schadenfroh
Freude oder Genugtuung darüber empfindend oder zeigend, dass einer anderen Person ein Missgeschick widerfährt oder ein Nachteil entsteht.
Was bedeutet schadenfroh?
Schadenfroh beschreibt eine Freude, deren Anlass das Missgeschick eines anderen ist. Das kann eine kleine Panne sein, aber auch eine Niederlage, eine Enttäuschung oder ein ernsthafter Nachteil. Wer schadenfroh reagiert, freut sich nicht einfach gemeinsam mit der betroffenen Person über etwas Komisches, sondern gerade darüber, dass es sie getroffen hat. Der Ausdruck wird meist kritisch gebraucht.
Die Person muss das Missgeschick nicht selbst verursacht haben. Sie kann lediglich davon erfahren und Genugtuung empfinden. Häufig spielt im erzählten Zusammenhang ein vorheriger Streit oder die Überheblichkeit des Betroffenen eine Rolle; notwendig ist das für die Bedeutung jedoch nicht. Eine schadenfrohe Regung schließt außerdem nicht aus, dass jemand anschließend hilft oder sich für seine Reaktion schämt. Für die Bewertung sind Ausmaß und weiterer Verlauf wichtig.
Drei Beispiele für schadenfroh
Eigene Sprachbeispiele mit Erläuterungen.
„Als der Angeber ausgerechnet die leichteste Frage nicht beantworten konnte, grinste sein Sitznachbar schadenfroh.“
Die Freude richtet sich auf die Blamage des anderen. Der vorherige Anspruch des Angeberischen erklärt im Beispiel den Anlass der Genugtuung.
„Sie bemerkte ihre schadenfrohe Erleichterung über die Absage an die Rivalin und entschied sich dennoch, ihr bei der nächsten Bewerbung zu helfen.“
Das Gefühl und die folgende Handlung weisen in verschiedene Richtungen. Die Figur wird dadurch genauer beschrieben als durch ein uneingeschränkt negatives Urteil.
„Er lachte über die umgestürzte Torte, doch als er die Tränen der Bäckerin sah, verstummte er; sein Lachen war nicht als schadenfroh gemeint.“
Eine komische Wahrnehmung allein reicht für die Zuschreibung nicht aus. Die Reaktion auf den erkennbaren Kummer hilft, die Haltung zu unterscheiden.
Ähnliche Wörter unterscheiden
- Hämisch
- Bezeichnet eine boshafte, missgünstige Art, oft beim Lachen oder Spotten. Schadenfroh benennt besonders den Anlass der Freude: den Nachteil eines anderen.
- Sadistisch
- Ist deutlich stärker und hebt Vergnügen am Quälen oder Demütigen hervor. Schadenfreude kann schon bei einer kleinen Panne auftreten und setzt kein eigenes Quälen voraus.
- Mitfühlend
- Bedeutet, sich dem Erleben eines anderen zuzuwenden. In einer Szene können sich schadenfrohe und mitfühlende Regungen ablösen oder miteinander in Konflikt geraten.
Schreibung und Grammatik
Schadenfroh wird zusammengeschrieben; Schadenfreude ist das zugehörige Substantiv. Gebeugte Formen sind ein schadenfroher Blick, eine schadenfrohe Bemerkung und schadenfrohes Lachen. Nach sein bleibt die Grundform erhalten: Sie ist schadenfroh. Möglich ist auch die Ergänzung über mit Akkusativ: schadenfroh über die Niederlage. Das Wort bezieht sich auf die Haltung, nicht auf eine objektiv erfreuliche Beschaffenheit des Ereignisses.
Weitere Hinweise zur Beugung bietet die Übersicht der Adjektive.
Herkunft und Wortbildung
Die Wortbildung verbindet Schaden mit froh. Dadurch wird sprachlich markiert, worauf sich die Freude richtet. Duden erläutert das Adjektiv über Schadenfreude und bestimmt dieses Substantiv als Freude über das Missgeschick oder Unglück eines anderen.
Verwendung in einer Charakterisierung
Eigener Charakterisierungsbeleg: Als sein Rivale scheitert, kann Paul seine Freude kaum verbergen und kommentiert dessen Blamage. Er reagiert schadenfroh. Eine Analyse sollte dabei den Anlass der Freude benennen und prüfen, ob spätere Hilfe oder Bedauern das Bild verändert. Besonders aufschlussreich kann sein, ob Paul seine eigene Schadenfreude erkennt oder sie vor sich selbst als bloße Gerechtigkeit rechtfertigt.
Die Anleitung zur Charakterisierung erläutert das Zusammenspiel von Beobachtung, Beleg und Deutung.
Quellen und weiterführende Seiten
Quellenstand: 1. Oktober 2026. Beispiele und Anwendungshinweise sind eigene redaktionelle Erläuterungen.
