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Fragewörter üben: passende Fragen und Lösungen

Mit einem Fragewort legst du fest, welche Information du suchst. Wer kommt? fragt nach einer Person, Wann kommt sie? nach einem Zeitpunkt. In diesen Übungen wählst du passende Frageformen und bildest vollständige direkte Fragen. Die Lösungen erklären auch, wann mehrere Fassungen passen.

Bearbeite die Aufgaben zuerst selbst. Schreibe nicht nur ein Fragewort in eine Lücke, sondern den ganzen Fragesatz. Prüfe anschließend, ob die vorgegebene Information tatsächlich eine Antwort auf deine Frage wäre.

Von der gesuchten Information zur Frage

  1. Gesuchte Angabe bestimmen: Geht es um eine Person, einen Zeitpunkt, einen Ort, eine Richtung oder einen Grund?
  2. Form im Satz prüfen: Bei Personen unterscheiden sich beispielsweise wer, wen und wem. Das Verb oder eine Präposition kann die Form bestimmen.
  3. Die ganze Frage bilden: In den neutralen direkten W-Fragen dieser Übungen steht die Fragegruppe zuerst, danach das gebeugte Verb.
  4. Die Antwortprobe machen: Passt die markierte Angabe genau zu der erfragten Information?

Vorgemachtes Beispiel: „Nele fährt am Donnerstag nach Bremen.“ → „Wann fährt Nele nach Bremen?“ Die Antwort am Donnerstag passt. „Wohin fährt Nele am Donnerstag?“ wäre ebenfalls eine richtige Frage, würde aber nach Bremen erfragen.

Eine Fragegruppe kann aus mehreren Wörtern bestehen: „Mit welchem Stift zeichnest du?“ Das Verb steht hier an zweiter Satzposition, nicht als zweites geschriebenes Wort. Ist das Fragewort selbst das Subjekt, brauchst du kein zusätzliches Pronomen: „Wer zeichnet?“

Fragewort bezeichnet keine einheitliche Wortart. Wer ist ein Pronomen; wann gehört zu den Adverbien. Gemeinsam ist ihnen hier die Fragefunktion. Diese Verwendung heißt auch interrogativ. Die Grundlagen erklärt der Abschnitt über Ergänzungsfragen.

Übungen: präzise fragen

1. Die markierte Information erfragen

Bilde zu jedem Satz eine vollständige direkte W-Frage. Erfrage nur die fett markierte Angabe; erhalte die übrigen Informationen.

  1. Lea öffnet das Fenster.
  2. Die Probe beginnt um halb vier.
  3. Jonas fährt wegen des Regens mit dem Bus.
  4. Die Pause dauert zehn Minuten.

Notiere bei c zwei mögliche Fragewörter. Erkläre bei d, warum wann allein die gesuchte Angabe nicht genau trifft.

2. Wer, wen oder wem?

Erfrage jeweils die markierte Person. Begründe anschließend die Form des Frageworts.

  1. Mara besucht Ben.
  2. Mara besucht Ben.
  3. Mara hilft Ben.

Prüfe die Behauptung: „Weil Ben in b und c dieselbe Person ist, muss auch dieselbe Frageform stehen.“

3. Ort, Ziel und Herkunft unterscheiden

Bilde passende Fragen zu den markierten Angaben. Verwende wo, wohin oder woher.

  1. Rika läuft im Park.
  2. Rika läuft zum Bahnhof.
  3. Rika kommt aus der Bibliothek.

Erkläre, weshalb die Bewegung in a nicht automatisch eine Frage mit wohin verlangt.

4. Die Präposition mitdenken

Erfrage wieder die markierte Angabe. Verwende bei der Frage nach einem Gegenstand eine Form mit wo-.

  1. Sam spricht mit seiner Nachbarin.
  2. Sam zeichnet mit einem Kohlestift.
  3. Sam wartet auf seinen Bruder.

Erkläre, was an „Wem spricht Sam?“ fehlt. Warum passt in c nicht auf wem?

5. Die Wortfolge berichtigen

Die folgenden Sätze sollen neutrale direkte Informationsfragen sein. Verbessere die Wortfolge, ohne Wörter hinzuzufügen oder wegzulassen.

  1. Wann du holst die Mappe ab?
  2. Mit welchem Stift du zeichnest?
  3. Welche Karte du brauchst?

Vergleiche danach „Wer holt die Mappe ab?“: Welche Aufgabe übernimmt wer? Muss zusätzlich er oder sie eingefügt werden?

6. Passende Nachfragen zu einer Notiz

Für ein erfundenes Basteltreffen liegt diese Notiz vor:

Am Samstag beginnt die Bastelrunde um 14.30 Uhr im Werkraum. Felix bringt eine Schere mit. Über das Ende des Treffens ist noch nichts vereinbart.

Formuliere vier direkte W-Fragen: nach dem Beginn, dem Ort, der Person mit der Schere und dem Gegenstand, den Felix mitbringt. Schreibe jeweils die passende Antwort aus der Notiz dazu.

Eine Teilnehmerin möchte außerdem wissen, wann die Runde endet. Bilde ihre Frage. Kannst du aus der Notiz eine genaue Endzeit nennen? Begründe. Schreibe zum Abschluss eine eigene kurze Notiz über ein anderes Treffen und zwei Fragen, die verschiedene Angaben daraus erfragen.

