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a priori

Form & Grammatik

WendungFremdwort
Stichwort
a priori
Worttrennung
a pri·o·ri

Gebrauch: Bildungssprachliche, adverbial verwendete Wortverbindung; unveränderlich. Philosophisch geht es um eine von Erfahrung unabhängige Rechtfertigung, allgemein auch um eine Haltung von vornherein.

Formen und Verwendung im Detail

Definition · kurz erklärt

A priori bedeutet von vornherein oder, in der Philosophie, unabhängig von Erfahrung begründet. Die Wendung kann eine grundsätzliche Haltung oder eine bestimmte Erkenntnisgrundlage bezeichnen.

Bedeutungen

1. Von vornherein oder grundsätzlich

Allgemein bildungssprachlich bedeutet a priori etwa „von vornherein“. Eine Möglichkeit wird beispielsweise schon vor der näheren Untersuchung ausgeschlossen oder eine Haltung grundsätzlich festgelegt.

„Wir sollten den Vorschlag nicht a priori ablehnen.“

Der Satz fordert, den Vorschlag zunächst zu prüfen und das Urteil offenzuhalten.

2. Unabhängig von Erfahrung gerechtfertigt

In der Philosophie beschreibt a priori eine Erkenntnis oder Rechtfertigung, die nicht auf entsprechende Erfahrung als Beleg angewiesen ist. Entscheidend ist die Grundlage der Begründung, nicht einfach ein früher Zeitpunkt.

„Dass ein unverheirateter Mann nicht verheiratet ist, lässt sich a priori aus den verwendeten Begriffen erklären.“

Für diese begriffliche Aussage muss man keinen bestimmten Mann aufsuchen. Um die Begriffe zu lernen, kann Erfahrung trotzdem nötig gewesen sein. Das Lernen eines Begriffs und die spätere Rechtfertigung einer Aussage sind verschiedene Fragen. Welche Erkenntnisse darüber hinaus a priori möglich sind, ist Gegenstand philosophischer Diskussionen.

A priori: Synonyme und Unterschiede

Von vornherein und grundsätzlich

„Eine Möglichkeit von vornherein ausschließen“ erklärt den allgemeinen Gebrauch. Grundsätzlich kann außerdem eine Regel mit möglichen Ausnahmen bezeichnen: „Grundsätzlich ist der Raum geöffnet.“ Das lässt sich nicht ohne Weiteres durch a priori ersetzen.

Erfahrungsunabhängig

Unabhängig von Erfahrung begründet ist für den philosophischen Gebrauch genauer als vorher. Ungeprüft oder willkürlich sind keine allgemeinen Synonyme: Eine Begründung kann sorgfältig geprüft werden, ohne dass eine Beobachtung ihr Beleg ist. Der Gegenbegriff a posteriori bezeichnet hier die Abhängigkeit von Erfahrung.

Beispiele und Verwendung

„Keine der beiden Lösungen hat a priori Vorrang.“

Keine Lösung wird von vornherein bevorzugt; ein Vergleich soll erst zeigen, welche besser passt.

„Ob die Tür offen ist, lässt sich nicht a priori allein aus dem Begriff Tür feststellen.“

Um den Zustand der Tür festzustellen, muss man etwa hinsehen. Das Beispiel unterscheidet eine begriffliche Überlegung von einer Beobachtung.

Verwandte Wörter und Gegenbegriff

Das zugehörige Adjektiv heißt apriorisch: „eine apriorische Begründung“. Es wird vor einem Nomen gebeugt. Das neutrale Nomen Apriori ist ebenfalls ein eigenständiges Wort. Beide sind von der getrennt geschriebenen Wendung zu unterscheiden. A posteriori bildet im philosophischen Zusammenhang den Gegenbegriff.

Grammatik und Schreibweise

Die Worttrennung lautet a pri·o·ri. Die adverbiale Wortverbindung bleibt unverändert: „a priori entscheiden“, „a priori begründet“. Im Satz wird sie kleingeschrieben, am Satzanfang steht „A priori“. Sie erhält keine Kasusendungen, keine Verbformen und keine Steigerungsreihe.

Die Wendung wird in zwei Wörtern geschrieben. „Eine apriorische Annahme“ enthält dagegen das zusammengeschriebene Adjektiv. Eine Beugungstabelle für die Wendung wäre deshalb unpassend.

Herkunft

Die lateinische Fügung bedeutet wörtlich „vom Früheren her“. Darin steckt lateinisch prior, „früher“. Die philosophische Verwendung bezieht sich auf die Erkenntnisgrundlage; sie darf nicht allein aus der zeitlichen Übersetzung erklärt werden.

Weitere Begriffe findest du im Fremdwörterbuch.