unausstehlich

Unausstehlich: Als so unangenehm empfunden, dass der Umgang oder die betreffende Situation kaum auszuhalten scheint. Das Wort drückt eine starke persönliche Bewertung aus.

Was bedeutet unausstehlich?

Unausstehlich kann eine Person, eine Gewohnheit oder einen Zustand betreffen. Häufig steht dahinter ein konkretes störendes Verhalten, etwa ständiges Herabsetzen oder dauerndes Unterbrechen. Ohne solche Einzelheiten erfährt man vor allem, dass jemand starken Widerwillen empfindet.

Die Formulierung kann eine momentane Reaktion ausdrücken oder als pauschales Urteil gemeint sein. In einer Charakterisierung ist die Perspektive deshalb besonders wichtig: Für wen ist die Figur unausstehlich, wodurch entsteht dieser Eindruck und reagieren andere Personen ähnlich?

Auf den PunktUnausstehlich benennt eine starke Ablehnung. Welche Eigenschaft diese auslöst, muss eigens erklärt werden.

Beispiele und Verwendung

Nach der dritten spöttischen Unterbrechung fand sie ihren Gesprächspartner unausstehlich.

So ist es gemeint: Die Ablehnung wird an ein konkretes Verhalten gebunden.

Heute bin ich mir selbst unausstehlich, sagte er nach seinem grundlosen Streit.

So ist es gemeint: Das Wort kann selbstkritisch einen vorübergehenden Zustand betreffen.

Seine unausstehliche Angewohnheit war es, jede Antwort sofort zu verbessern.

So ist es gemeint: Hier wird eine bestimmte Gewohnheit bewertet.

Typische Verbindungen: unausstehlich sein, jemanden unausstehlich finden, eine unausstehliche Angewohnheit, heute unausstehlich wirken.

Synonyme und Bedeutungsunterschiede

unerträglich
Ist sehr nah und kann zusätzlich besonders starke Belastungen oder Schmerzen bezeichnen.
unsympathisch
Drückt geringere oder allgemeinere persönliche Abneigung aus.
anstrengend
Beschreibt den Aufwand im Umgang; dieser muss nicht mit so starker Ablehnung verbunden sein.

Angenehm und sympathisch können Gegenbegriffe sein. Sie hängen ebenfalls von Wahrnehmung und Zusammenhang ab.

Unausstehlich in einer Charakterisierung

Die folgende Szene und die Musterformulierung sind eigens erfunden. Sie stammen aus keinem literarischen Werk.

Beispielsituation

In einer erfundenen Geschichte trifft die Erzählerin ihren Cousin beim Familienessen. Er unterbricht jede ihrer Antworten, imitiert ihren Ton und kommentiert auch nach ihrer Bitte um Ruhe weiter. Innerlich nennt sie ihn unausstehlich und verlässt den Tisch. Eine andere Person weist ihn anschließend auf sein Verhalten hin.

  1. Beobachtung: Der Cousin unterbricht, verspottet und missachtet eine ausdrückliche Bitte; die Erzählerin reagiert mit Rückzug.
  2. Deutung: Unausstehlich beschreibt ihre starke Ablehnung, deren Anlass durch die wiederholten Grenzverletzungen nachvollziehbar wird.
  3. Grenze der Aussage: Die Innenperspektive der Erzählerin ist keine vollständige Beschreibung des Cousins in allen Beziehungen. Die konkrete Szene stützt jedoch ihre Belastung.

Musterformulierung

Die Erzählerin erlebt ihren Cousin als unausstehlich, weil er ihre Antworten wiederholt verspottet und ihre Bitte um Ruhe missachtet. Ihr Verlassen des Tisches zeigt die Stärke der Ablehnung. Die Bezeichnung bleibt an ihre Perspektive und den dargestellten Umgang gebunden.

Der Absatz benennt die wertende Instanz und erläutert den Anlass, statt die Ablehnung als objektive Wesensbeschreibung auszugeben.

Übertrage diese Vorgehensweise auf deine Lektüre: Nenne die konkrete Handlung oder Äußerung und belege sie am vorliegenden Text. Die Anleitung zur Charakterisierung zeigt, wie du solche Einzelbeobachtungen zu einem begründeten Gesamtbild verbindest.

Grammatik und richtige Schreibweise

Wortart
Adjektiv (Eigenschaftswort)
Worttrennung
un·aus·steh·lich
Verwandtes Nomen
das Unausstehliche (substantiviert)

Unausstehlich wird zusammengeschrieben. Es heißt ein unausstehlicher Ton und mit unausstehlichen Bemerkungen. Das Wort gehört zu ausstehen im Sinn von ertragen, nicht zu ausstehen im Sinn einer noch offenen Zahlung.

Grundformunausstehlich
Komparativunausstehlicher
Superlativam unausstehlichsten

Beugung: Welche Endung passt?

Vor einem Nomen erhält das Wort eine Endung. Sie richtet sich nach Fall, Geschlecht, Zahl und Begleitwort. Die Endungen sind unten hervorgehoben.

Stark – ohne Artikel
FallMaskulinFemininNeutrumPlural
Nominativunausstehlicherunausstehlicheunausstehlichesunausstehliche
Genitivunausstehlichenunausstehlicherunausstehlichenunausstehlicher
Dativunausstehlichemunausstehlicherunausstehlichemunausstehlichen
Akkusativunausstehlichenunausstehlicheunausstehlichesunausstehliche
Schwach – mit bestimmtem Artikel
FallMaskulinFemininNeutrumPlural
Nominativder unausstehlichedie unausstehlichedas unausstehlichedie unausstehlichen
Genitivdes unausstehlichender unausstehlichendes unausstehlichender unausstehlichen
Dativdem unausstehlichender unausstehlichendem unausstehlichenden unausstehlichen
Akkusativden unausstehlichendie unausstehlichedas unausstehlichedie unausstehlichen
Gemischt – mit ein oder kein
FallMaskulinFemininNeutrumPlural
Nominativein unausstehlichereine unausstehlicheein unausstehlicheskeine unausstehlichen
Genitiveines unausstehlicheneiner unausstehlicheneines unausstehlichenkeiner unausstehlichen
Dativeinem unausstehlicheneiner unausstehlicheneinem unausstehlichenkeinen unausstehlichen
Akkusativeinen unausstehlicheneine unausstehlicheein unausstehlicheskeine unausstehlichen

Die Pluralformen der gemischten Beugung sind mit kein gezeigt, weil ein keinen Plural hat. Nach einem Verb wie sein oder wirken steht das Eigenschaftswort normalerweise ohne diese Endung. Mehr dazu: Adjektive verwenden und beugen.

Wortbildung und Herkunft

Das Wort verneint die Möglichkeit, jemanden oder etwas auszustehen, also zu ertragen. Der Zusammenhang mit diesem Verb erklärt die starke wertende Wirkung im heutigen Gebrauch.

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