Lösungen mit Begründungen

1. Person, Zeitpunkt, Grund und Dauer

  1. Wer öffnet das Fenster? Gesucht ist die Person, die öffnet. Wer übernimmt die Subjektfunktion.
  2. Wann beginnt die Probe? Die Antwort nennt den Beginn. Auch „Um wie viel Uhr beginnt die Probe?“ passt zur angegebenen Uhrzeit.
  3. Warum fährt Jonas mit dem Bus? Ebenso passen weshalb oder wieso. Alle drei Fragen können hier mit dem genannten Grund beantwortet werden.
  4. Wie lange dauert die Pause? Gesucht ist eine Dauer. „Wann beginnt die Pause?“ würde nach ihrem Anfang fragen; dieser steht nicht im Satz.

Dass mehrere Fragewörter passen, macht eine Aufgabe nicht beliebig. Die gesuchte Information muss dieselbe bleiben. „Wie fährt Jonas?“ erfragt hier beispielsweise das Verkehrsmittel, nicht den Grund.

2. Die Satzfunktion entscheidet

a: Wer besucht Ben? b: Wen besucht Mara? c: Wem hilft Mara?

In a wird das Subjekt im Nominativ erfragt. In b verlangt besuchen für die besuchte Person den Akkusativ: wen. In c verlangt helfen den Dativ: wem. Derselbe Ben kann also mit verschiedenen Frageformen erfragt werden. Seine Rolle in der jeweiligen Konstruktion entscheidet, nicht seine Identität.

3. Bewegung ist noch keine Richtung

a: Wo läuft Rika? b: Wohin läuft Rika? c: Woher kommt Rika?

Im Park nennt den Ort des Laufens, zum Bahnhof das Ziel und aus der Bibliothek den Ausgangsort. In a bewegt sich Rika zwar, aber die markierte Angabe sagt nicht, wohin sie den Park verlässt. Die Frage wird aus der Bedeutung der Angabe gewählt, nicht allein aus dem Bewegungsverb.

4. Mit wem, womit und auf wen

a: Mit wem spricht Sam? b: Womit zeichnet Sam? c: Auf wen wartet Sam?

In a gehört mit zur Fragegruppe; die Präposition verlangt den Dativ wem. „Wem spricht Sam?“ verliert diese Verbindung. In b wird nach dem verwendeten Gegenstand gefragt: womit erhält die Bedeutung von mit. „Mit was zeichnet Sam?“ begegnet in der gesprochenen Sprache ebenfalls; es erfüllt hier allerdings nicht die Vorgabe, eine wo--Form zu verwenden.

In c steht warten auf mit Akkusativ, deshalb auf wen. Hier wird keine räumliche Lage erfragt. Auf wem wäre in diesem Satz keine passende Form. „Auf welchen Bruder wartet Sam?“ wäre nur dann sinnvoll, wenn zwischen mehreren Brüdern ausgewählt werden soll; diese Zusatzannahme macht die Aufgabe nicht.

5. Eine Fragegruppe besetzt die erste Position

a: Wann holst du die Mappe ab? b: Mit welchem Stift zeichnest du? c: Welche Karte brauchst du?

Auf die gesamte Fragegruppe folgt jeweils die Personalform: holst, zeichnest, brauchst. Bei abholen bleibt der abgetrennte Teil ab am Ende. Die Wörter mit welchem Stift gehören zusammen; die Präposition wird nicht vom Rest der Fragegruppe abgeschnitten.

In „Wer holt die Mappe ab?“ ist wer bereits das Subjekt. Ein zusätzliches er oder sie ist für diese Frage weder nötig noch richtig.

6. Antworten finden und Grenzen erkennen

  • Wann beginnt die Bastelrunde? – Am Samstag um 14.30 Uhr. Wer nur nach der Uhrzeit fragt, kann „Um wie viel Uhr beginnt die Bastelrunde am Samstag?“ schreiben.
  • Wo findet die Bastelrunde statt? – Im Werkraum. Auch „Wo beginnt die Bastelrunde?“ lässt sich mit dieser Angabe beantworten.
  • Wer bringt eine Schere mit? – Felix.
  • Was bringt Felix mit? – Eine Schere.

Die zusätzliche Frage lautet beispielsweise: Wann endet die Bastelrunde? Sie ist sinnvoll, obwohl noch keine genaue Antwort vorliegt. Aus dem Beginn um 14.30 Uhr lässt sich keine Endzeit berechnen. Du kannst nur antworten: „Das ist noch nicht vereinbart.“

Eine eigene Notiz könnte lauten: „Am Dienstag liest Lina im Gruppenraum eine Geschichte vor.“ Dazu passen „Wann liest Lina im Gruppenraum eine Geschichte vor?“ und „Was liest Lina am Dienstag im Gruppenraum vor?“ Die Antworten sind am Dienstag und eine Geschichte. Andere Notizen passen, wenn ihre beiden Fragen unterschiedliche tatsächlich genannte Angaben erfragen.

Die eigenen Fragen kontrollieren

Lies jede Frage zusammen mit ihrer Antwort. Stimmen Person, Zeit und übrige Angaben noch? Hast du eine Präposition verloren oder nach etwas anderem gefragt? Bei einer offenen Frage darfst du die fehlende Information nicht selbst erfinden.

Die geübte Wortfolge gilt für die hier gewählten neutralen direkten Fragen. Eine erstaunte Nachfrage wie „Du hast wen getroffen?“ ist anders aufgebaut. Auch enthält nicht jeder Satz mit einem W-Wort eine selbstständige Frage. Für die Auswahl wichtiger Informationen beim Schreiben eines Berichts helfen die W-Fragen zur Textproduktion.