schwach
Form & Grammatik
Adjektiv- Stichwort
- schwach
- Worttrennung
- schwach
- Komparativ
- schwächer
- Superlativ
- am schwächsten
Die heutigen Vergleichsformen enthalten Umlaut. Kraft, Leistung und Konzentration benötigen unterschiedliche Maßstäbe. Der historische Superlativ am schwächesten ist keine heutige allgemeine Form.
Nur geringe Kraft, Leistungsfähigkeit, Widerstandsfähigkeit oder Intensität aufweisend; auf Menschen bezogen je nach Zusammenhang körperlich, in einer Leistung oder beim Durchsetzen eines Willens gemeint.
Was bedeutet schwach?
Schwach bezeichnet ein geringes Maß an Kraft, Leistungsfähigkeit, Widerstand oder Intensität. Ein Mensch kann nach einer Anstrengung körperlich schwach sein, eine Leistung kann im Vergleich mit den Anforderungen schwach ausfallen und ein Geräusch nur schwach wahrnehmbar sein. Das Adjektiv benötigt deshalb einen erkennbaren Bezug. Ohne ihn bleibt offen, was genau beurteilt wird und welcher Maßstab gilt.
Bei einer Figur kann schwach auch meinen, dass sie ihren Willen wenig durchsetzt oder einem Druck nachgibt. Doch eine körperliche Einschränkung belegt keine mangelnde Entschlossenheit. Ebenso beschreibt eine schwache Leistung in einer einzelnen Aufgabe nicht den Wert oder alle Fähigkeiten eines Menschen. Die Verbindung schwach werden kann ausdrücken, einer Versuchung nachzugeben. In der Grammatik bezeichnet schwach dagegen bestimmte Formen der Beugung; dort enthält das Wort kein Qualitätsurteil.
Drei Beispiele für schwach
Eigene Sprachbeispiele mit Erläuterungen.
„Nach dem langen Aufstieg waren ihre Beine schwach, doch sie hielt an ihrem Entschluss fest, die Gruppe sicher zurückzuführen.“
Körperlicher Zustand und Entschlossenheit werden ausdrücklich getrennt. Das Beispiel verhindert, dass aus fehlender Kraft ein Charakterurteil entsteht.
„Seine Begründung blieb schwach, weil sie die entscheidende Gegenfrage nicht beantwortete.“
Hier wird ein Argument nach seiner Tragfähigkeit beurteilt. Der konkrete Mangel erklärt das Urteil besser als die bloße Behauptung, der Redner sei schwach.
„Obwohl er die Aufgabe fest zugesagt hatte, wurde er beim Angebot eines freien Nachmittags schwach und gab die Verantwortung ab.“
Die Wendung bezeichnet ein Nachgeben gegenüber einem reizvollen Angebot. Ob daraus eine dauerhafte Willensschwäche folgt, lässt die einzelne Situation offen.
Synonyme für schwach: passend zum Zusammenhang
Schwach kann geringe Kraft, wenig Intensität oder eine wenig überzeugende Leistung beschreiben. Der Maßstab ergibt sich aus dem Bezugswort. Ein schwaches Licht ist nicht körperlich erschöpft; eine schwache Begründung ist nicht einfach leise vorgetragen. Bei Menschen sollte besonders deutlich bleiben, welcher Bereich gemeint ist. Körperliche Schwäche schließt Entschlossenheit, Wissen oder sorgfältiges Handeln nicht aus.
| Alternative | Passend bei | Unterschied |
|---|---|---|
| kraftlos | körperlichem Zustand und Bewegungen | Betont geringe Kraft und kann stärker wirken als eine bloße Verminderung. |
| wenig überzeugend | Argumenten und Begründungen | Erklärt die geringe argumentative Wirkung, ohne den ganzen Menschen abzuwerten. |
| gering | Intensität und Ausmaß | Ist sachlich, benötigt aber häufig einen anderen Satzbau, etwa geringe Leuchtstärke. |
Eigene Sprachbeispiele mit Erläuterung.
Erstes Satzpaar
Ausgangssatz: „Ihre Begründung war schwach, weil sie die entscheidende Gegenfrage offenließ.“
Alternative: „Ihre Begründung war wenig überzeugend, weil sie die entscheidende Gegenfrage offenließ.“
Die Umschreibung begrenzt das Urteil auf das Argument. Eine lautere oder selbstbewusstere Darbietung würde den fehlenden Inhalt nicht ersetzen; ebenso beweist der Mangel keine allgemeine Unfähigkeit.
Zweites Satzpaar
Ausgangssatz: „Das Licht der Lampe war schwach.“
Alternative: „Die Lampe hatte nur eine geringe Leuchtstärke.“
Die Alternative benennt den gemeinten Bereich ausdrücklich. Sie sagt noch nicht, ob die Lampe defekt ist oder ob ihre geringe Helligkeit für den vorgesehenen Zweck ausreicht.
