herkunft und Wortbildung

Mittelhochdeutsch kranc hatte unter anderem Bedeutungen im Bereich von Schwäche, Schmalheit und Leiden. Die ältere Wortgeschichte ist kein heutiger Maßstab zur Beurteilung eines Körpers oder Verhaltens. Im gegenwärtigen Gebrauch müssen gesundheitliche Beeinträchtigung und übertragene Bewertungen jeweils aus ihrem Zusammenhang erklärt werden.

Verwendung in einer Charakterisierung

Eigener Charakterisierungsbeleg: Die Figur erklärt im Brief, wegen einer Krankheit nicht teilnehmen zu können. Die Analyse kann diesen Zustand und seine Folgen für die Handlung benennen. Ob die Figur geduldig, gereizt oder fürsorglich ist, muss sie dagegen an konkreten Äußerungen und Handlungen zeigen. Krankheit selbst ist kein Charakterzug und erklärt solche Eigenschaften nicht automatisch.

Wie Beobachtung, Textbeleg und Deutung zusammengehören, erklärt die Anleitung zur Charakterisierung.

Krank in der Übersicht der Charaktereigenschaften