schwierig
Form & Grammatik
Adjektiv- Stichwort
- schwierig
- Worttrennung
- schwie·rig
- Komparativ
- schwieriger
- Superlativ
- am schwierigsten
Die Steigerung vergleicht Anforderungen oder erschwerten Umgang in einer bestimmten Situation. Eine Aufgabe und die pauschale Beschreibung eines Menschen benötigen unterschiedliche Begründungen.
Viel Mühe, Geschick oder besondere Umsicht erfordernd; bei Menschen auch: im Umgang nicht leicht zufriedenzustellen oder auf gemeinsame Lösungen einzulassen.
Was bedeutet schwierig?
Schwierig ist etwas, dessen Bewältigung viel Mühe, Fähigkeiten oder besondere Umsicht verlangt. Eine Aufgabe kann anspruchsvoll sein, eine Lage viele Fehlerquellen enthalten oder eine Entscheidung widerstreitende Interessen berühren. Der Ausdruck bewertet den Aufwand und die Anforderungen. Er bedeutet nicht, dass eine Lösung unmöglich wäre oder dass alle Beteiligten dieselbe Schwierigkeit erleben müssten.
Auf Menschen bezogen meint schwierig, dass der Umgang mit ihnen Mühe bereitet und sie nicht leicht zufriedenzustellen sind. Die Bezeichnung ist unscharf, solange das konkrete Verhalten fehlt. Eine Figur kann ständig neue Bedingungen stellen, Absprachen ablehnen oder auf unvermeidbare Enttäuschungen heftig reagieren. Ebenso kann aber jemand als schwierig abgewertet werden, weil er einen berechtigten Einwand nicht aufgibt. Das Urteil muss deshalb zur Beziehung und zur Situation in Bezug gesetzt werden.
Drei Beispiele für schwierig
Eigene Sprachbeispiele mit Erläuterungen.
„Die Aufgabe war schwierig, weil mehrere unvollständige Angaben miteinander verglichen werden mussten.“
Der Satz nennt die Anforderung, die Mühe verursacht. Er sagt noch nichts darüber, ob eine bestimmte Person der Aufgabe gewachsen ist.
„Bei der Terminplanung erwies er sich als schwierig: Jede gemeinsam gefundene Lösung lehnte er ohne neuen Vorschlag ab.“
Die wiederholte Ablehnung macht den Umgang mühsam. Der Zusatz erklärt genauer, was mit der allgemeinen Zuschreibung gemeint ist.
„Die Leitung nannte sie schwierig, obwohl sie lediglich auf einer verständlichen Erklärung der geänderten Regeln bestand.“
Hier wird das Etikett aus einer interessengeleiteten Perspektive verwendet. Die Beschreibung des tatsächlichen Anliegens kann das Urteil infrage stellen.
Synonyme für schwierig: passend zum Zusammenhang
Schwierig benennt eine Anforderung oder ein Hindernis, erklärt aber noch nicht dessen Art. Beim Ersetzen lässt sich genauer zeigen, ob viele Zusammenhänge verstanden, hohe Leistungen erbracht oder empfindliche Interessen berücksichtigt werden müssen. Bei Menschen kommt hinzu, dass schwierig zunächst ein Urteil über den Umgang miteinander ist und keine vollständige Persönlichkeit beschreibt.
| Ersatzwort | Passt bei | Unterschied |
|---|---|---|
| kompliziert | verwobenen Zusammenhängen oder schwer durchschaubaren Abläufen | Betont den Aufbau. Eine geradlinige Aufgabe kann wegen großer Kraftanstrengung schwierig sein, ohne kompliziert zu sein. |
| anspruchsvoll | Aufgaben mit hohen Anforderungen | Hebt das verlangte Können hervor und kann anerkennender wirken als die Betonung von Hindernissen. |
| heikel | Situationen, die besondere Umsicht erfordern | Passt, wenn unbedachtes Vorgehen empfindliche Folgen hätte; nicht jede große Arbeitsmenge ist heikel. |
Wörter im Satz vergleichen
Die folgenden Satzpaare sind eigene Sprachbeispiele.
Ausgangssatz: „Die Abstimmung zwischen fünf voneinander abhängigen Terminen ist schwierig.“
Alternative: „Die Abstimmung zwischen fünf voneinander abhängigen Terminen ist kompliziert.“
Kompliziert passt, wenn gerade die gegenseitigen Abhängigkeiten das Problem verursachen. Fehlt dagegen nur eine Rückmeldung, kann schwierig angemessener bleiben, obwohl der Ablauf einfach aufgebaut ist.
Ausgangssatz: „Das Gespräch über die ungleiche Aufgabenverteilung wird schwierig.“
Alternative: „Das Gespräch über die ungleiche Aufgabenverteilung wird heikel.“
Heikel rückt mögliche Verletzungen oder Konflikte in den Vordergrund. Die Alternative verändert damit den Schwerpunkt von allgemeiner Mühe zur nötigen Rücksicht und Vorsicht.
