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Kondolenz

Form & Grammatik

SubstantivFremdwort
Stichwort
Kondolenz
Worttrennung
Kon·do·lenz
Artikel
die
Geschlecht
feminin
Genitiv
der Kondolenz
Plural
die Kondolenzen bei einzelnen Beileidsbekundungen

Gebrauch: Gehoben. Beileid als solches: ohne Plural. Einzelne Beileidsbekundungen sind zählbar und können im Plural stehen.

Formen und Verwendung im Detail

Definition · kurz erklärt

Kondolenz ist ein gehobenes Wort für Beileid oder eine Beileidsbekundung. Es geht um Anteilnahme anlässlich eines Todesfalls. Als Bezeichnung des Beileids steht es ohne Plural; einzelne Bekundungen können als Kondolenzen gezählt werden.

Bedeutungen

Beileid und Anteilnahme

Kondolenz kann das Beileid bezeichnen, das jemand den Hinterbliebenen ausdrückt. Im Mittelpunkt steht dann die Anteilnahme an ihrem Verlust. Das Wort klingt gehobener als Beileid und begegnet etwa in förmlichen Mitteilungen. In dieser Bedeutung hat es keinen Plural.

„In ihrem Brief drückt die Nachbarin der Familie ihre Kondolenz aus.“

Der eigene Beispielsatz beschreibt, was die Nachbarin mitteilt: ihr Beileid. Er nennt eine erkennbare Äußerung; wie genau sie den Verlust innerlich erlebt, lässt sich daraus allein nicht ablesen.

Eine einzelne Beileidsbekundung

Eine Kondolenz kann auch eine konkrete Bekundung des Beileids meinen, etwa eine persönliche Mitteilung oder ein Schreiben. In diesem Sinn sind mehrere Kondolenzen möglich. Gezählt werden die Bekundungen, nicht verschiedene Arten des abstrakten Gefühls.

„Die Familie erhält Kondolenzen von früheren Nachbarn und langjährigen Freunden.“

Gemeint sind mehrere Beileidsbekundungen. Der Satz legt noch nicht fest, ob sie schriftlich oder im persönlichen Gespräch geäußert werden. Auch die Zahl der beteiligten Personen und die Zahl der Mitteilungen müssen nicht übereinstimmen.

Kondolenz: Synonyme und andere Wörter

Beileid und Beileidsbekundung

Beileid ist die allgemein verständliche Alternative, wenn die Anteilnahme selbst gemeint ist. Beileidsbekundung hebt die konkrete Äußerung hervor. Diese Unterscheidung hilft besonders, wenn mehrere Mitteilungen gezählt werden.

„Sie übermittelt ihre Kondolenz.“ → „Sie übermittelt ihr Beileid.“

Beide Fassungen passen zur Anteilnahme an einem Todesfall. Bei „Es gingen drei Kondolenzen ein“ ist dagegen „Es gingen drei Beileidsbekundungen ein“ eine klare Umschreibung. Drei Beileide ist dafür keine entsprechende gewöhnliche Mehrzahl.

Mitgefühl und Anteilnahme

Mitgefühl und Anteilnahme sind weiter gefasst. Sie können sich auch auf eine Enttäuschung, eine Erkrankung oder eine andere schwierige Lage beziehen. Kondolenz lenkt den Blick auf den Trauerfall und ist deshalb kein beliebiger Ersatz für jedes Mitgefühl.

„Sie zeigt Mitgefühl wegen seiner abgesagten Reise.“ → „Sie übermittelt ihre Kondolenz.“

Der Austausch verändert den Ton und den erwarteten Anlass. Ohne einen Todesfall kann die zweite Fassung in diesem Zusammenhang übertrieben oder ironisch wirken. Für eine sachliche Umschreibung sollte der ursprüngliche Anlass erhalten bleiben.

Trauer und Bekundung unterscheiden

Trauer bezeichnet die Reaktion auf einen Verlust. Eine Kondolenz kann dagegen an einen trauernden Menschen gerichtet sein. Wer Beileid bekundet, muss nicht in genau derselben persönlichen Beziehung zur verstorbenen Person gestanden haben.

„Die Familie trauert; ihre Nachbarn übermitteln Kondolenzen.“

Der eigene Satz unterscheidet den Verlust der Angehörigen von den Äußerungen der Nachbarn. Er bewertet weder die Stärke der Gefühle noch die Aufrichtigkeit einzelner Personen.

Beispiele und Verwendung

Eine Mitteilung und ihr Inhalt

„Der kurze Brief enthält eine Kondolenz und die Erinnerung an ein gemeinsames Erlebnis.“

Die Beileidsbekundung ist ein Bestandteil des Schreibens. Kondolenz bezeichnet hier nicht automatisch das gesamte Papierstück oder jede weitere Aussage in dem Brief.

Die Zahl der Bekundungen

„Drei Vereine senden eine gemeinsame Kondolenz.“

Der Satz nennt eine gemeinsame Bekundung mehrerer Absender. Aus drei beteiligten Vereinen werden deshalb nicht zwangsläufig drei getrennte Kondolenzen.

Den Sprachstil beachten

„Im Bericht werden die eingegangenen Kondolenzen erwähnt.“

Kondolenzen passt zum gehobenen oder förmlichen Ton des Berichts. Beileidsbekundungen wäre eine gut verständliche Alternative. Daraus ergibt sich keine allgemeine Vorschrift dafür, welche Worte Hinterbliebene verwenden oder beantworten müssen.

Grammatik und Beugung

Das Nomen ist feminin: die Kondolenz. Im Genitiv und Dativ Singular heißt es der Kondolenz. Die Worttrennung lautet Kon·do·lenz.

Für das Beileid als solches steht Kondolenz ohne Plural. Bei einzelnen Beileidsbekundungen lautet die Mehrzahl die Kondolenzen. Der Dativ Plural heißt den Kondolenzen; ein zusätzliches n wird nicht angehängt. Die folgende Tabelle zeigt die Formen für diesen zählbaren Gebrauch.

Kondolenz: Singular und Plural bei einzelnen Bekundungen
FallSingularPlural
Nominativdie Kondolenzdie Kondolenzen
Genitivder Kondolenzder Kondolenzen
Dativder Kondolenzden Kondolenzen
Akkusativdie Kondolenzdie Kondolenzen

Herkunft

Kondolenz gehört zum Verb kondolieren, also jemandem sein Beileid aussprechen. Dieses Verb geht auf lateinisch condolere zurück, mit der Bedeutung Mitgefühl haben. Die Wortfamilie ist damit auf das Mitfühlen bezogen; der heutige deutsche Gebrauch von Kondolenz betrifft das Beileid und seine Bekundung.

Weitere Wörter erklärt das Fremdwörterbuch.