Mitgefühl
Form & Grammatik
Substantiv- Stichwort
- Mitgefühl
- Worttrennung
- Mit·ge·fühl
- Artikel
- das
- Geschlecht
- Neutrum
- Genitiv
- des Mitgefühls / des Mitgefühles
- Plural
- kein Plural
Gebrauch: Anteilnahme am Leid oder an der Not anderer. Das Nomen wird in dieser Bedeutung ohne Plural gebraucht.
Definition · kurz erklärt
Mitgefühl ist eine zugewandte Anteilnahme am Leid oder an der Not anderer. Wer Mitgefühl empfindet, wird von der schwierigen Lage eines anderen berührt. Das Gefühl kann sich in Worten, aufmerksamem Zuhören oder einem passenden Hilfsangebot zeigen.
Bedeutungen
Bedeutung 1: An einer schwierigen Lage Anteil nehmen
Mitgefühl richtet sich auf das Erleben eines anderen Menschen. Jemand kann von einer Enttäuschung, einer belastenden Situation oder einem Verlust berührt sein, ohne selbst genau dasselbe erlebt zu haben.
Ein Mensch kann Mitgefühl empfinden und trotzdem nicht wissen, wie er helfen soll. Das Gefühl und eine konkrete Handlung sind deshalb auseinanderzuhalten. Aus einem Hilfsangebot allein lässt sich umgekehrt nicht sicher ablesen, was jemand innerlich empfindet.
Gefühl und Zustimmung unterscheiden
Mitgefühl bedeutet nicht, jede Entscheidung einer Person gutzuheißen. Man kann ihre schwierige Lage ernst nehmen und zugleich eine Handlung kritisieren. Für eine Figurenanalyse ist dieser Unterschied wichtig: Verständnis für eine Notlage ersetzt keine Beurteilung der einzelnen Handlung.
Das Adjektiv mitfühlend beschreibt eine entsprechende Haltung oder Reaktion. Das Nomen Mitgefühl benennt die Anteilnahme selbst. Eine einzelne freundliche Äußerung belegt noch keine umfassende, dauerhafte Eigenschaft.
„Nach der Absage hörte sie ihrer enttäuschten Freundin zu und zeigte Mitgefühl.“
Die eigene Situation verbindet Anteilnahme mit einer konkreten Reaktion. Zustimmung zu jeder Handlung der Freundin ist damit nicht gemeint.
Mitgefühl: Synonyme und andere Wörter
Zugewandte Anteilnahme ausdrücken
Anteilnahme · Mitempfinden · Mitleid
Anteilnahme ist eine häufig passende, zurückhaltende Alternative. Mitleid richtet den Blick deutlich auf das Leiden und kann je nach Ton als distanzierter oder herablassend empfunden werden; das muss aber nicht so sein.
„Sie zeigte Mitgefühl für seine Enttäuschung.“ → „Sie zeigte Anteilnahme an seiner Enttäuschung.“ In beiden Fällen geht es um eine zugewandte Reaktion; die Ergänzung im Satz verändert sich.
Verstehen und Trauern genauer benennen
Empathie · Beileid
Empathie betont das Einfühlen in Gefühle und Perspektiven anderer. Empathisch zu reagieren ist deshalb nicht auf Leid beschränkt. Beileid ist dagegen besonders auf Anteilnahme bei einem Todesfall bezogen.
„Er drückte sein Mitgefühl wegen der abgesagten Reise aus.“ → „Er drückte sein Beileid aus.“ Der zweite Satz wirkt in dieser Alltagssituation eher ironisch oder übertrieben; er ist kein neutraler Ersatz.
Beispiele und Verwendung
„Als die Aufführung kurzfristig ausfiel, hörte ihre Freundin zu und äußerte Mitgefühl für die wochenlange vergebliche Arbeit.“
Der Anlass wird konkret genannt. Die Anteilnahme verlangt nicht, dass die Freundin selbst an den Proben beteiligt war.
„Er empfand Mitgefühl, konnte aber die gewünschte zusätzliche Aufgabe nicht übernehmen.“
Eine Grenze der eigenen Möglichkeiten widerspricht nicht automatisch dem beschriebenen Gefühl.
„Die Figur zeigt Mitgefühl, indem sie nachfragt und der erschöpften Person Zeit zum Antworten lässt.“
Die Deutung wird an Verhalten festgemacht. Ob diese Haltung auch in anderen Situationen besteht, müsste der weitere Text zeigen.
Grammatik und Beugung
Es heißt das Mitgefühl, Genitiv des Mitgefühls oder des Mitgefühles. In der hier erklärten Bedeutung wird das Wort ohne Plural verwendet.
Die Worttrennung lautet Mit·ge·fühl. Das Nomen wird zusammengeschrieben und mit h in fühl geschrieben. Das verwandte Verb lautet mitfühlen.
Man kann Mitgefühl für jemanden empfinden oder jemandem sein Mitgefühl ausdrücken. In der zweiten Verbindung bezeichnet der Dativ die angesprochene Person: Ich drücke dir mein Mitgefühl aus.
Mehrere Äußerungen lassen sich als Zeichen des Mitgefühls oder Mitgefühlsbekundungen benennen. Das bedeutet nicht, dass das Wort Mitgefühl selbst dafür eine gewöhnliche Mehrzahl erhält.
| Fall | Singular |
|---|---|
| Nominativ | das Mitgefühl |
| Genitiv | des Mitgefühls / des Mitgefühles |
| Dativ | dem Mitgefühl |
| Akkusativ | das Mitgefühl |
Redewendungen und feste Verbindungen
Mitgefühl ausdrücken
Die Verbindung bezeichnet eine erkennbare Äußerung der Anteilnahme. „Ich möchte dir mein Mitgefühl aussprechen; der Verlust des langjährigen Projekts muss schwer für dich sein.“ Das Beispiel nennt den Anlass, ohne zu behaupten, das Gefühl des Gegenübers vollständig zu kennen.
Eine persönliche Formulierung kann hilfreicher sein als eine sehr allgemeine Floskel. Beim Schreiben sollte erkennbar bleiben, ob du Anteilnahme äußern, praktische Hilfe anbieten oder beides verbinden möchtest.
