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Konkordanz

Form & Grammatik

SubstantivFremdwort
Stichwort
Konkordanz
Worttrennung
Kon·kor·danz
Artikel
die
Geschlecht
feminin
Genitiv
der Konkordanz
Plural
die Konkordanzen

Gebrauch: Mehrere Fachbedeutungen. Als historisches Schriftmaß auch unverändert nach einer Zahl: fünf Konkordanz. Die Tabelle zeigt die regulären Kasusformen.

Formen und Verwendung im Detail

Definition · kurz erklärt

Konkordanz bedeutet Übereinstimmung und bezeichnet je nach Fachgebiet unter anderem ein Belegverzeichnis, eine Zuordnungstabelle, gleichlaufende Gesteinsschichten oder politische Zusammenarbeit in der Schweiz.

Bedeutungen

Übereinstimmung in einem bestimmten Punkt

Konkordanz kann allgemein die Übereinstimmung von Aussagen, Merkmalen oder Ergebnissen bezeichnen. Dabei kommt es darauf an, was verglichen wird. Eine Konkordanz in einem Merkmal bedeutet keine völlige Gleichheit in jeder Hinsicht. Das zugehörige Adjektiv lautet konkordant.

„Die Auswertung zeigt eine Konkordanz der beiden Protokolle hinsichtlich des Sitzungsbeginns.“

Die Protokolle nennen demnach denselben Beginn. Ob sie auch bei anderen Angaben übereinstimmen oder ob ihre Angaben richtig sind, bleibt offen.

Wörter und ihre Belegstellen verzeichnen

In der Sprach- und Literaturwissenschaft ist eine Konkordanz ein Verzeichnis von Wörtern oder Begriffen mit den Stellen, an denen sie in einem Text oder einer Textsammlung vorkommen. Eine Buchkonkordanz ist häufig alphabetisch geordnet. Elektronische Konkordanzen können die Fundstellen mit ihrem unmittelbaren sprachlichen Umfeld anzeigen, etwa bei der Untersuchung eines Korpus.

„Die Konkordanz verzeichnet alle Belege für das Wort Garten in den untersuchten Briefen.“

Das Verzeichnis erleichtert das Auffinden der Stellen. Es erklärt damit noch nicht, welche Bedeutung das Wort an jeder einzelnen Stelle hat. Die Aussage über alle Belege bezieht sich auf die untersuchten Briefe, nicht auf sämtliche jemals geschriebenen Texte.

Fundstellen verschiedener Ausgaben einander zuordnen

Eine Konkordanz kann außerdem eine Tabelle sein, die entsprechende Seiten oder Textstellen verschiedener Ausgaben eines Werkes gegenüberstellt. Sie hilft, eine bekannte Stelle in einer anders eingeteilten oder anders paginierten Ausgabe wiederzufinden. Hier stehen nicht Wörter im Mittelpunkt, sondern die Zuordnung der Fundstellen.

„Mit der Konkordanz lässt sich die in der alten Ausgabe angegebene Stelle in der Neuausgabe finden.“

Die Tabelle stellt eine Verbindung zwischen den Ausgaben her. Daraus folgt nicht, dass ihr Wortlaut überall unverändert ist oder jede Seite genau einer anderen Seite entspricht.

In der Geologie: gleichlaufende Gesteinsschichten

Geologisch bezeichnet Konkordanz die gleichlaufende Lagerung übereinanderliegender Gesteinsschichten. Ihre Schichtflächen haben eine entsprechende, annähernd parallele räumliche Ausrichtung. Entscheidend ist die Beziehung der Schichten zueinander; sie müssen dafür nicht waagerecht liegen.

„Die Skizze zeigt Konkordanz: Auch die geneigten Schichten verlaufen parallel zueinander.“

Die Neigung widerspricht der beschriebenen Konkordanz nicht. Über die genaue Entstehungszeit, die Gesteinsart oder eine lückenlose Ablagerungsgeschichte sagt der Satz nichts aus.

In der Zwillingsforschung: übereinstimmende Merkmale

In der Genetik und Zwillingsforschung wird mit Konkordanz die Übereinstimmung in einem untersuchten Merkmal beschrieben. Dabei kann beispielsweise gefragt werden, ob beide Partner eines Zwillingspaares eine bestimmte Merkmalsausprägung zeigen. Das betrifft den festgelegten Vergleich und macht die beiden Personen nicht in jeder Hinsicht gleich.

