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ad absurdum

Form & Grammatik

WendungFremdwort
Stichwort
ad absurdum
Worttrennung
ad ab·sur·dum

Gebrauch: Bildungssprachliche, unveränderliche Wortverbindung, vor allem in etwas ad absurdum führen. Seltener kann eine Person das Objekt sein.

Formen und Verwendung im Detail

Definition · kurz erklärt

Ad absurdum begegnet vor allem in der Wendung etwas ad absurdum führen: zeigen, dass etwas widersinnig, unsinnig oder ohne sinnvollen Zweck ist.

Bedeutung

1. Etwas als widersinnig erweisen

Etwas ad absurdum führen bedeutet, seine Unsinnigkeit oder Widersinnigkeit deutlich zu machen. Das kann durch ein Argument geschehen, aber auch durch ein Verhalten oder einen tatsächlichen Vorgang, der dem behaupteten Zweck entgegensteht.

„Wenn das angeblich zeitsparende Verfahren mehr Arbeit verursacht als das alte, führt das seinen eigenen Zweck ad absurdum.“

Die beobachtete Folge steht dem Zweck entgegen: Das Verfahren soll Zeit sparen, verursacht aber zusätzlichen Aufwand.

Ad absurdum führen: ähnliche Ausdrücke

Widersinn aufzeigen und widerlegen

Die Widersinnigkeit aufzeigen ist eine genaue Umschreibung. Widerlegen passt, wenn eine Behauptung als falsch erwiesen wird. „Das Gegenbeispiel widerlegt die allgemeine Behauptung“ benennt einen bestimmten Begründungsweg. Ad absurdum führen kann auch einen zweckwidrigen Vorgang beschreiben, ohne dass eine einzelne Behauptung formal widerlegt wird.

Entkräften und lächerlich machen

Entkräften bedeutet, einem Argument seine Überzeugungskraft zu nehmen; das muss noch keinen Widersinn offenlegen. Lächerlich machen betont die Herabsetzung. Wer über einen Vorschlag spottet, hat ihn damit nicht schon ad absurdum geführt. Die behauptete Unsinnigkeit sollte nachvollziehbar erklärt werden.

Beispiele und Verwendung

„Die Ausnahme führt die Regel ad absurdum, weil sie gerade den einzigen Fall erlaubt, den die Regel verhindern soll.“

Das Beispiel benennt genau, worin die Ausnahme dem Zweck der Regel widerspricht.

Was bedeutet sich ad absurdum führen?

Bei sich ad absurdum führen erweist sich etwas durch seine eigene Durchführung als unsinnig oder zwecklos.

„Die Sparmaßnahme führt sich ad absurdum, wenn ihre Verwaltung mehr kostet, als sie einspart.“

Die Kritik richtet sich gegen den Gegensatz zwischen Ziel und Tätigkeit. Seltener wird auch eine Person ad absurdum geführt; meist ist eine Sache, Regel oder Argumentation gemeint.

Reductio ad absurdum als Beweisverfahren

In der Logik und Mathematik bezeichnet reductio ad absurdum ein Verfahren, bei dem eine Annahme zu einem Widerspruch geführt wird. Ein Beweis muss die entscheidenden Schritte begründen. Eine im Alltag als unpraktisch empfundene Folge ist für sich genommen noch kein mathematischer Widerspruch.

Verwandter Ausdruck

Das Adjektiv absurd bedeutet etwa widersinnig oder unsinnig. Es hilft beim Verständnis der Wendung: „eine absurde Folge“. Die Form absurden in „mit absurden Folgen“ gehört zum Adjektiv und ist keine Beugung von ad absurdum.

Grammatik und Verwendung

Die Worttrennung lautet ad ab·sur·dum. Die Wendung wird getrennt und im Satz kleingeschrieben. Sie bleibt unverändert; gebeugt wird das Verb: „führt den Vorschlag ad absurdum“, „führte die Regel ad absurdum“, „hat die Behauptung ad absurdum geführt“.

Das Objekt steht bei führen im Akkusativ: „den Vorschlag“, „die Behauptung“. Das reflexive sich gehört zur Verbindung mit dem Verb. Für die lateinische Wendung gibt es keine deutsche Kasustabelle und keine Steigerung.

Herkunft

Die lateinische Fügung verbindet ad mit absurdum und bedeutet sinngemäß „zum Widersinnigen“. Der Bezug auf Widersinn bleibt in der heutigen Wendung erkennbar.

Weitere Begriffe findest du im Fremdwörterbuch.