freu
Form & Grammatik
- Stichwort
- freu
- Worttrennung
- freu
- Form
- Inflektiv: unveränderliches Reaktionswort aus einem Verbstamm.
Aus älterer Jugendsprache bekannt; informeller Gebrauch auch außerhalb jugendlicher Gruppen.
Auch als *freu* zwischen Sternchen; dieselbe Reaktion, keine neue Wortform.
Die Reaktion drückt eigene Freude aus; im gewöhnlichen Satz Ich freue mich steht dagegen ein gebeugtes Verb mit Reflexivpronomen.
Gebrauch: Keine Personen-, Zeit-, Kasus- oder Steigerungsformen. Einsilbig und ungetrennt; die Konjugation des zugrunde liegenden Verbs ist davon zu unterscheiden.
Definition · kurz erklärt
Freu drückt als kurze Reaktion Freude aus. Es kann eine gute Nachricht aufnehmen oder Vorfreude auf etwas Erwartetes zeigen. In Chats steht der Ausdruck auch als *freu* zwischen Sternchen.
Bedeutung
1 Freude als Reaktion zeigen
Freu lässt sich sinngemäß mit Ich freue mich erklären. Die Person benennt ihre Reaktion in einer knappen, spielerischen Form. Was sie freut, steht meist in der eigenen Nachricht oder ergibt sich aus der vorangegangenen Mitteilung.
„Wir haben noch zwei Karten für dich bekommen.“ – „Freu! Dann können wir zusammen hingehen.“
Die Antwort nimmt die Nachricht positiv auf. Der zweite Satz erklärt, weshalb die Karten willkommen sind. Freu ist hier keine Aufforderung, jemand anderes solle sich freuen.
Auch ein bevorstehendes Ereignis kann der Anlass sein: „Morgen kommt meine Freundin endlich zu Besuch. *freu*“ Die Vorfreude betrifft den erwarteten Besuch; sie bedeutet nicht, dass er schon stattgefunden hat.
Freu und passende Umschreibungen
Ich freue mich und das freut mich
Mit Ich freue mich wird die eigene Freude als vollständiger Satz ausgedrückt. Das freut mich rückt den Anlass in den Mittelpunkt. Beide Formulierungen können dieselbe Nachricht freundlicher oder sachlicher aufnehmen, ohne den knappen Stil von freu zu verwenden.
„Du kannst am Samstag mitkommen? Freu!“ → „Das freut mich, dass du am Samstag mitkommen kannst.“
Die zweite Fassung verbindet Anlass und Reaktion ausdrücklich. Freu überlässt mehr davon dem Gesprächszusammenhang.
Schön und darauf freue ich mich
Schön! bewertet eine Mitteilung positiv, ohne die eigene Gefühlslage ebenso genau zu benennen. Darauf freue ich mich macht dagegen deutlich, dass etwas noch erwartet wird.
„Nächste Woche sehen wir uns wieder. Freu!“ → „Darauf freue ich mich: Nächste Woche sehen wir uns wieder.“
Die Umschreibung passt zur Vorfreude. Bei einer Nachricht über etwas bereits Geschehenes wäre dieser Zukunftsbezug nicht automatisch passend.
Beispiele und Verwendung
„Mein verschollenes Notizbuch ist wieder aufgetaucht. *freu*“
Die Person stellt eine erfreuliche Reaktion auf den Fund dar. Die Nachricht sagt nicht, wie ausgelassen oder lange sie sich freut.
Der Ausdruck ist aus älterer Jugend- und Chatsprache bekannt. Er passt besonders zu informellen Nachrichten, in denen kurze Reaktionswörter und spielerische Schreibweisen verstanden werden. Er ist nicht auf Jugendliche beschränkt. In einem förmlichen Schreiben ist Ich freue mich darüber gewöhnlich eindeutiger.
Grammatik und Beugung
Freu ist als Reaktionswort eine Interjektion in Form eines Inflektivs. Der Stamm von freuen wird ohne die Infinitivendung verwendet. Das Reaktionswort bleibt unverändert und hat keine Personen-, Zeit-, Kasus- oder Steigerungsformen.
Freu ist einsilbig und wird nicht getrennt. Am Anfang einer selbstständigen Äußerung steht es groß, etwa „Freu, das passt!“ Die Schreibweise *freu* ist als eingerahmte Chatreaktion belegt.
Freu ist nicht die ganze Konjugation von freuen
Im vollständigen Satz Ich freue mich stehen ein gebeugtes Verb und das Reflexivpronomen mich. Das einzelne Reaktionswort freu braucht diese Satzglieder nicht. Es ist daher keine Vorlage dafür, Pronomen in beliebigen normalen Verbsätzen wegzulassen.
„Ich freue mich auf deinen Besuch.“ ist ein gewöhnlicher Verbsatz. „Dein Besuch steht fest? Freu!“ stellt eine kurze, selbstständige Reaktion daneben.
Warum schreibt man *freu*?
Die Sternchen lassen den Ausdruck wie eine kleine schriftliche Regieanweisung erscheinen. Sie rahmen die dargestellte Freude ein; sie sind keine Wortbestandteile oder Beugungsendungen.
„Der gemeinsame Termin klappt doch. *freu*“ verbindet die Nachricht mit der eigenen positiven Reaktion. Auch ohne Sternchen bleibt freu verständlich, wenn die Beteiligten diese Schreibweise kennen.