„Bei diesem Zwillingspaar wurde für das untersuchte Merkmal Konkordanz festgestellt.“

Beide zeigen in diesem Vergleich die entsprechende Ausprägung. Ein einzelner solcher Befund beweist noch nicht, wodurch das Merkmal verursacht wird. Konkordanz und Erblichkeit sind unterschiedliche Begriffe.

In der Schweiz: breite politische Beteiligung

Im schweizerischen politischen Sprachgebrauch bezeichnet Konkordanz die Einbindung wichtiger politischer Kräfte in die Regierung und die Suche nach gemeinsam tragfähigen Lösungen. Das Wort kann auch die entsprechend zusammengesetzte Regierung benennen. Eine breite Beteiligung bedeutet dabei nicht, dass die Parteien inhaltlich immer derselben Meinung sind.

„Die Debatte über Konkordanz betrifft sowohl die Zusammensetzung der Regierung als auch die Bereitschaft zur Zusammenarbeit.“

Der Satz unterscheidet politische Beteiligung und gemeinsames Handeln. Er behauptet weder vollständige Einigkeit noch eine unveränderliche Sitzverteilung.

Im traditionellen Buchdruck: ein typografisches Maß

Im traditionellen typografischen Maßsystem entspricht eine Konkordanz vier Cicero, also 48 typografischen Punkten. Das Wort bezeichnet hier eine Größe im Satz- und Druckhandwerk. Die historische Maßeinheit ist von der heutigen Verwendung des Wortes Punkt in digitalen Programmen zu unterscheiden.

„Für die Breite sind zwei Konkordanz, also acht Cicero, vorgesehen.“

Das Beispiel rechnet innerhalb desselben traditionellen Maßsystems. Es beschreibt kein Nachschlageverzeichnis und keine politische Einigung. Eine allgemeingültige Millimeterumrechnung für jede Art von typografischem Punkt ist damit nicht gegeben.

In der Grammatik: Übereinstimmung nach Nominalklassen

In der Beschreibung von Sprachen mit Nominalklassen bezeichnet Konkordanz die grammatische Übereinstimmung eines Nomens und der Wörter, die sich darauf beziehen, hinsichtlich der Klasse. Die Klasse des Nomens kann beispielsweise passende Formen am Adjektiv, Zahlwort oder Verb bestimmen. Ein solcher Gebrauch begegnet etwa bei der Beschreibung des Kiswahili. Nominalklassen sind dabei grammatische Klassen von Nomen.

„Die Grammatik erläutert die Konkordanz von Nomen und Adjektiv hinsichtlich der Nominalklasse.“

Der Satz betrifft die Zuordnung zusammenpassender grammatischer Formen. Er meint weder eine Auflistung von Wortbelegen noch eine gleiche Wortbedeutung. Welche Wörter und Formen ein Konkordanzsystem umfasst, muss für die betreffende Sprache beschrieben werden.

Konkordanz: Synonyme und andere Wörter

Übereinstimmung ist keine vollständige Identität

Übereinstimmung ist die verständliche Umschreibung der allgemeinen Bedeutung. Identität geht weiter und kann völlige Gleichheit behaupten. Bei einer Konkordanz sollte deshalb das Merkmal oder der Vergleichspunkt genannt werden.

„Die Aussagen zeigen Konkordanz in der zeitlichen Abfolge.“ → „Die Aussagen stimmen in der zeitlichen Abfolge überein.“

Beide Fassungen lassen unterschiedliche Formulierungen oder andere abweichende Einzelheiten zu. Das Wort identisch wäre ohne diese Begrenzung zu weitgehend.

Belegverzeichnis, Register oder Zuordnungstabelle?

Belegverzeichnis erklärt die Konkordanz von Wörtern und ihren Fundstellen. Register ist allgemeiner: Nicht jedes Register führt Wortbelege samt Stellenangaben auf. Eine Zuordnungstabelle verschiedener Ausgaben erfüllt wiederum eine andere Aufgabe als ein alphabetisches Wörterverzeichnis.

„Die Konkordanz zeigt die Belegstellen des Suchwortes.“ lässt sich als „Das Belegverzeichnis zeigt die Fundstellen des Suchwortes.“ umschreiben.

