Meine Wörter

ach geh

Form & Grammatik

Wendung
Stichwort
ach geh
Worttrennung
ach geh

Besonders süddeutsch und österreichisch; kann staunend oder entschieden zurückweisend wirken. Nicht automatisch die Aufforderung, den Ort zu verlassen.

Gebrauch: Feste Gesprächsformel mit interjektionaler Funktion; auch regional a geh. Zwei einsilbige Wörter. Keine Übernahme der vollständigen Konjugation von gehen.

Formen und Verwendung im Detail

Ach geh ist eine regionale Gesprächsreaktion, besonders in Bayern und Österreich. Sie kann ungefähr das glaube ich nicht oder hör auf mit dem Unsinn bedeuten. Oft begegnet auch die Form a geh.

Bedeutung

1 Ungläubig reagieren oder widersprechen

Mit ach geh reagiert jemand auf eine Aussage, die überraschend oder wenig glaubwürdig erscheint. Je nach Ton kann die Reaktion staunend nachfragen oder die Aussage bereits zurückweisen.

„Ach geh, du hast den alten Schlüssel wirklich wiedergefunden?“

Die Nachfrage zeigt hier ungläubiges Staunen. Die Person behauptet nicht unbedingt, dass das Wiederfinden unmöglich sei.

Ach geh: passende Umschreibungen

Wirklich und das kann ich kaum glauben

„Wirklich? Du hast den Schlüssel wiedergefunden?“ macht das Staunen verständlicher, wenn die regionale Formel unbekannt ist. Das kann ich kaum glauben lässt ebenfalls Überraschung und Zweifel zu.

Ach komm und erzähl keinen Unsinn

Ach komm ist eine nahe Gesprächsreaktion. „Erzähl keinen Unsinn“ weist eine Behauptung deutlich schärfer zurück. Nicht jedes ach geh hat diesen scharfen Ton; eine automatische Ersetzung könnte den Sinn verändern.

Beispiele und Verwendung

„Ach geh, deshalb brauchst du die ganze Zeichnung doch nicht wegzuwerfen.“ Hier wird eine übertriebene Schlussfolgerung zurückgewiesen. Die Fortsetzung kann zum ruhigeren Umgang mit einem Fehler ermuntern.

„A geh, das redest du dir nur ein.“ Der Satz lehnt eine Vorstellung des Gegenübers ab. Ohne weitere Erklärung kann er dessen Anliegen abtun; die Reaktion beweist nicht, dass das Gegenüber falschliegt.

Ach geh und a geh gehören zur regionalen Alltagssprache verschiedener Generationen. Die genaue Bedeutung wird durch den Gesprächszusammenhang bestimmt, nicht allein durch das Wort geh.

Grammatik und Beugung

Ach geh ist hier eine feste Gesprächsformel. Geh stimmt seiner Gestalt nach mit einer Aufforderungsform des Verbs gehen überein. In der Formel fordert es jedoch nicht ohne Weiteres dazu auf, wegzugehen.

Die geprüften Gestalten sind ach geh und regional a geh. Beide Bestandteile sind jeweils einsilbig. Eine hörbare Absetzung kann als „Ach, geh!“ wiedergegeben werden. Für den fest beschriebenen Ausruf werden keine Zeit-, Kasus- oder Steigerungsreihen gebildet.

In „Ach, geh bitte schon einmal zur Tür“ kann dagegen eine echte Aufforderung zum Gehen stehen. Solche frei gebildeten Sätze gehören zum Verbgebrauch. Seine Personen- und Zeitformen dürfen nicht pauschal als Formen der erstaunten Antwort übernommen werden.