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Kompliment

Form & Grammatik

SubstantivFremdwort
Stichwort
Kompliment
Worttrennung
Kom·pli·ment
Artikel
das
Geschlecht
neutrum
Genitiv
des Kompliments / des Komplimentes
Plural
die Komplimente

Gebrauch: Anerkennende persönliche Äußerung; Grußbedeutung veraltet. Nach Komplimenten fischen ist umgangssprachlich und oft scherzhaft.

Formen und Verwendung im Detail

Definition · kurz erklärt

Ein Kompliment ist eine freundliche, anerkennende Äußerung, die sich an eine Person richtet. Sie kann etwa deren Auftreten, eine Fähigkeit oder eine gelungene Leistung würdigen. Veraltet kann Kompliment außerdem einen Gruß bezeichnen.

Bedeutungen

Eine persönliche Anerkennung ausdrücken

Mit einem Kompliment sagt jemand einer anderen Person etwas Anerkennendes oder Angenehmes. Es kann sich auf eine Eigenschaft, ein Auftreten oder etwas Gelungenes beziehen. Der persönliche Bezug ist wichtig: Eine sachliche Auskunft über einen beliebigen Gegenstand ist noch kein Kompliment an die angesprochene Person.

„Deine Zeichnung erklärt den schwierigen Ablauf besonders anschaulich.“

Das eigene Beispiel würdigt eine konkrete Leistung. Ein Kompliment muss weder das Aussehen betreffen noch eine Liebeserklärung sein. Ob es ehrlich, nur höflich oder berechnend gemeint ist, zeigt sich erst im Zusammenhang.

Veraltet: einen Gruß bestellen

In älteren oder bewusst altertümlichen Formulierungen können Komplimente Grüße oder höfliche Empfehlungen meinen. Dann wird nicht notwendigerweise eine besondere Eigenschaft gelobt.

„Bestellen Sie Ihrer Familie meine Komplimente.“

Der erfundene Satz lässt sich hier als Gruß an die Familie verstehen. Die Bedeutung ist veraltet. Für eine heutige neutrale Mitteilung wäre richten Sie Ihrer Familie meine Grüße aus meist klarer.

Kompliment: Synonyme und andere Wörter

Lob oder Anerkennung

Lob betont die positive Bewertung einer Leistung, eines Verhaltens oder einer Eigenschaft. Kompliment hebt häufig die freundliche persönliche Ansprache hervor. Anerkennung ist weiter gefasst und kann sich auch ohne ausgesprochene Worte zeigen. Zwischen den Wörtern gibt es Überschneidungen, keine in jedem Satz scharfe Grenze.

„Für ihre klare Darstellung erhält sie ein Kompliment.“ → „Für ihre klare Darstellung erhält sie Lob.“

Beides kann zu derselben anerkennenden Äußerung passen. Die zweite Formulierung stellt ihre bewertete Leistung stärker in den Vordergrund.

Schmeichelei oder freundliche Bemerkung

Freundliche Bemerkung ist eine neutrale Umschreibung, die allerdings auch andere angenehme Äußerungen umfassen kann. Schmeichelei legt eher Übertreibung oder die Absicht nahe, sich beim Gegenüber beliebt zu machen. Nicht jedes Kompliment trägt diesen kritischen Unterton.

„Sie bedankt sich für das Kompliment.“ → „Sie bedankt sich für die freundliche Bemerkung.“

Das kann passen, wenn eine persönliche Anerkennung gemeint ist. Der Ersatz durch Schmeichelei würde bereits eine andere Bewertung nahelegen und braucht deshalb eine Grundlage im Zusammenhang.

Beispiele und Verwendung

Jemandem ein Kompliment machen

„Mira macht ihrem Nachbarn ein Kompliment für seine sorgfältig gestaltete Ausstellung.“

Jemandem steht im Dativ, das Kompliment ist das Akkusativobjekt. Für seine Ausstellung nennt den Anlass. Die Verbindung kann auch ohne solchen Zusatz stehen; ein Anlass allein beweist keine romantische oder eigennützige Absicht.

Die Wirkung aus dem Zusammenhang erschließen

„Sie nennt den fertigen Entwurf großartig, rollt aber gleichzeitig mit den Augen.“

Das Verhalten kann Zweifel am wörtlichen Lob wecken. Eine Formulierung, die isoliert als Kompliment verständlich wäre, kann in einer Szene ironisch oder abwertend wirken. Dafür sind Wortlaut, Ton, Situation und Reaktion gemeinsam zu betrachten; eine freundliche Aussage allein belegt keine versteckte Absicht.

Grammatik und Beugung

Es heißt das Kompliment; das Nomen ist sächlich. Im Genitiv sind des Kompliments und des Komplimentes möglich. Die Mehrzahl lautet die Komplimente, im Dativ den Komplimenten. Die beiden Genitivformen unterscheiden die Bedeutung nicht.

Kompliment: Fälle und Formen
FallSingularPlural
Nominativdas Komplimentdie Komplimente
Genitivdes Kompliments / des Komplimentesder Komplimente
Dativdem Komplimentden Komplimenten
Akkusativdas Komplimentdie Komplimente

Was bedeutet nach Komplimenten fischen?

Nach Komplimenten fischen bedeutet umgangssprachlich und oft scherzhaft, gezielt anerkennende Worte hervorzulocken. Das kann etwa durch betonte Selbstkritik geschehen, der andere widersprechen sollen. Gemeint ist kein wörtlicher Fischfang.

„Obwohl alle seinen gelungenen Entwurf schon gelobt hatten, nannte er ihn wiederholt völlig missraten und wartete demonstrativ auf Widerspruch: Er fischte nach Komplimenten.“

Die erfundene Szene macht das unterstellte Ziel durch die Wiederholung und das Warten deutlich. Ein einzelner selbstkritischer Satz genügt dagegen nicht, um jemandem diese Absicht zuzuschreiben.

Kompliment und komplementär unterscheiden

Die Worttrennung lautet Kom·pli·ment. Das Nomen enthält ein i in der mittleren Silbe. Das ähnlich klingende Adjektiv komplementär bedeutet einander ergänzend und enthält dort ein e. Ein komplementärer Beitrag ergänzt etwas; ein Kompliment ist eine anerkennende Äußerung.

Herkunft

Kompliment wurde aus dem französischen compliment übernommen. Dahinter steht eine ältere spanische Wortform, deren Herkunft zu lateinisch complere für ausfüllen führt. Die heutige Anerkennungsbedeutung lässt sich nicht allein aus dieser älteren Wortgeschichte ableiten.

Weitere Wörter erklärt das Fremdwörterbuch.