Hier passt der Austausch nicht: Unmöglich geht weiter. Eine schwierige Bergung kann mit geeigneten Mitteln gelingen; unmöglich schließt die Durchführung unter den genannten Bedingungen aus. Der Austausch würde aus einer hohen Anforderung eine andere Aussage über die Machbarkeit machen.
Bei einer schwierigen Person ist eine konkrete Beschreibung oft besser als ein neues Etikett: Sie lehnt mehrere Vereinbarungen ab, ohne ihre Gründe zu erklären. Das benennt das Hindernis im Gespräch. Ein begründeter Widerspruch allein rechtfertigt dagegen weder schwierig noch kompliziert als pauschales Urteil über die Person.
Weitere Abgrenzungen: Ähnliche Wörter unterscheiden
- Kompliziert
- Betont viele verwickelte Zusammenhänge. Eine einfache Aufgabe kann trotzdem schwierig sein, etwa wenn ihre Ausführung große Genauigkeit verlangt.
- Anspruchsvoll
- Hebt hohe Anforderungen hervor und kann anerkennend klingen. Schwierig richtet den Blick stärker auf die Mühe oder die Hindernisse bei ihrer Bewältigung.
- Schroff
- Beschreibt einen harten, abweisenden Ton. Ein schwieriger Umgang muss nicht schroff sein; jemand kann freundlich sprechen und dennoch jede Einigung erschweren.
Schreibung und Grammatik
Schwierig wird mit ie geschrieben: ein schwieriger Fall, eine schwierige Frage, schwieriges Verhalten. Die Steigerung lautet schwieriger, am schwierigsten. Das Substantiv ist Schwierigkeit. In es ist schwierig, einen Termin zu finden erläutert die Infinitivgruppe, was bewertet wird. Eine Personenbeschreibung wird genauer durch Zusätze wie schwierig bei Absprachen oder schwierig im Umgang mit Kritik.
Weitere Hinweise zur Beugung bietet die Übersicht der Adjektive.
Beugung von schwierig
Eine schwierige Aufgabe verlangt Mühe oder Geschick. Bei einem schwierigen Menschen ist der Umgang in bestimmten Situationen gemeint; konkrete Zusätze machen diese Bewertung nachvollziehbarer.
Die Endung vor einem Nomen richtet sich nach Fall, Geschlecht, Zahl und Begleiter. In der gemischten Beugung steht im Plural keine; ein hat keinen Plural.
Starke Beugung · ohne ArtikelDie Formen nach Fall, Geschlecht und Zahl vergleichen.
| Fall | Maskulin Singular | Feminin Singular | Neutrum Singular | Plural alle Genera |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | schwieriger | schwierige | schwieriges | schwierige |
| Genitiv | schwierigen | schwieriger | schwierigen | schwieriger |
| Dativ | schwierigem | schwieriger | schwierigem | schwierigen |
| Akkusativ | schwierigen | schwierige | schwieriges | schwierige |
Schwache Beugung · nach der, die, dasDie Formen nach Fall, Geschlecht und Zahl vergleichen.
| Fall | Maskulin Singular | Feminin Singular | Neutrum Singular | Plural alle Genera |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | schwierige | schwierige | schwierige | schwierigen |
| Genitiv | schwierigen | schwierigen | schwierigen | schwierigen |
| Dativ | schwierigen | schwierigen | schwierigen | schwierigen |
| Akkusativ | schwierigen | schwierige | schwierige | schwierigen |
Gemischte Beugung · nach ein/eine, im Plural nach keineDie Formen nach Fall, Geschlecht und Zahl vergleichen.
| Fall | Maskulin Singular | Feminin Singular | Neutrum Singular | Plural alle Genera |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | schwieriger | schwierige | schwieriges | schwierigen |
| Genitiv | schwierigen | schwierigen | schwierigen | schwierigen |
| Dativ | schwierigen | schwierigen | schwierigen | schwierigen |
| Akkusativ | schwierigen | schwierige | schwieriges | schwierigen |
Herkunft und Wortbildung
Die älteren Formen swiric und sweric gehörten zu schwären und konnten eiternde Zustände bezeichnen. Erst im Neuhochdeutschen wurde das Wort an schwer angelehnt. Im heutigen gewöhnlichen Gebrauch ist diese ältere Bedeutung nicht mitgemeint; schwierig beschreibt Anforderungen und Mühe, ohne einen körperlichen Zustand zu behaupten.
Verwendung in einer Charakterisierung
Eigener Charakterisierungsbeleg: Bei jeder Absprache fordert Ben eine neue Ausnahme, ohne die bereits berücksichtigten Wünsche der anderen anzuerkennen. Im gemeinsamen Planen verhält er sich schwierig. Die Analyse benennt damit einen belegten Bereich. Zeigt der Text dagegen einen gut begründeten Widerspruch, sollte sie nicht ungeprüft das negative Urteil derjenigen übernehmen, denen dieser Widerspruch unbequem ist.
Die Anleitung zur Charakterisierung erläutert das Zusammenspiel von Beobachtung, Beleg und Deutung.