Grenze des Austauschs: Unsicher beschreibt Zweifel oder fehlende Gewissheit, nicht grundsätzlich mangelnde Kraft. In grammatischen Bezeichnungen wie schwache Beugung ist schwach ein Fachwort und kein Qualitätsurteil; die hier genannten Alternativen passen dort nicht.
Schwach wird mit Umlaut gesteigert: schwächer, am schwächsten. Eine Ergänzung wie „bei dieser Aufgabe“ verhindert ein pauschales Urteil. Die Wendung „schwach werden“ kann Nachgeben gegenüber einer Versuchung bedeuten; sie sollte als ganze Verbindung erklärt werden, statt körperliche Kraft in den Satz hineinzulesen.
Weitere Abgrenzungen: Ähnliche Wörter unterscheiden
- Schlapp
- Beschreibt häufig umgangssprachlich einen erschöpften oder antriebslosen Zustand. Schwach ist weiter und passt auch zu Argumenten, Signalen und fachlichen Leistungen.
- Schutzbedürftig
- Benennt einen konkreten Schutzbedarf. Eine geringe körperliche Kraft kann dabei eine Rolle spielen, ist aber weder die einzige Ursache noch ein gleichbedeutendes Urteil.
- Unsicher
- Kann Zweifel oder fehlende Gewissheit ausdrücken. Wer unsicher ist, kann dennoch entschlossen handeln; schwach bezeichnet je nach Kontext ein anderes Leistungs- oder Kraftverhältnis.
Schreibung und Grammatik
Die Steigerung lautet schwach, schwächer, am schwächsten. Gebeugt heißt es ein schwacher Ton, eine schwache Leistung, schwaches Licht. Das zugehörige Substantiv ist Schwäche. Schwach in Mathematik grenzt einen Leistungsbereich ein; schwach auf den Beinen betrifft den körperlichen Zustand. In die Lampe leuchtet schwach steht das Adjektiv adverbial, in das Licht ist schwach prädikativ.
Weitere Hinweise zur Beugung bietet die Übersicht der Adjektive.
Beugung von schwach
Ein schwacher Ton hat geringe Intensität. Eine schwache Leistung wird an Anforderungen gemessen. Die Grundformen bleiben ohne Umlaut; schwächer und am schwächsten gehören zum Vergleich.
Die Endung vor einem Nomen richtet sich nach Fall, Geschlecht, Zahl und Begleiter. In der gemischten Beugung steht im Plural keine; ein hat keinen Plural.
Starke Beugung · ohne ArtikelDie Formen nach Fall, Geschlecht und Zahl vergleichen.
| Fall | Maskulin Singular | Feminin Singular | Neutrum Singular | Plural alle Genera |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | schwacher | schwache | schwaches | schwache |
| Genitiv | schwachen | schwacher | schwachen | schwacher |
| Dativ | schwachem | schwacher | schwachem | schwachen |
| Akkusativ | schwachen | schwache | schwaches | schwache |
Schwache Beugung · nach der, die, dasDie Formen nach Fall, Geschlecht und Zahl vergleichen.
| Fall | Maskulin Singular | Feminin Singular | Neutrum Singular | Plural alle Genera |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | schwache | schwache | schwache | schwachen |
| Genitiv | schwachen | schwachen | schwachen | schwachen |
| Dativ | schwachen | schwachen | schwachen | schwachen |
| Akkusativ | schwachen | schwache | schwache | schwachen |
Gemischte Beugung · nach ein/eine, im Plural nach keineDie Formen nach Fall, Geschlecht und Zahl vergleichen.
| Fall | Maskulin Singular | Feminin Singular | Neutrum Singular | Plural alle Genera |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | schwacher | schwache | schwaches | schwachen |
| Genitiv | schwachen | schwachen | schwachen | schwachen |
| Dativ | schwachen | schwachen | schwachen | schwachen |
| Akkusativ | schwachen | schwache | schwaches | schwachen |
Herkunft und Wortbildung
Mittelhochdeutsch swach konnte geringe Qualität, geringen Rang und fehlende Kraft bezeichnen. Die ältere Wortvorstellung hängt mit Schwanken oder Sichbiegen zusammen und ist mit schwingen verwandt. Im heutigen Satz muss deutlich werden, ob Kraft, Leistung, Konzentration oder eine andere Stärke beurteilt wird.
Verwendung in einer Charakterisierung
Eigener Charakterisierungsbeleg: Obwohl Nora körperlich schwach ist, widerspricht sie der drohenden Figur und hält an ihrer Entscheidung fest. Eine passende Analyse nennt ihre geringe körperliche Kraft und ihre Entschlossenheit nebeneinander. Die pauschale Aussage, sie habe einen schwachen Charakter, widerspräche diesem Verhalten. Geht es um ein Nachgeben, sollten Druck, Alternativen und Entscheidung genauer belegt werden.
Die Anleitung zur Charakterisierung erläutert das Zusammenspiel von Beobachtung, Beleg und Deutung.
