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Gib ihm!

Form & Grammatik

WendungJugendwort
Stichwort
Gib ihm!
Worttrennung
Gib ihm!
Form
Feste Aufforderungsformel: gib ist Imperativ Singular von geben, ihm eine Dativform von er/es. Keine eigene Deklination oder Steigerung der ganzen Wendung.

Salopp, auch jugendsprachlich; anfeuernd, zustimmend oder provozierend. Anlass und Tonfall bestimmen die Wirkung.

Formen und Verwendung im Detail

Definition · kurz erklärt

Gib ihm! ist ein salopper Zuruf, mit dem man jemanden anfeuert oder dessen Handeln bekräftigt: etwa „Los, mach das!“ oder „Genau so!“. Die Wendung kann ermuntern, in einem Streit aber auch provozierend wirken.

Bedeutung

1. Zum Handeln anfeuern

Wer „Gib ihm!“ ruft, unterstützt eine Handlung oder fordert dazu auf, entschlossen weiterzumachen. Worauf sich der Zuruf bezieht, ergibt sich aus der Situation. Es muss weder etwas überreicht werden noch ein ausdrücklich genannter Empfänger vorkommen.

„Noch ein Versuch am Basketballkorb? Gib ihm!“

Der Zuruf ermuntert zum erneuten Wurf. Er besagt weder, dass der Ball jemanden treffen soll, noch dass der Versuch sicher gelingt. Gemeint ist die Unterstützung für das Tun.

Gib ihm: ähnliche Zurufe

Los, mach das!

„Los, mach das!“ richtet sich besonders auf den Beginn einer Handlung. „Gib ihm!“ kann ebenso vor dem Start stehen, aber auch mitten im Geschehen anfeuern. „Du willst deinen Text vorlesen? Los, mach das!“ ermuntert zum Auftreten. „Gib ihm!“ klingt in derselben Szene knapper und stärker nach Zuruf aus dem Publikum.

Richtig so!

„Richtig so!“ hebt die Zustimmung hervor: Das bisherige Handeln wird gutgeheißen. „Gib ihm!“ kann diese Zustimmung mit einem Anstoß zum Weitermachen verbinden. „Du hast widersprochen? Richtig so!“ bewertet den Widerspruch; der Zuruf kann zusätzlich eine Fortsetzung unterstützen.

Mut machen

Jemandem Mut zu machen heißt, die Person in ihrer Zuversicht zu stärken. Das kann auch ruhig und ausführlich geschehen. „Du hast dich vorbereitet; versuch es in deinem Tempo“ macht Mut, ohne den aufputschenden Ton von „Gib ihm!“ zu übernehmen.

Beispiele und Verwendung

„Ich probiere das Solo noch einmal.“ – „Gib ihm!“ Die Antwort feuert zum erneuten Versuch an. Sie liefert keine musikalische Anleitung und bewertet noch nicht das Ergebnis.

„Er hat schon wieder einen spöttischen Kommentar geschrieben.“ – „Gib ihm!“ Hier kann der Zuruf dazu antreiben, scharf zu erwidern. Was im ersten Beispiel ermuntert, kann in diesem Zusammenhang einen Konflikt verschärfen. Zustimmung zu einer Person ist nicht automatisch eine sachliche Zustimmung zu allem, was sie tut.

Die Wendung gehört zu einem lockeren, auch jugendsprachlichen Register. Sie kann begeistert, scherzhaft oder provozierend klingen. Tonfall und Anlass entscheiden mit; eine neutrale Aufforderung oder eine genaue Bitte lässt sich damit nicht in jedem Zusammenhang ersetzen.

Grammatik und Form

Gib ist der Imperativ Singular von geben; ihm ist eine Dativform des Personalpronomens er beziehungsweise es. Beide Wörter sind einsilbig. Die Wendung besitzt kein eigenes Deklinations- oder Steigerungsparadigma.

Als selbstständiger Zuruf kann „Gib ihm!“ mit Ausrufezeichen geschrieben werden. Das erste Wort beginnt dann groß. Eine kleingeschriebene Wiedergabe im Chat ändert die gemeinte Aufforderungsfunktion nicht.

Zuruf oder wörtliche Aufforderung?

„Gib ihm den Schlüssel, damit er die Tür öffnen kann.“ ist eine gewöhnliche Aufforderung zum Überreichen. Hier bezeichnet ihm einen Empfänger und den Schlüssel das Übergebene. Beim anfeuernden „Gib ihm!“ steht dagegen die Unterstützung für eine Handlung im Vordergrund. Der gleiche Satzanfang allein reicht deshalb noch nicht aus, um die Jugendformel zu erkennen.