traurig

Traurig bedeutet von Kummer, Verlust oder niedergedrückter Stimmung erfüllt; es kann außerdem etwas bezeichnen, das Traurigkeit auslöst.

Was bedeutet traurig?

Eine traurige Person erlebt Kummer oder eine gedrückte Stimmung. Ein Abschied, eine Enttäuschung oder eine als schmerzlich empfundene Veränderung kann dazu beitragen. Traurigkeit muss nicht immer äußerlich deutlich werden; umgekehrt erklärt eine einzelne Geste wie Schweigen noch nicht sicher das Gefühl.

Traurig beschreibt häufig einen zeitweiligen Zustand und keinen festen Charakterzug. Bei einer traurigen Nachricht liegt die Bedeutung auf der auslösenden Wirkung, bei einem traurigen Blick auf dem sichtbaren Ausdruck. Daneben kann das Wort etwas als beklagenswert oder kümmerlich bewerten. Die unterschiedlichen Verwendungen dürfen nicht miteinander vermischt werden; aus dem Wort allein folgt insbesondere keine medizinische Diagnose.

Auf den PunktTraurig kann ein Gefühl, dessen Ausdruck oder dessen Anlass beschreiben. Häufig geht es um einen Zustand, nicht um eine dauerhafte Eigenschaft.

Beispiele und Verwendung

Nach dem Abschied war Lio traurig und vermisste die täglichen Gespräche.

So ist es gemeint: Der Satz nennt das Gefühl sowie seinen ausdrücklich dargestellten Anlass.

Die traurige Nachricht unterbrach die fröhliche Runde.

So ist es gemeint: Hier löst die Nachricht Traurigkeit aus; sie empfindet selbst kein Gefühl.

Von der prächtigen Sammlung blieb nur ein trauriger Rest.

So ist es gemeint: Traurig bedeutet hier kümmerlich oder beklagenswert und ist auf eine Sache übertragen.

Typische Verbindungen: traurig sein, traurig wirken, traurig über etwas sein, eine traurige Nachricht, ein trauriger Blick

Synonyme und Bedeutungsunterschiede

melancholisch
Kann eine nachdenklich-schwermütige Stimmung oder Grundtönung bezeichnen; sie ist nicht immer an einen konkreten Anlass gebunden.
betrübt
Ist ein nahes, etwas gehobeneres Wort für bekümmert oder traurig.
enttäuscht
Bezieht sich auf eine nicht erfüllte Erwartung. Enttäuschung kann Traurigkeit auslösen, ist aber nicht mit jeder Traurigkeit gleichzusetzen.

Fröhlich, heiter oder erfreut können Gegenbegriffe sein. Lachen ist kein sicherer Gegenbeleg, weil ein trauriger Mensch zwischendurch trotzdem lachen kann.

Traurig in einer Charakterisierung

Die folgende Szene und die Musterformulierung sind eigens erfunden. Sie stammen aus keinem literarischen Werk.

Beispielsituation

Nach dem Umzug ihrer Freundin sitzt Amina vor der früher gemeinsam geführten Zeichensammlung. Sie sagt, dass ihr die Nachmittage fehlen, und legt den begonnenen Brief mehrmals beiseite. Als ihr Bruder eine lustige Erinnerung erzählt, lächelt sie kurz.

  1. Beobachtung: Amina benennt ihr Vermissen und zeigt Schwierigkeiten, den Brief fortzusetzen; das kurze Lächeln gehört ebenfalls zur Szene.
  2. Deutung: Die Verbindung aus ausdrücklich genanntem Verlustgefühl und Verhalten stützt die Beschreibung traurig.
  3. Grenze der Aussage: Die Szene zeigt einen Abschiedsschmerz. Sie erlaubt keine Diagnose und macht das Lächeln nicht zum Widerspruch gegen die Traurigkeit.

Musterformulierung

Amina ist nach dem Umzug ihrer Freundin traurig. Sie spricht ausdrücklich davon, dass ihr die gemeinsamen Nachmittage fehlen, und unterbricht den begonnenen Brief mehrfach. Ihr kurzes Lächeln über eine Erinnerung hebt diesen Eindruck nicht auf. Die Szene schildert eine auf den Abschied bezogene Gefühlslage, ohne daraus einen dauerhaften Charakterzug zu machen.

Der Absatz verbindet das Gefühl mit einer Selbstaussage und konkretem Verhalten. Er lässt wechselnde Reaktionen zu und vermeidet eine Diagnose aus einer Alltagsszene.

Übertrage diese Vorgehensweise auf deine Lektüre: Nenne die konkrete Handlung oder Äußerung und belege sie am vorliegenden Text. Die Anleitung zur Charakterisierung zeigt, wie du solche Einzelbeobachtungen zu einem begründeten Gesamtbild verbindest.

Grammatik und richtige Schreibweise

Wortart
Adjektiv (Eigenschaftswort)
Worttrennung
trau·rig
Verwandtes Nomen
die Traurigkeit; die Trauer

Traurig wird mit au und der Endung -rig geschrieben. Üblich sind traurig über etwas mit Akkusativ und traurig sein, weil …. Die regelmäßigen Vergleichsformen lauten trauriger und am traurigsten. Vor einem Nomen heißt es ein trauriger Abschied.

Grundformtraurig
Komparativtrauriger
Superlativam traurigsten

Beugung: Welche Endung passt?

Vor einem Nomen erhält das Wort eine Endung. Sie richtet sich nach Fall, Geschlecht, Zahl und Begleitwort. Die Endungen sind unten hervorgehoben.

Stark – ohne Artikel
FallMaskulinFemininNeutrumPlural
Nominativtraurigertraurigetraurigestraurige
Genitivtraurigentraurigertraurigentrauriger
Dativtraurigemtraurigertraurigemtraurigen
Akkusativtraurigentraurigetraurigestraurige
Schwach – mit bestimmtem Artikel
FallMaskulinFemininNeutrumPlural
Nominativder traurigedie traurigedas traurigedie traurigen
Genitivdes traurigender traurigendes traurigender traurigen
Dativdem traurigender traurigendem traurigenden traurigen
Akkusativden traurigendie traurigedas traurigedie traurigen
Gemischt – mit ein oder kein
FallMaskulinFemininNeutrumPlural
Nominativein traurigereine traurigeein traurigeskeine traurigen
Genitiveines traurigeneiner traurigeneines traurigenkeiner traurigen
Dativeinem traurigeneiner traurigeneinem traurigenkeinen traurigen
Akkusativeinen traurigeneine traurigeein traurigeskeine traurigen

Die Pluralformen der gemischten Beugung sind mit kein gezeigt, weil ein keinen Plural hat. Nach einem Verb wie sein oder wirken steht das Eigenschaftswort normalerweise ohne diese Endung. Mehr dazu: Adjektive verwenden und beugen.

Wortbildung und Herkunft

Traurig gehört zu trauern. Das Adjektiv ist in älteren deutschen Sprachstufen als mittelhochdeutsch trūrec und althochdeutsch trūrac belegt. Diese Wortgeschichte erklärt nicht die Ursache einer konkreten Traurigkeit.

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