Bei einer Tabelle, die Seitenzahlen zweier Ausgaben gegenüberstellt, wäre stattdessen Ausgabenkonkordanz oder Zuordnungstabelle genauer.

Konkordanz, Konsens oder Koalition?

Konsens meint die Übereinstimmung in einer bestimmten Frage. Die schweizerische Konkordanz betrifft darüber hinaus die politische Einbindung und Zusammenarbeit. Koalitionsregierung kann eine Regierung aus mehreren Parteien bezeichnen; das Wort allein erklärt aber noch nicht das schweizerische Konkordanzprinzip.

„Trotz der Konkordanz gibt es in dieser Sachfrage keinen Konsens.“

Der Satz ist kein Widerspruch: Beteiligung an der Regierung und Einigkeit über eine einzelne Vorlage sind unterschiedliche Dinge.

Beispiele und Verwendung

Welche Konkordanz ist gemeint?

„Die Bearbeiterin verwendet eine Wortkonkordanz für die Suche nach Belegen und eine Ausgabenkonkordanz für den Vergleich der Seitenzahlen.“

Die beiden Zusammensetzungen nennen die jeweilige Aufgabe des Hilfsmittels. Beide unterstützen die Textarbeit, beantworten aber unterschiedliche Fragen.

Übereinstimmung im Zusammenhang erklären

„Der geologische Text spricht von Konkordanz der Schichten, die biologische Untersuchung von Konkordanz eines Merkmals.“

Die ergänzten Angaben machen den Fachgebrauch erkennbar. Die Wörter sind deshalb nicht ohne Weiteres durch politische Zusammenarbeit oder Belegverzeichnis ersetzbar.

Zwei sprachwissenschaftliche Verwendungen unterscheiden

„Die Konkordanz zeigt die Fundstellen des Suchwortes.“ – „Die Grammatik beschreibt die Konkordanz zwischen Nomen und Adjektiv.“

Im ersten Satz ist ein Belegverzeichnis gemeint, im zweiten eine grammatische Übereinstimmung. Der gemeinsame Hinweis auf Sprachwissenschaft reicht deshalb noch nicht aus, um die Bedeutung festzulegen.

Grammatik und Beugung

Das Wort ist feminin: die Konkordanz. Der Genitiv Singular lautet der Konkordanz, der reguläre Plural die Konkordanzen. Die Worttrennung lautet Kon·kor·danz. Die folgende Tabelle zeigt die Kasusformen, etwa wenn mehrere Verzeichnisse gemeint sind.

Die Pluralendung -en bleibt in allen vier Fällen erhalten. Vergleiche die Konkordanzen durchsuchen im Akkusativ und mit den Konkordanzen arbeiten im Dativ. Beim historischen Schriftmaß steht dagegen auch die unveränderte Form nach einer Zahl, etwa fünf Konkordanz. Diese Maßangabe ist von der regulären Mehrzahl mehrerer Nachschlagewerke zu unterscheiden.

Konkordanz: reguläre Kasusformen im Singular und Plural
FallSingularPlural
Nominativdie Konkordanzdie Konkordanzen
Genitivder Konkordanzder Konkordanzen
Dativder Konkordanzden Konkordanzen
Akkusativdie Konkordanzdie Konkordanzen

Was bedeutet praktische Konkordanz?

Praktische Konkordanz ist ein Begriff des Verfassungsrechts. Wenn verfassungsrechtlich geschützte Positionen miteinander kollidieren, sollen sie so aufeinander abgestimmt werden, dass sie möglichst wirksam bleiben und nur so weit wie notwendig begrenzt werden. Der Ausdruck bezeichnet eine rechtliche Aufgabe des Ausgleichs, keine bloße Einigung nach Belieben.

„Die Vorlesung erläutert den Grundsatz der praktischen Konkordanz anhand zweier kollidierender Grundrechtspositionen.“

Das Beispiel beschreibt die Erklärung eines verfassungsrechtlichen Grundsatzes. Daraus ergibt sich noch keine Entscheidung für einen bestimmten Streitfall. Ein rechnerischer Ausgleich nach dem Muster Hälfte für jede Seite ist mit dem Begriff nicht gemeint.

Weitere erklärte Begriffe findest du im Fremdwörterbuch.